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turteltaube bis turteltaubenton (Bd. 22, Sp. 1907 bis 1911)
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[Bd. 22, Sp. 1907]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turteltaube, f. , columba turtur, aus dem lautmalenden lat. turtur mit dissimilation des r zu l entlehnt (vgl. DWB turtel), der deutsche gattungsname ist verdeutlichend hinzugetreten; ahd. turtulatvba (10. jh.) gl. 3, 15, 19 St.-S.; turtultuba Williram s. u. 2 a u. b; daneben findet sich turtilituba Tatian 7, 3 und tyrtiltvba (11./12. jh.) gl. 3, 464, 30 St.-S., wohl in anschlusz an ahd. bildungen auf -il-(în), s. Suolahti d. dt. vogelnamen 217 u. Gröger d. ahd. u. as. kompositionsfuge 25 f.; mhd. turtel-, türteltûbe (die umlautform setzt sich jedoch im sprachgebrauch nicht durch) mhd. wb. 3, 125; Lexer 2, 1588; frühnhd. turteltaube (14./15. jh.) gl. 3, 22, 30 St.-S.; erste dt. bibel 3, 86 Kurr.; gelegentlich, in weiterer umgestaltung des ersten gliedes: thurtl-, trittel- (mit r-umsprung und entrundung des ü), dorttel- (mit lenis u. offener qualität des stammvokals, s. teil 2, sp. 641 [3], teil 11, 2, sp. 1f., v. Bahder grundl. d. nhd. lautsyst. [1890] 281, Franke grundz. d. schriftspr. Luthers 1 [1913] 183 u. 235 und V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 [1951] 166); z. t. mit verschiebung des inlautenden dentals: dortzel-, dorkel-, s. u. DWB turtel, sowie bei Jelinek 730 s. v. türkeltaube; vereinzelt auch wieder an die lat. form angeglichen: turter- (alle formen bei) Diefenbach gl. 603 s. v. turtur; die form gurtel-tawb ebda wird z. t. auf weitere dissimilation (Suolahti a. a. o. u. Behaghel gesch. d. dt. spr. 368), z. t. auf onomatopoetische umgestaltung (nach gurren und dem taubenruf gur gur, s. zs. f. dt. wortforschg. 11, 176; s. auch teil 4, 1, 6, 1187 s. v. gürteltaube) zurückgeführt.ähnlich verläuft die entwicklung in den übrigen germ. dialekten: mnd. tortelduve Lübben-Walther hwb. 411; mndl. torteldûve Verwijs-Verdam 8, 601; ndl. tortelduif van der Meer hist. gr. d. ndl. spr. 1 (1927) 40, 95 u. 125; me. turteldouf(e) Stratmann 624; engl. turtledove Murray 10, 1, 509; aus dem dt. entlehnt sind dän. turteldue Falk-Torp 1300, schwed. turturduva Hellquist 3 1247 und nisl. turtildúfa Blöndal 872. — in heutiger mundart: turteldufe Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 449; tuəteldûwe Woeste westfäl. 275; tüttelduuf (mit assimilation des r) Mensing schlesw.-holst. 5, 213; tuddelduben (mit eindringen des n der sw. flexion in den nom.) Frederking Hahlen b. Minden 32; turtel- (dordl)taube (dauwe, dube) bad. wb. 1, 616; tuachtltau(b) Schacherl Böhmerwald 48; durtel-, durkeldauf (s. o.) Follmann lothr. 113; torkeltauba Sartorius Würzburg 126; turteltube Martin-Lienhart elsäss. 2, 718; turteltaube Fischer schwäb. 2, 513 u. 6, 2, 1794; turteltub Hunziker Aargau 66; tortəltūbə Enderlin ma. v. Kesswil 36; s. auch die hist. belege bei Schmeller 1, 621 u. vgl. die luxemb. umdeutung zu ûrteldauf 'urteilstaube' luxemb. ma. 452. — turteltaube (bzw. ahd. turtulatuba) kommt im anschlusz an vulgatastellen (bes. Luc. 2, 24) sowie sachlich geordnete glossare des lat. auf, das ältere simplex (s. turtel) zurückdrängend; neben den konkreten gebrauch tritt früh, bes. an das hohe lied anschlieszend, ein metaphorischer; über die mit turteltaube verknüpften volkstümlichen vorstellungen s. Schneeweis in: hwb. d. dt. aberglaubens 8 (1936/37) 694ff. und Erich-Beitl wb. d. dt. volkskde. (1936) 724.
1) als vogelname (columba turtur): thaz sie gabin obphar ... zua gimachun (gleiche) turtilitubun (ut darent hostiam ... par turturum) Tatian 7, 3 Sievers (vgl. die fassung in der ersten dt. bibel: das sy geben ein opffer ... ein bar turteltauben 1, 205 Kurr., sowie bei Luther: das sie geben das opffer ... ein par dorteltauben Luc. 2, 24);

