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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
turkeltaube bis türkengeschrei (Bd. 22, Sp. 1856 bis 1857)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) turkeltaube, f., s. DWB turteltaube, f.
 
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türkenalmanach, m.: türken-allmanach von Matth. Rohlfs auf das 1771. jahr Christi, worin beygefügt von den kriegen der Türken (buchtitel); J. H. Voss krit. blätter (1828) 2, 90; vgl. unten türkenkalender; -büchlein. —
 
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türkenbirne, f., sommer-apothekerbirne schweiz. id. 4, 1498; die bergamotbirne, in Tirol u. a. türkenbir genannt anz. f. dt. altert. 24, 340. —
 
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türkenblau, n., sanft röthlich schimmerndes blau Mothes ill. baulex. (1881) 4, 381: der mantel, der von der linken schulter abfällt, ist türkenblau Welcker alte denkm. (1849) 4, 24; vgl. türkischblau, türkisblau. —
 
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türkenblut, n.:

türkenblut ist zu vergieszen,
schont nicht der ungläubigen
Göthe I 3, 214 W.

übertragen: türcken-blut, n., sangue turco, met. vin negro, vernaccia Kramer t.-ital. 2 (1702) 1163a; ein dunckelrother wein Ludwig t.-engl. (1716) 2041. ursprünglich klammerform nach dem muster von ölblatt, weiszbäcker usw. aus türkentraubenblut: vinum atrum dicker roter wein, türcken-traubenblut Pomey (1720) 266; nach der herkunft (wie türkenkorn; -birne usw.): feierte das ereignis durch die erzeugung jener weitbekannten mischung aus porter und sekt, die man im kasino aus unbekannten gründen türkenblut nannte Stratz dienst 37. — arzneimittel: resina draconis. sanguis hirci G. Arends volkstüml. namen d. arzneimittel (1948) 236.
 
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türkenbruder, m.: umme veler der lozen bouen (buben) willen, turkenbroder gheheten efte ok sijk segghen to wesende turkenbroder unde nee uppe de reyse (den türkenzug, türkenkrieg) quemen, de hijr amme lande lopen unde schedelijk mochten wesen deme kopmanne uppe der straten etc. (1464) Lübecker urk.-buch 10, 529; item 20 schog den turgkennbrudern gegeben (um 1475) denkwürd. d. rathsm. Spittendorf 125 Opel.
 
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türkenbüchlein, n., name kirchlich-reformatorischer volksschriften: new türckenbüchlin, dergleichen vor diser zeit nie getruckt worden ... durch Simon Wolder, Pommern ... 1558 bei K. Goedeke grundrisz 22, 283. s. auch türkenkalender.
 
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türkenbund, m. , dasselbe wie türkenhut (s. d.), verdeutschung für den charakteristischen türkischen turban; vgl. türkischer bund, unter türkisch 3 b α, sp. 1867.
1) eigentlich: zwei Albanesen, wildfremde kerle mit türkenbunden Vischer altes u. neues (1881) 3, 310. als beteuerung: potz himmelblau und türkenbund J. Gotthelf ges. schr. (1856) 10, 205.
2) die eindrucksvoll-fremdartige form der türkischen kopfbedeckung hat zahlreiche übertragungen veranlaszt.

[Bd. 22, Sp. 1857]



a) volkstümlicher name für zwei heimische pflanzen, ihrer auffälligen form wegen.
α) eine lilienart, lilium martagon, goldwurzzwiebel; türkenbund für das freundliche lilium martagon: die wirklich auffallende ähnlichkeit der blumenkrone mit einem türkischen bunde, d. h. turban hat ihn (den namen) erzeugt Franz Söhns unsere pflanzen (1899) 62; türkenbund die blumenkrone gleicht einem türkischen bunde d. i. dem um den kopf gebundenen tuche, turban Prahn pflanzenn. (1909) 149; verzeichnet bei Holl pflanzennamen (1833) 227a; Fechner volksth. pflanzenn. (1871) 7; Schlechtendal flora v. Deutschl. (1880) 3, 79; G. Arends volkstüml. namen d. arzneimittel (1948) 236; zur volkskundlichen bedeutung vgl. hdwb. d. dt. aberglaubens 8, 1209-12: die türkenbund-lilie an den cammerrath nebst einem brief gesendet (1817) Göthe III 6, 74; die ebenen ... mit den vortrefflichsten kräutern geziert: ... anemonen, hohe delphinen, türkenbund (lilium martagon) Ritter erdkde (1822) 2, 1077;

aus dem kelch des türkenbundes
kommt ein neger stolz gezogen;
licht auf seinem grünen turban
glüht des halbmonds goldner bogen
Freiligrath ges. dicht. (1877) 1, 43.


β) eine kürbisart: cucurbita melopepo L. ... türkenbund, turbankürbis Holl wb. dt. pflanzenn. 215a; Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 1260; Oken naturgesch. 3 (1839) 831; Metzger pflanzenkde (1841) 695; K. G. Anton gesch. d. teutschen landwirtsch. (1799) 1, 216; vgl. DWB türkenkopf 3.
b) eine schneckenart: turbo cidaris Oken naturgesch. 5 (1835) 441.
c) zuckergebäck in form eines turbans; weit verbreitet; synonym gugel-hopf, s. schweiz. id. 4, 1361: mein befinden ist heut vorzüglich: mittag schweinefl. mit hirse ... und dann eine mehlspeise: türkenbund oder so etwas von gebackenem teig (1890) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 532.
d) fachsprachliche sonderbedeutungen: türkenbund wird mit einer höchst übel gefundenen bezeichnung in älteren diplomen und wappenbeschreibungen der 'wulst' mitunter genannt Querfurth krit. wb. d. herald. termin. 160; türkenbund, türkischer bund eine kranzartige umflechtung eines gegenstandes mit tauwerk, wobei sich die einzelnen kardeele wie bei einem turban übereinanderlegen C. Eichler v. bug z. heck (1938) 439.
 
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türkengebet, n., gebet für die errettung aus der türkengefahr (s.türkenglocke); türcken-gebet, n., preghiera contro li turchi Kramer t.-ital. 2 (1702) 1163a: mon tut aug ale suntag ein turckengebett Paumgartner briefw. 177 lit. ver.; so man das ave Maria abendts und morgendts, deszgleichen das dürgenpett leutet (1532) stadtr. v. Überlingen 380 Geier; wann man zu mittagszeit das türkenbeth leuth, wenig mehr weder jung noch alt niderkneuend (1585) ebda 562; und in selbigen (buszstunden) noch das türckengebeth continuiret wird J. Thomasius aufzeichn. 627 Sachse; das regelmäszige türkengebet ist noch nicht gar lange verschwunden Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 1, 285; der alttestamentliche rachepsalmenton, der in so vielen türkengebeten ... die alleinherrschaft übt Cosack gesch. d. evang. ascet. lit. 184.
 
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türkengeld, n.: szo solt man dieweil vom turgkengelt ... nemen v. d. Planitz berichte 495 Wülcker; nichts dest weniger musz er (der arme mann) hilf, türkengelt, steur, scharwerk, guld, zins über masz, schankung, miet und gab geben Aventin s. w. 1, 214 bayr. akad.
 
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türkengeschrei, n., aufgebot zum türkenkrieg schweiz. id. 9, 1456: was oder wie vil zu ergangnem türkengeschrai bewilligt (16. jh.) Blarer br. u. akten 1, 346; das darauff erfolgte türckengeschrei Taurer buszruffer (1596) Q ab. —

 

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