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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tuschen bis tuschglocke (Bd. 22, Sp. 1923 bis 1927)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuschen, vb. , zur ruhe bringen, stillen, unterdrücken, löschen; mhd. tuschen mhd. wb. 3, 156; Lexer 2, 1589; daneben findet sich eine form tutzen (s. u. 1 c) bzw. tützen (s. u. 1 b α), die an Otfrids tuzta I 11, 41 anzuschlieszen scheint (s. mhd. wb. 3, 155 u. Lexer 2, 1592), vielleicht aber auch als mischform anzusehen ist, s. Falk-Torp 760 s. v. neddysse; frühnhd. tuschen Kepler op. omn. 8, 1, 323 Frisch; mit anlautender lenis: duschen Henisch (1616) 779, s. auch teil 2, sp. 1760 s. v. dusen 5; der reibelaut (š) erscheint gelegentlich als s(s) bzw. st (s. Weinhold mhd. gr. 204 f., teil 12, 1, 2, sp. 2016, beitr. 17, 250 anm. 7 u. Wilmanns dt. gr. 2, 113 anm. zu § 87): getust Dreytwein Essling. chron. (16. jh.) 65 lit. ver.; getustet Frankf. amtsurk. (15. jh.) 206. daneben häufig in der umgelauteten form tüschen Frisius dict. (1556) 274a; mit offenerer qualität des stammvokals auch töschen Estor d. Teutschen rechtsgelahrtheit 3 (1767) 1421 und mit entrundung des umlautvokals: gedist polit. korresp. d. st. Straszburg 1 (1525) 131; mnd. tusken Schiller-Lübben 4, 634; im nord. mit umlaut: dän. tysse, bes. in neddysse (eig. *nedtysse); schwed. (ned-)tysta Falk-Torp 760. — tuschen geht wohl ebenso wie tuscheln und 4tusch (interj.) auf einen onomatopoetischen stamm zurück, der mannigfaltigen bildungen besonders der älteren sprache zugrunde liegt, möglicherweise in berührung mit anderen stämmen, s. Falk-Torp a. a. o., mhd. wb. 3, 155 f. und s. v. vertuschen teil 12, 1, 2, sp. 2015.
tuschen erscheintnach vereinzeltem auftreten in der bedeutung 'sich still halten, verbergen' (resthaft i. schweiz. u. der sprachinsel Lusern bezeugt, s. Stalder 1, 329 u. Bacher 411, vielleicht auch als erstarrter imperativ in der interjektion tusch erhalten) — im späten mhd. und frühen nhd. transitiviert ('jem. bzw. etw. zur ruhe bringen, unterdrücken') in verschiedener anwendung und lebt in neuerer sprache besonders mundartlich fort, vgl. auch DWB tuschung 2. die mundarten zeigen mannigfaltige formen, mit anlautender lenis, mit umlaut und evtl. entrundung des stammvokals oder auch verschärfung des sch zu ss oder st (vgl. die frühnhd. formen u. s. auch s. v. vertuschen), wobei gelegentliche doppelformen als träger verschiedener bedeutungen entstehen (z. b. tuschen 'stillschweigen', tüschen 'zum schweigen bringen' bei Groth im schlesw.-holst.; duschen 'heimlich löschen', düsten 'besänftigen' im schwäb.): tuschen, tüschen, töschen, tüssen, tüsten Mensing schlesw.-holst. 5, 207; Schütze holst. 3, 290; tüssen Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 451; tussen, tüssen Böning Oldenburg 120; tüssen Woeste westfäl. 276; tussen Fulda prov. wb. (nds.) 560; tüschen Mi mecklenb.-vorpomm. 95; tuschen, tüschen Müller Reuter-lex. 141; tuschen Dähnert plattdt. (pomm.) 499; Frischbier pr. 2, 416; Danneil altmärk. 229; Müller-Fraureuth obers. 1, 269; Waldbrühl rhingscher klaaf 214; tüsche Hönig Köln 183; tüschen Leithäuser Barmen 161; tuschen, tüschen Elberfelder ma. 166; dyšən Leihener Cronenberg 26; dische Autenrieth pfälz. 33; dischen, düschen, döschen Kehrein Nassau 112; Schmidt Westerwald 273; duschen Birlinger Augsburg 129; duschen, düsten Fischer schwäb. 2, 514; tüschen Martin-Lienhart elsäss. 2, 724; touschen (an frz. schreibung angelehnt) Schmitz Eifel 232; tuschen bad. wb. 1, 617; Meisinger Rappenau 218; Schmeller bair. 1, 629; Bayerns ma. 1, 239; Loritza Wien 135; Schöpf tirol. 778; Bacher Lusern 411; düschen Stalder schweiz. 1, 329; vgl. auch pfälz. tstern Klein prov. wb. 2, 201.
1) zur ruhe bringen, stillen, unterdrücken, s. auch teil 4, 1, 3, sp. 4611 s. v. getuscht 1.

