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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turnierplatz bis turniersgenosse (Bd. 22, Sp. 1892 bis 1893)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turnierplatz, m., wie rennplatz und stechplatz. s. teil 8, sp. 814 und 10, 2, 1, sp. 1282: turnierplatz decursorium, curriculum Maaler teutsch spraach (1561) 411d; da ... liesz der knig einen lustigen vnd hbschen platz rumen vnnd den thurnierplatz zurichten buch d. liebe (1587) 30c; wer die gräfin von Brabant nicht für die schönste dame ihrer zeitgenossenschaft erkenne ..., solle sich in den schranken des turnierplatzes einfinden Musäus volksmärchen 3, 43 Hempel; inzwischen verharrte die jungfrau ... in der mitte des turnierplatzes G. Keller ges. w. (1889) 7, 371; dann auch 'tummelplatz, schauplatz': allein das zimmer, worein uns der lose pfleger mit allem fleisz logiert hat, ware fast unertrglich, massen es die gantze nacht hindurch ein turnier-platz aller teuffelsgespenster gewesen Abr. a s. Clara Judas 4 (1695) 176; da Deutschland sonst immer der turnierplatz und fechtboden auswärtiger krieger ... gewesen Jean Paul w. 45/47, 279 Hempel. auch sonst in metaphorischer anwendung:

der lippen par, so ich umschliesse,
sind der thurnier-platz und die schranken
Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 315.


 
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turnierrennen, n., ritterliches kampfspiel, bei dem die turniergegner zum lanzenstechen gegeneinander reiten, vgl. DWB rennen teil 8, sp. 809 u. ringelrennen ebda, sp. 999: (es waren) ritterliche turnier-, quintan- unnd ringel-rennen Fr. Spee güld. tugendb. (1649) 282; dieses alles ungeachtet,

[Bd. 22, Sp. 1893]


unterscheide ich unter dem turnier- und ringrennen v. Stosch trauer-rede (1674) 303; das darauff ausgeschriebene turnier- und ring-rennen zohe so eine grosse menge der auslndischen ritter an den kniglichen hof nach Palermo, dasz fast dessen weiter umpfang vor der menge der ankommenden wolte zu enge werden Bohse Amor auf reisen (1710) 2, 53. —
 
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turnierrichter, m., giudice della giostra (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): herberge, in welcher der alte graf von Orlamünde als erwählter turnierrichter sasz Freytag ges. w. 10 (1887) 93. —
 
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turnierring, m., wie stechring, s. teil 10, 2, 1, sp. 1282: turnir- ò renn-ring annello da giostra ò da corso Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 357c; 'turnierplatz': in den erfolgen des turnierrings Freytag ges. w. 18 (1888) 36. —
 
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turnierrosz, n., wie turnierpferd, s. dort sowie unter turniersrosz: turnier rosz cheual de tournoy, caual di giostia Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-ital. (1616) 332b; aber auch wenn er sich in sicherem besitz des hofes und der turnierrosse dachte mitten unter seinen dienstmannen Freytag ges. w. 10 (1887) 290. —
 
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turnierrüstung, f., armadure, arme, arnesi ... ornamenti, abbigliamenti da giostra ò torneo (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): freund, habt ihr eine turnierrüstung, die mir gerecht ist Babo schausp. (1793) 95; da waren es in erster linie jene prachtvollen beiden turnierrüstungen, in denen Hohenzollernfürsten in die schranken geritten sind tägl. rundschau (1908) 287b. —
 
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turniersattel, m., sellone da giostrare ò da giostra (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 428b): darnach rissen sie ihn aus seinem turniersattel Freytag ges. w. 18 (1888) 400; vgl. DWB stechsattel teil 10, 2, 1, sp. 1283. —
 
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turnierschranke, f., barriere, steccato à giostrare (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): (das zeitalter,) wo man sich in turnierschranken herumstach und aus den steigbügeln hob Matthisson schr. (1825) 5, 100; waren auf groszer wiese die starken pfähle der turnierschranken errichtet Freytag ges. w. 10 (1887) 92. —
 
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turnierschwert, n., im turnier (A) gebräuchliche hiebwaffe:

kein spitzig noch schmal turnier-schwert
H. Sachs 2, 345 lit. ver.;

im turnier ... bediente man sich ... spitz zulaufender turnierschwerter Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 238; die knappen legten ihren rittern das turnierschwert ohne spitze in die hand Freytag ges. w. 18 (1888) 29.
 
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turniersfähig, adj., wie turnierfähig (s. dort): er (briefadel) wurde ... nicht gleich hochgeachtet, wenn er nicht ... in der gesellschaft ... der ... turniersfhigen sich befand Haller restauration d. staatswiss. (1816) 3, 302. —
 
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turniersgenosse, m., wie turniergenosse (s. dort):

wie höflich, adelich und grosz
bey ritter oder thurniers gnosz
H. Sachs 1, 467 lit. ver.;

es soll auch in solcher zeit an den orten vber keinen thurniersgenossen anders, dann thurniers recht gehalten werden Moscherosch gesichte (1650) 2, 372; item soll kein edelmann, thurniersgenoss, ritter oder edelknecht 'kein guldin oder silberin stck' tragen Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 442; auch Schottel bucht die form mit fugen-s: thurniersgenosz haubtspr. (1663) 415. vereinzelt adjektiviert (s. DWB genosse teil 4, 1, 2, sp. 3474f.): ein ieder gefurster bischoff tutzet den thurnerszgnoszen edelman H. Geszler new practicirt rethoric u. brieff formul. (1498) a 4a. —

 

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