bis daz die künigîn Marîa einen brief schreip,
den fuort ein turteltoub gemeit (um 1160) Orendel 3647 Berger;

dy turtyltube und dy swalbe und der storch haben (als zugvögel) bewart di zit irer zukumft Claus Cranc prophetenübers. 92 Ziesemer (so auch sprichwörtlich bei Seb. Franck [Nürnb. 1545] A I 99a und Petri d. Teutschen weiszh. [1605] T 2a);

der nuszhaer, wachtel vnd specht,
die turteltaub vnd gumpels gschlecht
Spangenberg ausgew. dicht. 14 Martin;

[Bd. 22, Sp. 1908]


(zum kleinen weidwerk werden gerechnet) wasserhüner ... wasserschnepfen, griesläufer, turteltauben Heppe aufricht. lehrprinz (1751) 166;

vor wenig menschen-altern
war hier noch alles kahl
...
der turteltaube fehlte
ihr zweig zum brüten gar
Hebbel w. 6, 399 Werner;

wildtauben ...: die grosze und kräftige ringeltaube (columba palumbus), die sich unter tags gern auf feldern herumtreibt und nur zur mittags- und nachtruhe den wäldern zustreicht, während die ihr an grösze nahestehende hohltaube (c. oenas), sowie die kleine zierliche turteltaube (c. turtur) sich nur im walde aufhalten Wimmer gesch. d. dt. bodens (1905) 346; ihr (der nachtigallen) silbernes schluchzen (im garten des kasinos) schien sich dem gurren der turteltauben zu mischen Langgässer d. unauslöschliche siegel (1946) 212. im älteren sprachgebrauch gelegentlich auch als wappen- (bzw. zierbild)— bezeichnung:

des grâles wâpen, ein turteltûbe
Wolfram v. Eschenbach Parzival 540, 27;

sitiche und galander (ringlerche),
sparwære und turteltûben,
die genâten ûf der hûben,
die wurden gestreut ûf den wec
Wernher der Gartenaere meier Helmbrecht 1887 Panzer;

vgl. aus dem frühen nhd.:

dasselb (pokal) am ranfft zu berst klar
vier grosse ohren hett mit wunder
auff jedem schwebeten besunder
von klarem gold zwo turteltauben
Spreng Ilias (1610) 150b.


2) metaphorisch in verschiedener anwendung.
a) im poetischen bild; die turteltaube (im april wiederkehrender zugvogel) erscheint als künder des frühlings; dieser gebrauch geht vom hohen lied aus, auf den neuen religiösen frühling bezogen: turteltûbon stimma ist uernoman in unsermo lante. in omnem terram ist kuman praedicatio apostolorum, dîe iro auditores lêrent castitatem et innocentiam unte nidificare in excelsis Williram 14 Seemüller; aber nu ist die zeyt widder komen, das wir der dordel tauben stym hren und die blumen auffgehen ynn unserm land Luther 12, 77 W.;

nun lst die turtel-taub
sich hren auff dem laub;
es grnt meins geistes anger
und geht mit blumen schwanger;
ich bin nu voller freud
ob der genaden-zeit
Angelus Silesius heil. seelenlust 256 ndr.;