[Bd. 22, Sp. 1924]



a) '(jem.) zum schweigen bringen'; mit verschiedenem beisinn, 'beruhigen, beschwichtigen' (vgl. DWB tuscheln 1 c):

wil jtzt nicht sagen, wie die giern,
so die mgd auff den armen fhrn,
sie tuschen, gengeln, das sie schweigen,
sagen und singen nach der reign,
was sie wissen, hilfft aber wenig
A. Pape Jonas rhythmicus (1605) N 8b;

hatte dannenhero genug mit den weibern zu tüschen, dasz sie nicht durch ihr unverständig lamentieren dem grimmigen feind unsern schlupfwinkel verraten möchten W. Meinhold bernsteinhexe (1909) 21; so noch in moderner mundart: dat kind was so upgerêgd un schrêfde so, dat' hêl nêt wër to tüssen was ... Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 451; (ähnlich von Mensing, Böning, Woeste, Mi, Müller, Fulda, Frischbier, Danneil, Müller-Fraureuth, Hönig, Leithäuser, Leihener, Autenrieth, Martin-Lienhart, Schmitz, Fischer, Klein sowie im bad. wb. u. im wb. der Elberfelder ma. bezeugt); gelegentlich auch 'unterdrücken, am weiterreden hindern': eigentlich ist das ihre (anrede) schuld, weil sie mich verruchterweise in der letzten versammlung tuschten, da Pertz etwas herknotterte, was ich nicht verstand (14. 11. 1846) Gervinus in: briefw. zw. J. u. W. Grimm, Dahlmann u. Gervinus 2, 291 Ippel; ein saal nahm uns auf, in dem die feierliche stille nur durch gedämpftes flüstern unterbrochen und jedes unschuldige helle kinderstimmchen, das sich erhob, gleich wieder zur ruhe getuscht wurde H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 313; he lett sik ni tüschen bei Mensing a. a. o.; mit dem beisinn des besänftigens und versöhnens:

ich bringe dich zur tante hin nach Breslau,
...
die tuscht den vater
Immermann w. 14, 235 Hempel;

auch: hot n kətušt 'er hat ihm die meinung gesagt' Meisinger Rappenau 218.
gelegentlich reflexiv gebraucht: tüsch dich schweig still, comprime te Maaler teutsch spraach (1561) 411c; ähnlich: tüsse dî man Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 451; ebda auch: de storm tüst (beruhigt) sük; absolut, ohne ausdrückliches personalobjekt 'beschwichtigend zum schweigen auffordern':

schnell tuschte mit winkendem haupte
die mutter: still! das väterchen hält
noch mittagsschlummer im lehnstuhl
Voss s. ged. (1802) 288;

'stille, stille!' tuschte der hofmeister, 'das ist ja — polizei' W. H. Riehl Eisele u. Beisele (1848) 81; die kinder tuschten und flüsterten: 'Hans! Hans!' Gutzkow ges. w. 3 (1879) 192.
b) in abstrakter anwendung auch 'aufruhr, erregung u. dergl. stillen'.
α) (physische bzw. psychische zustände) beruhigen, dämpfen:

er und die mir durh den anger wuoten
den ist sô gar getützet al ir üppikeit
Neidhart lieder 61, 9 Haupt-Wieszner;

desgleichen sollen auch thun (sich zur ader lassen) doch messiglich, die hitziger complection, damit jr wallents geblt, getschet vnd erfrischt werde Joach. Struppius notwendiger vnderricht (1564) D 7b; und ich fing an die temperantiam zu tuschen Zinzendorf tageb. in: zs. f. brüdergesch. 4, 65; jetzt ... da mein blut getischt ist und meine fibern wieder in gleichmäszigen schwingungen vibriren Kosegarten rhapsodien 2 (1794) 58;

wollte mich die muhme trösten,
tuschte meinen zorn geschwind,
rief ...
Immermann w. 15, 139 Hempel.


