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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turnwesen bis türrig (Bd. 22, Sp. 1901 bis 1902)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turnwesen, n., das turnen in der gesamtheit seiner übungszweige, einrichtungen, materiellen und geistigen grundlagen: die seele des turnwesens ist das volksleben (7. 11. 1815) Fr. L. Jahn br. 64 Meyer; darf ich noch einen wunsch äuszern, so ist es der: dasz ich wünsche jenen aufsatz über das turnwesen einzusehen (31. 3. 1818) Göthe IV 29, 119 W.; die verjagten aus Teutschland haben das turnwesen unter sie (die Züricher) gebracht (3. 7. 1820) Görres ges. schr. 7 (1858) 185; der ausschusz der Berliner turngaue hat bei den städtischen behörden beantragt, eine der neuen Berliner straszen zur erinnerung an den langjährigen verdienten leiter des städtischen turnwesens Angersteinstrasze zu nennen tägl. rundsch. (1906) 468; als terminus der fachliteratur: monatsschrift für das turnwesen jg. 6 (Berlin 1887) Euler-Eckler; handbuch des gesamten turnwesens Gasch (21928) titel.
 
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turnzeitung, f., zeitung des turnwesens: turn-zeitung (1846) titel in: Fr. L. Jahn w. 2, 2, 914 Euler; F. Voigt deutsche turnzeitung (1874) titel; über die verschiedenen universitäts-carcer plaudert dr. Otto Knörk in der 'akademischen turnzeitung' Nord-Ostseezeitg. (1900) 57; die 'nord-amerikanische turnzeitung' glaubt diese gefahr (für dt. sprache und gesittung) weit wegweisen zu können tägl. rundsch. (1905) 295. —
 
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turnzeug, n. 1) turngerät, s. auch die belege bei Zeidler d. dt. turnspr. bis 1819 (1942) 115 sowie unter turngerät: das notwendigste turnzeug für achtzig turner: springel ..., springstangen, 1 springgraben, recke ..., barren ... Fr. L. Jahn d. dt. turnkunst (1816) in: w. 2, 1, 113 Euler; die grösze des turnplatzes richtet sich nach der anzahl der turnenden und des turnzeuges, das man für sie braucht Maszmann d. öffentl. turnanstalt zu München (1838) 37; im burghof ist eine schieszstätte aufgeschlagen und allerlei turnzeug für die freiwillige feuerwehr von Rattenberg Steub drei sommer i. Tirol (1895) 1, 95. 2) turnkleidung: sodann trat eine turnerschaar aus den burschen zusammen und turnte, ... fast alle in turnzeug Maszmann burschenfest auf d. Wartburg (1819) 21; drndsǖg turnbekleidung bad. wb. 1, 614.

[Bd. 22, Sp. 1902]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turolt, thurold, mit abschwächung der endsilbe auch turrelt, m., caseus, formadius, meta; über magy. turó (schon aus dem 14. jh. belegt und noch vor der landnahme der Ungarn aus dem turko-tatarischen entlehnt, s. Z. Gombocz d. bulgar.-türk. lehnw. i. d. ungar. spr. [1912] 133 u. ö. und Barczi magyar szofejtö szótár [1941]) auf tat. turak (dschagat. torak) 'geronnene milch, käse' zurückgehend, woraus auch sinnverwandtes quark über slav. tvarog entstanden ist, s. Miklosich etym. wb. d. slav. spr. 366 sowie Lokotsch etym. wb. d. europ. wörter oriental. urspr. 164; weiterer zusammenhang mit gr. τρός 'käse' und aw. tūiri 'käsig gewordene milch' ist kaum zu erweisen, s. Walde-Pokorny 1, 710 f.; Boisacq 992; Grimm gesch. d. dt. spr. 2, 1005; zfda. 7, 469 und Lidén, Kuhns zeitschr. 61, 9. — ins dt. entlehnt, erscheint das wortmit l-suffix und epithetischem t, möglicherweise die phonetische umschreibung oder volksetymologische deutung der fremdlautenden endung, s. auch Wilmanns dt. gr. 2, 269 (§ 210, 2) — vor allem in siebenbürgischen urkunden; es findet sich jedoch auch in vokabularien des 15. u. 16. jhs.: formadius turolt vel zyger ('molkenkäse', s. zieger teil 15, sp. 930) voc. (1474) 185a bei Lexer 2, 1586; ebenso bei Diefenbach (voc. rer. 15. jh.): formadius twarek, twrolt gl. 243a; item pro caseo turrelt flor. 1 asp. 12 (Törzburger castellansrechng. 1504) qu. z. gesch. d. st. Kronstadt 1, 88 u. ö. (s. d. stellenang. im reg. 768); meta, caseus ad formam mete factus ein thurold Trochus voc. (1517) Q 1b.
 
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türpel, m., türschwelle, s. teil 2, sp. 1301 s. v. dorpel, sowie bei K. v. Bahder z. wortwahl i. d. frühnhd. schriftspr. (1925) 71 anm.
 
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türpel, m., tölpel, s. teil 2, sp. 1301 s. v. dörpel.
 
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tur(r), interj., lautmalendes klangwort, in verschiedener anwendung:

turr! da flog die ganze schaar
Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 2, 276;

als geräuschbezeichnung für eine langsam-schleppende bewegung von Mensing schlesw.-holst. 5, 184 bezeugt, vgl. 3turren; auch wiedergabe des taubenrufes, s. u. 1turren.
 
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turren, vb., zu der lautmalenden bezeichnung des taubenrufes tur tur (s. zs. f. dt. wortforschg. 11, 176 u. Brehm tierl. 5, 422 P.-L.) gebildet; vereinzelt neben dem üblicheren gurren und turteln (s. dort): turren 'tortorare, gemire come la tortorella' Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1164a, ebda auch turtelen u. girren; turren, turteln 'kirren, korren als de duiven, treuren' Kramer-Moerbeek 2 (1768) 349c; vereinzelt mundartlich bezeugt: turren gurren Mensing schlesw.-holst. 5, 184; für Mecklenburg von Wossidlo mecklenb. volksüberlief. 2, 1 (1899) 44 verzeichnet: kurren, gurren, girren, turren, turken.
 
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turren, türren, vb., 'wagen, sich erkühnen', s. DWB durren teil 2, sp. 1743 u. V. Moser frühnhd. gr. 1, 3 (1951) 150.
 
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turren, vb., nd. für 'ziehen, schleifen, langsam fliegen', s. teil 16, 5, sp. 677 s. v. zurren.
 
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türrig, adj., marcidus, s. dürrig(keit) teil 2, sp. 1745.

 

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