die blumen sprosseten; die turteltaube girrte; der lenz einer neuen gesetzgebung, ... die zeit des Messias war da Herder 19, 24 S.; der lenz ist gekommen, und der turteltaube stimme hört ihr im lande Göthe I 37, 303 W. (d. hohelied Salomons). freier, als stilistisches element der frühlingsschilderung in kirchenliedern sowie in der lyrik überhaupt:

der winter ist vergangen,
die blumen wachsen schon,
die turteltaub vorhanden
die reben blen vol (16. jh.) d. dt. kirchenlied 3, 500 Wackernagel;

schon steht der wald im laube
und badet sich im tau,
und gottes turteltaube
girrt auf der blumenau
Krummacher in: ev. liederschatz 951a Knapp;

hört! die turteltaube
girrt aus jener laube
dir ein frühlingslied
Schubart s. ged. (1825) 1, 186.


b) im vergleich, wobei vor allem reinheit, keuschheit, sanftmut, treue undbesonders in neuerer zeitzärtlichkeit der turteltaube als mustergültige eigenschaften hervorgehoben werden (s. darüber Schneeweis in: hwb. d. dt. abergl. 8, 693 ff. s. v. taube, sowie Brehm tierl. 5, 422 P.-L.; zur geschichte der turteltaubensymbolik vgl. ferner Burdach in: ackermann aus Böhmen 185 ff. Bernt [anm. zu cap. 3];

[Bd. 22, Sp. 1909]


über den einflusz des mittelalterlichen 'physiologus', dem vor allem die vorstellung der witwentreue der turteltaube entstammt, s. Lauchert gesch. d. physiologus [1889] 26): dîne hûffelon (wangen) sint samo turtultûbon Williram 16 Seemüller;

dû bist âne gallen
glîch der turtiltûben,
sancta Maria Melker Marienlied in: kl. dt. ged. d. 11./12. jhs. 175 Waag,

über die gallenlosigkeit als im mittelalter verbreitete physiologische erklärung der sanftmut der turteltaube s. Schneeweis a. a. o.;

(gott spricht zu den witwen:)
ir waret turteltuben glich:
einvaltec, senfte, minneclich (13. jh.) von dem jungesten tage 77 Willoughby;

man mag wol geleichen zwar
die tugent der cheusche gar
der turteltauben, als man gicht
H. Vintler d. pluemen d. tugent 5936 Zingerle (vgl. j. Titurel 257 u. 1776 Hahn);

sie sitzt in einsamkeit bey ihres gattens raube (tod)
und seufzt und weint und girrt nach art der turtel-taube
Günther ged. (1746) 817;

das alte bild der einsam weinenden turtelwitwe bewahrt Schlegel-Tiecks übersetzung von Shakespeares 'wintermärchen' der gegenwart:

ich alte turteltaube
schwing' mich auf einen dürren ast, und weine
um meinen gatten, der nie wieder kommt,
bis ich gestorben bin
(I, an old turtle,
will wing me to some wither'd bough, and there
my mate, that's never to be found again,
lament till I am lost) Shakespeare 8 (1832) 178 (wintermärch. V 3);

so lebten sie in eintracht manches jahr
zusammen, keusch und treu, wie fromme turteltauben
Wieland s. w. 22 (1796) 269;

mit zähneklappern habe ich von liebe girren müssen, wie eine turteltaube Raupach dram. w. kom. gattg. (1829) 2, 112; wenn man einunddreiszig jahre verheirathet ist, treibt man's nicht mehr wie die turteltauben E. Höfer auf deutscher erde 2 (1860) 77. gelegentlich taucht auch die aus dem 'physiologus' (s. Lauchert a. a. o.) bzw. der bibel rührende vorstellung der einsamkeit suchenden turteltaube im vergleich auf:

mach es, wie die turteltaube,
fleuch vor angst und sturm und wetter aufs gebürge Golgatha
Günther ged. (1746) 844;

sie ist wie eine dorttel-taube,
die in dem walde sich versteckt
Simon Dach ged. 3, 69 Ziesemer;

