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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turnierkolben bis turnierring (Bd. 22, Sp. 1891 bis 1893)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turnierkolben, m., stumpfe im turnier verwendete hiebwaffe: gesum ein turnir kolb (15. jh., obd.) bei Diefenbach nov. gl. 192a;

der thurnier kolb, sein dick und leng
H. Sachs 2, 345 lit. ver.;

er (der turnierer) soll sich auch keiner andern wehr gebrauchen, dann seines thurnierkolbens vnd schwerds Moscherosch gesichte 2 (1666) 381; im turnier ... bediente man sich ... stumpfer waffen, als: turnierkolben Vieth encycl. d. leibesüb. (1793) 1, 238. —
 
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turnierkragen, m., heraldischer terminus, s. auch unter turnierhelm u. vgl. ndl. tornooikraag: nachfragen was die bilder eigendlich bedeuten sollen, damit es nicht gehe, wie mit dem turnier-kragen ... welchen einige vor eine banck, die Niederlnder vor einen rchen ansehen Schumacher wapen-kunst (1694) 52; turnirkragen, frantz. lambel, lat. lemniscus, wird ... nur als ein beyzeichen, die jüngern von den ältern linien einer familie zu unterscheiden, in den wapen gebraucht Trier wapenkunst (1714) 171; das haupt des schildes ... trägt einen rothen turnierkragen von vier lätzen Göthe I 43, 145 W.; turnierkragen wird gewöhnlich als beizeichen jüngerer linien angewandt und dann meistens im schildhaupt oder auf den schultern von thieren angebracht, ... kommt aber auch ... als gemeines wappenbild vor Gritzner herald. terminologie (1890) 26. —
 
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turnierlanze, f., wie stechlanze, s. teil 10, 2, 1, sp. 1280 u. vgl. dän. turnerlanse, schwed. tornerlans: turnir-lantze lancia à giostrare Kramer teutsch-ital. 2

[Bd. 22, Sp. 1892]


(1702) 1163c; die turnierlanze musz an der kurzen spitze ein quereisen gehabt haben, wodurch das tiefe eindringen verhindert wurde Freytag ges. w. 18 (1888) 19.
 
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turnierlich, adj., vereinzelt lexikalisch bezeugt: tornabilis turnierlich, var. turneyerlich (1482, Nürnberg) bei Diefenbach gl. 588b.
 
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turniermäszig, adj., capace ò leggitimato di comparire, e d'entrar' in torneo (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): so hat man doch damahls erst anlasz genommen selbige vor adeliche kennzeichen derer turniermäszigen geschlechter und familien zu halten Schumacher wapenkunst (1694) 2; ich, der ich ein turniermäsziger und stiftsfähiger edelmann bin J. G. Müller kom. romane 1 (21786) 182; Jacob Püterich von Reicherzhausen ... stammte, gleichfalls nach seiner angabe, aus einem turniermäszigen bairischen geschlechte Uhland schr. z. gesch. d. dichtung u. sage (1865) 2, 252; dann auch 'gesellschaftsfähig, ebenbürtig', vgl. turnierfähig: noch weniger die aus ungleichen ehen erzeugte kinder fr turnier- und stiffts-mszig gehalten worden Thomasius ernsth. ged. u. erinn. (1720) 2, 122; und spielte so gut als der beste seines gleichen, ja als ob er schon in seiner neuen dignité (als baron und kavalier) turnier- und stifft-mszig wre Dippel aufr. protestant (1733) 41; ich versteh den herrn: er ist also ... so ein litterarischer patrizier, der unterm gelehrten adel nicht turniermäszig ist Musäus physiogn. reisen (1778) 2, 181; vereinzelt im sinne von 'turniergemäsz', vgl. die ähnliche verwendung von turnierfähig sowie des mhd. turneisch: ein fünf oder sechs in kostbarkeit gekleideter und turniermäszig gewaffneter ritter traten ein C. F. Meyer der heilige (1891) 173. —
 
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turnierordnung, f., wie turniergesetz, s. auch unter turniersordnung: turnirordnung ordini, leggi, ordinanze per la giostra Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1163c; Albrecht ... verschlossen sie die schranken als einem, der wider turnierordnung mit einer jungfrau in unzucht lebe Zschokke s. ausgew. schr. (1824) 32, 188. —
 
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turnierpferd, n., wie stechpferd, s. teil 10, 2, 1, sp. 1282 u. vgl. DWB turnierhengst, -rosz: werden darzu eben so herrlich ... gehalten als die besten ... thurnirpferd inn der fürsten hfe Sebiz feldbau (1579) 480; turnierpferdt vn coureur, cheval de tournoy, equus decursorius Widerhold dict. (1669) 345a, ähnlich: Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1163c; schon (wollte er sich) wieder entfernen ..., als er ... mit erstaunen bemerkte, dasz der ritter, welcher dort auf einem schwarz behangenen turnierpferde ... die reihe ... schlieszt, verschwunden war Pückler briefw. u. tageb. (1873) 2, 1, 296. —
 
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turnierplatz, m., wie rennplatz und stechplatz. s. teil 8, sp. 814 und 10, 2, 1, sp. 1282: turnierplatz decursorium, curriculum Maaler teutsch spraach (1561) 411d; da ... liesz der knig einen lustigen vnd hbschen platz rumen vnnd den thurnierplatz zurichten buch d. liebe (1587) 30c; wer die gräfin von Brabant nicht für die schönste dame ihrer zeitgenossenschaft erkenne ..., solle sich in den schranken des turnierplatzes einfinden Musäus volksmärchen 3, 43 Hempel; inzwischen verharrte die jungfrau ... in der mitte des turnierplatzes G. Keller ges. w. (1889) 7, 371; dann auch 'tummelplatz, schauplatz': allein das zimmer, worein uns der lose pfleger mit allem fleisz logiert hat, ware fast unertrglich, massen es die gantze nacht hindurch ein turnier-platz aller teuffelsgespenster gewesen Abr. a s. Clara Judas 4 (1695) 176; da Deutschland sonst immer der turnierplatz und fechtboden auswärtiger krieger ... gewesen Jean Paul w. 45/47, 279 Hempel. auch sonst in metaphorischer anwendung:

der lippen par, so ich umschliesse,
sind der thurnier-platz und die schranken
Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 315.


 
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turnierrennen, n., ritterliches kampfspiel, bei dem die turniergegner zum lanzenstechen gegeneinander reiten, vgl. DWB rennen teil 8, sp. 809 u. ringelrennen ebda, sp. 999: (es waren) ritterliche turnier-, quintan- unnd ringel-rennen Fr. Spee güld. tugendb. (1649) 282; dieses alles ungeachtet,

[Bd. 22, Sp. 1893]


unterscheide ich unter dem turnier- und ringrennen v. Stosch trauer-rede (1674) 303; das darauff ausgeschriebene turnier- und ring-rennen zohe so eine grosse menge der auslndischen ritter an den kniglichen hof nach Palermo, dasz fast dessen weiter umpfang vor der menge der ankommenden wolte zu enge werden Bohse Amor auf reisen (1710) 2, 53. —
 
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turnierrichter, m., giudice della giostra (Kramer teutsch-ital. 2 [1702] 1163c): herberge, in welcher der alte graf von Orlamünde als erwählter turnierrichter sasz Freytag ges. w. 10 (1887) 93. —
 
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turnierring, m., wie stechring, s. teil 10, 2, 1, sp. 1282: turnir- ò renn-ring annello da giostra ò da corso Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 357c; 'turnierplatz': in den erfolgen des turnierrings Freytag ges. w. 18 (1888) 36. —

 

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