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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turniersfähig bis turniervogt (Bd. 22, Sp. 1893 bis 1894)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turniersfähig, adj., wie turnierfähig (s. dort): er (briefadel) wurde ... nicht gleich hochgeachtet, wenn er nicht ... in der gesellschaft ... der ... turniersfhigen sich befand Haller restauration d. staatswiss. (1816) 3, 302. —
 
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turniersgenosse, m., wie turniergenosse (s. dort):

wie höflich, adelich und grosz
bey ritter oder thurniers gnosz
H. Sachs 1, 467 lit. ver.;

es soll auch in solcher zeit an den orten vber keinen thurniersgenossen anders, dann thurniers recht gehalten werden Moscherosch gesichte (1650) 2, 372; item soll kein edelmann, thurniersgenoss, ritter oder edelknecht 'kein guldin oder silberin stck' tragen Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 442; auch Schottel bucht die form mit fugen-s: thurniersgenosz haubtspr. (1663) 415. vereinzelt adjektiviert (s. DWB genosse teil 4, 1, 2, sp. 3474f.): ein ieder gefurster bischoff tutzet den thurnerszgnoszen edelman H. Geszler new practicirt rethoric u. brieff formul. (1498) a 4a. —
 
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turniershelm, m., wie turnierhelm (s. dort):

er (Fuchssteiner) tut auch sein sigel gar hoflich ziren
mit turnirshelm mit roten schnüren
Liliencron volksl. 163, 650.


 
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turniershof, m., wie turnierhof (s. dort): das ich aber anfang dis turnirshof zu ende bring, da waren so vill fürstn und herrn, auch von der ritterschaft, das der platz zu eng Wilwolt v. Schaumburg 51 lit. ver.; da die Franken nach dem turnirshof wider heimb ziehen wolten, versambleten si sich mit ein ebda 50. —
 
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turniersordnung, f., wie turnierordnung (s. dort): welcher vom adel geporn im reich widder alte priuilegien ... neuwerung in herrschaften

[Bd. 22, Sp. 1894]


wider landtsbrauch auffsetzen wolt ..., der sol nach rechter thurniersordnung vnd freyheit wie vorberrt gestrafft werden Seb. Franck Germ. chron. (1538) 88; welcher vom adel gebohren ... ist, der im reich newerung vnd beschwerung machen wolte, ... der soll nach rechter thurniers ordnung vnd freyheit in offenem thurnier ... gestrafft werden Moscherosch gesichte 2 (1666) 375.
 
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turnierspiel, n., mndl. tornierspiel (daneben tornooyspel, ndl. tornooispel); schwed. tornerspel, dän. turnerspil. — ritterliches kampfspiel, vgl. stechspiel teil 10, 2, 1, sp. 1284: hat ... das thurnierspil in teutschen landen ... aufbracht Stumpf Schweizer chron. (1606) 72b; junge cavaliers mssen zu den turnier-spielen, die an grosser herrn hfen von langen zeiten an, bisz auf die ietzigen gebruchlich gewesen, praeparirt werden H. v. Fleming vollk. teutscher soldat (1726) 24; zu den hauptunterhaltungen gehört ... das turnierspiel zu pferd Ritter erdkde (1822) 17, 1406. ironisch: stall-auszmisten aber (war) sein adeliche kurtzweil und turnierspiel Grimmelshausen Simpl. 11 Scholte; vereinzelt auch auf die wettspiele der Griechen bezogen: die olimpischen thurnier spil Hier. Boner Herodotus (1535) 116b.
 
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turniersrosz, n., wie turnierrosz (s. dort): da aber der margraf hinweg kam, setzt er sich wider uf sein turnirsross (1507) Wilwolt v. Schaumburg 54 lit. ver.
 
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turnierstück, n., wie turniergesetz (s. dort):

es waren gsetzt zwölff thurnier-stück
H. Sachs 2, 344 lit. ver.;

das 5. thurnierstück setzet hertzog Conrad zu Francken ... das 6. gesetzt von den vier thurnier vögten Moscherosch gesichte (1650) 2, 367. —
 
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turniertag, m., tag des ritterlichen kampfspiels (vgl. mndl. tornooydach Verwijs-Verdam 8, 591 u. engl. tourney-day Murray 10, 1, 192): Salvius Otto ... (tat) diesen wunsch ..., dasz er so seelig werden möchte, an diesem groszen turniertag etwas an seinem leibe zu tragen, so von Octavia gemacht wre A. U. v. Braunschweig Octavia 2 (1678) 69; die sitte beschränkte sie (die plänkeleien) meist auf den nachmittag vor dem eigentlichen turniertag A. Schultz höf. leben 2 (1880) 112.
 
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turnierung, f., tornatura, bellitripa, hastiludium; mnd. tornering voc. ex quo (15. jh.) bei Diefenbach gl. 588b s. v. tornamentum; mndl. tornieringe Verwijs-Verdam 8, 591; schwed. tornering, dän. turnering. nomen actionis zu turnieren (A 2); in verschiedener glossierung lexikalisch bezeugt (vgl. das zu turneien gebildete frühnhd. torneyunge Diefenbach gl. 588c; ders., nov. gl. 367b und engl. tourneying Murray 10, 1, 192): tornatura turnierung voc. (15. jh., md.) bei Diefenbach gl. 588c; bellitripa thurnierung voc. theut. (Nürnberg 1482) ebda 71a; hastiludium durnerunge dict. lat.-germ. (15. jh., md.) ebda 273b; torneamento, giostra turnierung Hulsius dict. (1618) 2, 416a; vereinzelt auch literarisch nachweisbar: diser mrli-dichter gibt ein anfang diser turnierungen zu keiser Heinrichs ziten Tschudi chron. Helvet. (1734) 1, 158.
 
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turniervogt, m., arbiter, designator certaminis (Frischlin nomencl. [1591] 479):

setzten erstlich vier thurnier-vögt
H. Sachs 2, 344 lit. ver.;

so ist aber zu wissen, das in den alten turnieren ein ieder turniervogt ein besonderen persevanten (von persuivant 'gehilfe der herolde') und ernholden (herold) gehapt Zimm. chron. 21, 18 Barack; da auch ... die gebhrliche thurnier-vgte den kmpfern die sonn auszzutheilen, und derselben waffen zu besichtigen, sich an der stell befunden J. Helwig Ormund (1666) 215; nach dem (turnier) soll sich ein jeder, der gethurnieret hat, zu seinem thurnier vogt, vnder den er geordnet ist, fgen, von dem soll er seinen thurnierbrieff empfahen Moscherosch gesichte 2 (1666) 381; ihr seyd nicht ritterbürtig ... eure namen wird der turniervogt ausstreichen Kotzebue s. dramat. w.

[Bd. 22, Sp. 1895]


(1827) 3, 105; s. auch unter 2turnen. —

 

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