β) (aufrührerisches, aufgeregtes lärmen u. ä.) stillen, zur ruhe bringen, (ihm) einhalt gebieten: und wer' es, das fure uszginge oder sich andere rumore in der stad mechte, so sollen sie ... die thorne und porten getrulich behuden und verwaren helffen und davon nit kommen, die sache

[Bd. 22, Sp. 1925]


si dan getustet und hingelacht (beigelegt) (15. jh.) Frankfurter amtsurk. 206 Bücher; diese uffwegung und rumor hetten die Francken und Sachsen ... kein wissens bisz soliches gestilt und gedust ward J. Schenck ein schone cronica (1522) 49; ehe dann der sommer halb herumb sei, werde alle der lermen unnd aufflauff gar gestillet und getuscht sein Joh. Fuglinus de praestigiis daemonum (1586) 24 r; tschen, stillen eine aufruhr sedare, comprimere seditionem Dentzler clavis (1697) 2, 292b; es gab eine scene (zwischen sohn und vater), welche, zwar wieder getuscht und ausgeglichen, doch meine reise nach dem schönen Elsasz beschleunigte Göthe I 27, 229 W.; auch im sinne von 'unterdrücken, niederhalten': es ist aber für war not, das man ein vnbetrügliche regel im vszlegen der schrifft ... habe ..., damit getüschet werde die vnbedachtsamkeit der speltigen vnd ketzer M. Bucer bericht (1524) M 4b; die gegenwart des amtmannes und seine anstalten tuschten einen auflauf Göthe I 19, 191 W. so noch in heutiger mundart: met gure wort do hott se's (streit) dische kenne Kehrein Nassau 112; ein geschrey, unsittliches wesen, raufhändel tüschen Schmidt Westerwald 273.
c) mit sachobjekt, 'etwas nicht offenbar werden lassen, verschweigen, verheimlichen, verbergen'; in neuerer sprache ist dafür vertuschen eingetreten (vgl. 2tuscher u. tuschung [2]):

eyermser, kachelmutzen,
der endarf man da niht tutzen (14. jh.)
König vom Odenwalde 2, 110 Schröder;

duschen, verduschen abscondere, surripere Henisch teutsche spr. (1616) 779; ein ding tüschen ... vertüschen Dentzler clavis (1716) 292b; von der andern seite sind die mathematiker, welche ungeheure vortheile haben der natur zu leibe zu gehen, auch oft in dem falle das interessanteste zu tuschen Göthe IV 13, 77 W.;

denn die jäger, jung und alt,
sei's im hause, sei's im wald,
wollt' ichs tuschend euch verschweigen,
erd' und himmel würden zeugen,
sind verliebter passion
W. Bornemann humorist. jagdged. (1855) 272;

in moderner mundart: de sake is nêt mër to tüssen (verschweigen) Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 451; ebenso von Mensing, Dähnert, Waldbrühl, Schöpf, Loritza, sowie in: Bayerns maa. bezeugt; s. auch bei Birlinger, Fischer und Schmeller, die für tuschen die bedeutung (2) 'heimlich löschen' verzeichnen. gelegentlich absolut gebraucht: ich hoffe die historie wird doch nicht schon in ganz Salzburg bekannt seyn? ich bitte den papa recht inständigst zu tuschen so lange es möglich ist (1777) Mozart br. 1, 97 Schiedermair; ist die sache doch jetzt zu stark, selbst für den kanzler, der sonst so gut zu tuschen und zu vertuschen versteht (2. 6. 1820) Görres ges. schr. 7 (1858) 161.
2) in konkreter (an die bedeutung 1 anschlieszender) anwendung auch feuer tuschen 'eindämmen, löschen': dardurch diszmal das fewer ein wenig geduscht (1625) P. Haarer beschr. d. bauernkriegs 32 ndr.; das feuer tuschen het vuur dooven Kramer-Moerbeek dt.-holl. (1768) 349c; gelegentlich auch mundartlich bezeugt: das feuer ist getüscht Schmidt Westerwald 273, s. ferner bei Kehrein, Birlinger, Fischer u. Schmeller. bildlich: die frauen suchten vergebens, das feuer (des zwistes) zu tüschen Göthe I 26, 70 W.;

es nährt drum insgeheim den fast getuschten brand ebda I 16, 24.


