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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turnierpferd bis turniersfähig (Bd. 22, Sp. 1892 bis 1893)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turnierpferd, n., wie stechpferd, s. teil 10, 2, 1, sp. 1282 u. vgl. DWB turnierhengst, -rosz: werden darzu eben so herrlich ... gehalten als die besten ... thurnirpferd inn der fürsten hfe Sebiz feldbau (1579) 480; turnierpferdt vn coureur, cheval de tournoy, equus decursorius Widerhold dict. (1669) 345a, ähnlich: Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1163c; schon (wollte er sich) wieder entfernen ..., als er ... mit erstaunen bemerkte, dasz der ritter, welcher dort auf einem schwarz behangenen turnierpferde ... die reihe ... schlieszt, verschwunden war Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 1, 296. —
 
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turnierplatz, m., wie rennplatz und stechplatz. s. teil 8, sp. 814 und 10, 2, 1, sp. 1282: turnierplatz decursorium, curriculum Maaler teutsch spraach (1561) 411d; da ... liesz der knig einen lustigen vnd hbschen platz rumen vnnd den thurnierplatz zurichten buch d. liebe (1587) 30c; wer die gräfin von Brabant nicht für die schönste dame ihrer zeitgenossenschaft erkenne ..., solle sich in den schranken des turnierplatzes einfinden Musäus volksmärchen 3, 43 Hempel; inzwischen verharrte die jungfrau ... in der mitte des turnierplatzes G. Keller ges. w. (1889) 7, 371; dann auch 'tummelplatz, schauplatz': allein das zimmer, worein uns der lose pfleger mit allem fleisz logiert hat, ware fast unertrglich, massen es die gantze nacht hindurch ein turnier-platz aller teuffelsgespenster gewesen Abr. a s. Clara Judas 4 (1695) 176; da Deutschland sonst immer der turnierplatz und fechtboden auswärtiger krieger ... gewesen Jean Paul w. 45/47, 279 Hempel. auch sonst in metaphorischer anwendung:

der lippen par, so ich umschliesse,
sind der thurnier-platz und die schranken
Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 315.


 
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turnierrennen, n., ritterliches kampfspiel, bei dem die turniergegner zum lanzenstechen gegeneinander reiten, vgl. DWB rennen teil 8, sp. 809 u. ringelrennen ebda, sp. 999: (es waren) ritterliche turnier-, quintan- unnd ringel-rennen Fr. Spee güld. tugendb. (1649) 282; dieses alles ungeachtet,

[Bd. 22, Sp. 1893]


unterscheide ich unter dem turnier- und ringrennen v. Stosch trauer-rede (1674) 303; das darauff ausgeschriebene turnier- und ring-rennen zohe so eine grosse menge der auslndischen ritter an den kniglichen hof nach Palermo, dasz fast dessen weiter umpfang vor der menge der ankommenden wolte zu enge werden Bohse Amor auf reisen (1710) 2, 53. —
 
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turnierrichter, m., giudice della giostra (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): herberge, in welcher der alte graf von Orlamünde als erwählter turnierrichter sasz Freytag ges. w. 10 (1887) 93. —
 
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turnierring, m., wie stechring, s. teil 10, 2, 1, sp. 1282: turnir- ò renn-ring annello da giostra ò da corso Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 357c; 'turnierplatz': in den erfolgen des turnierrings Freytag ges. w. 18 (1888) 36. —
 
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turnierrosz, n., wie turnierpferd, s. dort sowie unter turniersrosz: turnier rosz cheual de tournoy, caual di giostia Hulsius-Ravellus teutsch-frz.-ital. (1616) 332b; aber auch wenn er sich in sicherem besitz des hofes und der turnierrosse dachte mitten unter seinen dienstmannen Freytag ges. w. 10 (1887) 290. —
 
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turnierrüstung, f., armadure, arme, arnesi ... ornamenti, abbigliamenti da giostra ò torneo (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): freund, habt ihr eine turnierrüstung, die mir gerecht ist Babo schausp. (1793) 95; da waren es in erster linie jene prachtvollen beiden turnierrüstungen, in denen Hohenzollernfürsten in die schranken geritten sind tägl. rundschau (1908) 287b. —
 
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turniersattel, m., sellone da giostrare ò da giostra (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 428b): darnach rissen sie ihn aus seinem turniersattel Freytag ges. w. 18 (1888) 400; vgl. DWB stechsattel teil 10, 2, 1, sp. 1283. —
 
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turnierschranke, f., barriere, steccato à giostrare (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): (das zeitalter,) wo man sich in turnierschranken herumstach und aus den steigbügeln hob Matthisson schr. (1825) 5, 100; waren auf groszer wiese die starken pfähle der turnierschranken errichtet Freytag ges. w. 10 (1887) 92. —
 
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turnierschwert, n., im turnier (A) gebräuchliche hiebwaffe:

kein spitzig noch schmal turnier-schwert
H. Sachs 2, 345 lit. ver.;

im turnier ... bediente man sich ... spitz zulaufender turnierschwerter Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 238; die knappen legten ihren rittern das turnierschwert ohne spitze in die hand Freytag ges. w. 18 (1888) 29.
 
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turniersfähig, adj., wie turnierfähig (s. dort): er (briefadel) wurde ... nicht gleich hochgeachtet, wenn er nicht ... in der gesellschaft ... der ... turniersfhigen sich befand Haller restauration d. staatswiss. (1816) 3, 302. —

 

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