die arme frau (die fürstin Salm) ist so gar einsam! über ihren träumereien brütend wie Salomos 'turteltaube in der wildnis'! (2. 1. 1844) A. v. Droste-Hülshoff br. 2, 254 Schulte-K.
c) übertragen, in verschiedener, an die eigenschaften der turteltaube (s. o. 2 b) anknüpfender anwendung.
α) religiös:

du (Maria) bist ein reiniu türteltube
sunder gallen
Konrad v. Würzburg d. goldene schmiede 570 Schröder (s. auch u. 2 b);

reine miltiu Maria
...
du turteltube, du gotes kron schausp. d. mittelalters 1, 248 Mone;

ein geistlich mensch ist die turteltub, eyn weltlich mensch ist eyn husztub Keisersberg bilgerschaft (1512) 10a; ekelt uns zwar bey dem geilen girren jener mystischer turteltauben (nonnen), so wird man deswegen doch nicht weniger sanft entzücket Zimmermann über die einsamkeit 2 (1784) 170; es waren dies (die geistlichen lieder eines sektierers) kleinere sammlungen, die ... unter dem süsztraurigen titel 'das gesäng der einsamen und verlassenen turtel-taube, nemlich der christlichen kirche' zusammengefaszt wurden Th. Mann Faustus (1948) 105. als symbol der seele: got ist das nest, in dem die turtel taub, die sel, findet gantze r Keisersberg baum der seligkeit (1518)

[Bd. 22, Sp. 1910]


37d; die turteltaube deutet an die arme, in dieser thierischen eigenschaft gefangene seele Jac. Böhme s. w. 5, 301 Schiebler;

was ächzest du, o seele, turteltaube
des himmels? warum sehnest du dich hinnen
Arndt w. 4, 36 R.-M.


β) in allgemeinem sprachgebrauch; als kosename für die geliebte: ir habt mir meiner selden haft, mein auserwelte turteltauben arglistiglichen entfremdet ackermann aus Böhmen 7 Bernt-Burdach;

mein liebstes mdgen, meine turteltaube
Neukirch in: Hoffmannswaldau u. a. Dt. ged. (1697) 1, 358 Neukirch;

wo bist du, meine turteltaube? ders., ged. (1744) 52;

meine arme turteltaube, hat dir die Ida (Freiligrath) so wehe getan? (als sie taktlose fragen wegen der verlobung stellte) (30. 3. 1843) L. Schücking an L. v. Gall 265 Muschler; für zärtliche liebesleute:

lasst den jungen turteltauben ihre freiheit
Heinr. Beck d. herz behält s. rechte (1788) 105;

was glaubst du, nach Italien sind sie gefahren, die turteltauben, nach Rom und Neapel und Sizilien (auf d. hochzeitsreise) qu. v. j. 1936. vereinzelt auch sonst: durch ihn sind einige in dem hause lwen und ausser demselben nur haasen: ... in der kirche und auf der gasse die reiniste turteltauben, anderswo aber die bckigste ziegen Lindenborn Diogenes (1742) 1, 586.
3) komposita: zusammensetzungen mit turteltaube als erstem glied sind seit dem frühnhd. durchaus geläufig; in neuerem sprachgebrauch überwiegt die komposition mit turteltaube 2 b bzw. c: turteltaubenblut, n. , vereinzelt in medizin. fachsprache des frühnhd. (vgl. DWB taubenblut teil 11, 1, 1, sp. 170; z. sachgesch. s. Schneeweis in: hwb. d. dt. abergl. 8, 698): das aug sol man offt mit warmem wasser behen, darinn gersten vnd camillen gesotten seyen, als bald die augenglieder mit tauben, turteltauben oder rebhunblut bestreichen Wirsung artzneybuch (1584) 67 A; sobald der kranck sich wider auffricht, so gib jm iij oder iiij tropffen turteltaubenblut, in einem kleinen trncklin weins zertriben Gäbelkover artzneybuch (1595) 1, 29, s. auch Sebiz feldbau (1580) 118. — -fang, m. , wie taubenfang teil 11, 1, 1, sp. 171: der wilde- und turteltauben-, rebhhner- und wachtel-fang whret noch diesen monat durch, hernach verstreichen tauben und wachteln bald allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 616. — -flügel, m. : so muss man von stund an blut auss einem ... turteltaubenflügel inn das (von einem streich getroffene) aug tropffen lassen (vgl. DWB turteltaubenblut) Sebiz feldbau (1579) 74. bildlich (vgl. DWB taubenflügel teil 11, 1, 1, sp. 170):