 
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tuschen, vb. , 'schlagen, stoszen'; mundartlich verbreitetes wort wohl onomatopoetischen ursprungs (vgl. auch Kluge-Götzes annahme eines lautmalenden mhd. tuz 'stosz' etym. wb. [151951] 830 s. v. verdutzt); entlehnung aus frz. toucher (s. Seiler d. entw. d. dt. kultur i. spiegel d. dt. lehnworts 3, 1 [1910] 179) oder poln. tuzowac 'schlagen, prügeln' (< tuz 'as', pl. tuzy 'schläge, hiebe', vor der diphthongierung aus dt. daus entlehnt, s. Brückner slown. et. jez. polsk. [1927] 585) ist wenig wahrscheinlich. — tuschen bleibt im wesentlichen auf obd. sprachgebiet beschränkt (vgl. aber die

[Bd. 22, Sp. 1926]


thür. iterativbildung tuscheln 'ausprügeln' Keller 46 u. obers. tusche 'prügel' Albrecht Leipzig 225 u. Klix Oberlaus. sprichw. 108, s. auch s. v. 2tusche), bezeugt v. bad. wb. 1, 616 f.; Fischer schwäb. 2, 514 (ebda auch tüschen); Schmeller bair. 1, 628; Knothe Nordböhmen 197; Loritza Wien 135; Schöpf tirol. 778; Unger-Khull steir. 185; Lexer kärnt. 79. daneben finden sich sinnverwandte bildungen wie d(ü)tschen, tütschen, d(ü)tzen (s. bad. wb. 1, 619 f.; Fischer schwäb. 519 u. 521; Stalder schweiz. 332 f.; Jutz d. alem. maa. [1931] 185; Enderlin ma. v. Kesswil 107; Meinherz ma. d. Bündner herrsch. 127, sowie teil 2, sp. 1773 u. ebda 1760 unten s. v. dusen), die wohl zum teil durch berührung mit form- und bedeutungsähnlichen wörtern wie das im obd. geläufige d(ä)tschen teil 2, sp. 825, das auch als tatschen ebda 11, 1, 2, sp. 160, titschen ebda sp. 270 (1) u. totschen ebda sp. 914 auftritt, entstanden sind, s. auch unter vertuschen teil 12, 1, 2, sp. 2016.
1) im eig. sinne; spätmhd. vereinzelt in der komposition ze(r)-tuschen:

des wâren im zetuschet
vreislîchen alliu siniu lit gesamtabent. 3, 67 v. d. Hagen;

dann nur mundartlich nachweisbar, s. insbesondere bei Schmeller u. Fischer sowie im bad. wb., s. auch teil 12, 1, 2, sp. 2020 s. v. vertuschen (13).
2) auf die akustische wirkung des schlagens bezogen 'stoszartig dröhnen, knallen, krachen'; in verschiedener anwendung (s. auch die belege bei Schmeller sowie s. v. 3tuscher und tuschglocke):

schlgen als woltens (d. bauern) dreschen;
...
da zwen, da drei,
si gaben ainander bleschen (schläge),
das tuschet als das blei
Heselloher (15. jh.) in: volksl. 2, 658 Uhland;

das tuschen ich leicht hören khundt,
als wan man stockh (baumstümpfe) thett schlagen (1720) volksschausp. i. Bayern u. Österr. 136 Hartmann-Abele;

da hat der geist erschröcklich getuscht beschr. d. Marian. gnadenbildes auf Waldrast (1738) 164;

î tanz und gib nöt nch
bîs i die knoschpen (holzschuh) zu tuschen brâv (brauchbar) mach volksl. a. Bayern, Tirol u. Salzburg 1, 9 Hartmann-Abele;

rinnent mir meine augen,
wann i ausgeh' in wald,
aft schiesz i all's zusammen,
dasz alles tuscht und knallt volksschausp. a. Obersteiermark 231 Bünker;

welche (hütbuben) bereits wochenlang an den abenden übungen im 'tuschn mit dr goiszl' (schnalzen mit der langen peitsche; vgl. patschen-tusch schnall mit der geisel Schmeller bair. 1, 628) anstellen Schramek d. Böhmerwaldbauer (1915) 153. insbesondere auch für das stoszartige dröhnen der schlaginstrumente, vgl. DWB schlagen teil 9, sp. 410f. (V 9):

iaz tuat ǎ truppen frisch gloria singǎ~,
trummeln und pauken tuscht, bàld jecht's mehr still volksl. a. Bayern, Tirol u. Salzburg 1, 148 Hartmann-Abele;

hieraus dann unter rückwirkung des postverbalen substantivs 1 tusch (s. dort): tuschen 'einen tusch spielen' Stauf v. d. March nordmähr. maa. 94.
 
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tüschen, vb., 'nässen', wohl zu schweiz. tüsch, m., 'leichter, dünner regen' Stalder 1 (1812) 329 zu stellen (vgl. auch bad. tusch, m., 'regengusz' bad. wb. 1, 616 u. wiener. tuschen 'schlagen, plätschern' Loritza [1847] 135); vereinzelt bei Fr. H. Jacobi: zu dieser süszen tagesdämmerung nun allmählich dämmerung der nacht — und tüschender schauer w. 5 (1820) 257.
 
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tuscher, m., nomen agentis zu 1tuschen, vereinzelt lexikalisch gebucht: tuscher, tuschirer toccatore, ritoccatore, ... dipintore à chiar' oscuro, à guazzo Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b; er ist kein mahler, er ist nur ein tuscher he is no painter, he is but a dawber Ludwig teutsch-engl. (1716) 2042.

[Bd. 22, Sp. 1927]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tuscher, m., nomen agentis zu 2tuschen, vereinzelt bei Ludwig: tuscher oder vertuscher ... 'an arch concealer' teutsch-engl. (1716) 2042.
 
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tuscher, m., schlag, (büchsen-)knall, im obd. geläufige bildung zu 3tuschen, (s. Schmeller bair. 1, 629; Lexer kärnt. 79 u. Unger-Khull steir. 185):

wiar i zon krippi kâm,
mach i an burzelbâm,
dâr i de krippithür
ei~g'rennt häd schier.
...
koa~ wunna wâ's g'wên, wann s'mi g'jgt häden scho~,
weil's so ǎn grouszmachtingǎ tuscha hat to~ volksschausp. i. Bayern u. Österr. 168 Hartmann-Abele.


 
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tuschfarbe, f. , kompositum mit 1tuschen, gelegentlich statt des üblicheren 1tusche (s. dort) gebraucht.
a) wie tusche A 1 (zu 1tuschen A 1 b und 2): tuschfarbe, tusche colore, sguazzo à toccare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164b; er verstand seine zeichnungen mit tuschfarben so schön und lieblich auszumalen Ch. v. Schmid ges. schr. (1858) 3, 147; tuschfarben werden die durch anreiben von den verschiedensten farbkörpern mit ... gummischleim ... hergestellten wasserfarben genannt Karmarsch-Heeren techn. wb. 9 (1888) 742.
b) wie tusche A 2 (zu 1tuschen A 1 a): tuschfarbe ... schieferschwarz Mothes ill. baulex. 4 (1884) 385, s. auch unter tuschmanier.
 
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tuschfigürchen, n., mit tusche gemalte zierfigur: auszer diesen schon etwas gröszeren gestalten ... sind (in dem stammbuch) noch eine menge von eingeschriebenen sentenzen, verse usw., bunte kleinere embleme, tuschfigürchen usw. beigemalt Hoffmann findlinge 1 (1859) 353. —
 
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tuschfläche, f., 'malfläche': die tuschfläche ist sehr sensibel (4. 6. 1852) A. v. Menzel br. 157 Wolff.
 
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tuschfritze, m., gelegentlich gebrauchter spottname für ' maler': sie sind ja auch amateur, photographierfex, der den tuschfritzen das teure geld nicht gönnt Kahlenberg familie Barchwitz (1899) 182.
 
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tuschglocke, f., zu 3tuschen (2) gebildet (im obd. vereinzelt auch tuschschelle, s. Schöpf tirol. 778). — (stoszartig) dröhnende glocke: nicht wenige der heimkehrenden rinder tragen schellen oder 'tuschglocken' Fr. Franzisci kulturstudien (1879) 59.

 

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