armut hat türtel-tauben-flügel;
deut: weil man ir kurtz lest den zügel,
so bleybt sie doch in diesem allen
gleich tauben-art an bitter gallen,
...
bleibt still, demütig, schlecht und sitsam
Hans Sachs 3, 228 Keller.

-hals, m. : ein vngewisse vnnd vnamhaffte farb ... gleich wie jr am turteltaubenhals vnd raupen sehen Fischart Gargantua 180 ndr., ebenso bei G. Regis Rabelais 1 (1832) 29;

an trümmer von den felsen,
blasz, wie ein todter, hingelehnt,
stöhnt er, wie wenn aus turteltaubenhälsen
ein schmachtend girren stöhnt
C. F. D. Schubart ges. schr. 6 (1839) 25.

-idylle, f. , 'liebesidyll' (zu turteltaube 2 b. c): weil wir uns nirgends hin frei entfalten können, ... suchen wir all das heil unsers daseins in einer turteltauben-idylle B. Auerbach romane 2 (1871) 252. — -leben, n. , 'leben der liebe und zärtlichkeit' (zu turteltaube 2 b. c): und mit dieser frau soll er ein liebes- und turteltaubenleben geführt haben! Fontane ges. w. (1920) II 5, 154. — -liebe, f. , 'auszergewöhnlich zärtliche liebe': 'liebes männchen!' und 'mein süszes, kleines frauchen!' gott sei dank, darüber ist man

[Bd. 22, Sp. 1911]


doch in unseren tagen hinaus, über diese art von turteltaubenliebe Wilh. v. Polenz Grabenhäger 2 (1898) 56. — — -mist, m. : turteltaubenmist benimpt die flecken inn den augen (s. u.turteltauben-blut) Sebiz feldbau (1579) 118. — -paar, n. , 'tauber und täubin':

(Maria) bracht' ihr arm geschenk
ein turteltaubenpaar (mit bezug auf Luk. 2, 24)
Herder 29, 479 S.;

und im wipfel dieser kirchhoflinde
nist' ein turteltaubenpaar!
Hölty ged. 61 Halm;

viele jäger glauben, dass der gatte eines turteltaubenpaares aus kummer zu grunde gehe, wenn ihm sein ehegespons geraubt wird Brehm tierl. (1890) 5, 422 P.-L.; bildlich, im vergleich: beide thaten zärtlicher mit einander als jemals, sie nannte ihn: englischer mann, er sie aber: mein mäuschen, und dabei herzten und küszten sie sich wie ein turteltaubenpaar E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 319 Grisebach; wenn man, wie ihr, jahrelang ein wahres turteltaubenpaar gewesen ist E. Höfer auf deutscher erde 2 (1860) 77. — -seufzen, n. , 'klagendes seufzen wie von einerden gattentod beklagendenturteltaube (s. u. 2 b)': niemand truckt jhm mit tieffgesuchten turteltaubenseufftzen die augen zu Fischart Gargantua 100 ndr., vgl. aus neuerem sprachgebrauch turteltaubenseufzer bei Gervinus gesch. d. dt. dichtg. 3 (1853) 338. — -strich, m. , abzug der turteltaube in wärmere gegenden (s. u.turteltaubenfang): im august gehet der ... turteltaubenstrich an allg. haushalt.-lex. (1749) 3, 616. — -ton, m. , 'zärtlicher klang': der klang seiner stimme, der turteltaubenton seines lachens Auerbach landhaus a. Rhein (1869) 1, 248; bildlich: seliger mensch, dem ein frühling des lebens gegönnt ward, der darin den turteltaubenton der zärtlichkeit aushören durfte! Immermann w. 9, 66 Hempel.

 

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