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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tupé bis tüpfelig (Bd. 22, Sp. 1814 bis 1821)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tupé, m., f., n., nach oben gekämmte haarfrisur; vgl. DWB toppe teil 11, 1, 872 und toupet ebda 916. modewort aus dem 18. jh., frz. toupet 'haarschopf, tolle', auch 'frechheit', das seinerseits auf die dem hd. zopf zugrunde liegende germ. vorstufe top zurückgeht, s. Bloch-Wartburg dict. etym. (1950) 610: der putz half seine tupe mit klugen fingern thürmen Schwabe belust. (1741) 6, 251; besser stünde ein tuppee ihm zu gesicht Görres ges. br. (1858) 2, 325; tupee, n., toppè Jagemann ted.-ital. (1803) 1188; mundartl. noch im südwestdt. lebendig: tupe, m., zurückgekämmtes, in die höhe gestelltes stirnhaar Martin-Lienhart 2, 702; tupei, m., haarschopf wb. d. lux. ma. 445; tupi, m., haarschopf, in die höhe gestelltes stirnhaar Follmann Lothr. 112; 's duppè gekräuseltes stirnhaar Seiler Basel 91; vgl.: tupper, m., verwirrtes haar bad. wb. 600. in erweiterter bedeutung: tupe, n., scherzhaft für 'kopf' bad. wb. 1, 598; Martin-Lienhart a. a. o. übertragen auch 'eigensinnige laune, frechheit' u. dgl.: (die altdeutschen frauen erfaszten beim schwur den haarschopf), welchen gleichsam uufstrüszt, wer zur durchsetzung einer eigensinnigen laune 's duppee het Friedli Bärndütsch 6, 582; dreistes auftreten, unverfrorenheit Follmann a. a. o.; hochmut Martin-Lienhart a. a. o.
 
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tupf, m. , punctum, macula.
ahd. topho; mhd. topfe. verwandt mit dem synon. stupf (s. teil 10, 4, 552 u. tupfen sp. 1823), ahd. stopho, stupf, mit dem es auf eine gemeinsame idg. wurzel *(s)teu 'stoszen, schlagen' zurückgeht, vgl. Walde-Pokorny 2, 619. nahe steht nd. topp, s. teil 11, 1, 866; 817; ebda 2 a weitere hierher gehörige formen. ursprüngliche verwandtschaft mit tupfen besteht trotz Kluge 11635; Kluge-Götze 15814 nicht, wohl aber sekundäre annäherung. im nhd. hat sich der stammvokal an tupfen, vb., angeglichen; topf noch mundartl. bei Tobler Appenzell 141. umgelautete und entrundete formen: tüpff Blümml Leipz. liederhs. d. 17. jhs. 112; tipff Czepko geistl. schr. 279 Milch; tipf W. Scherffer ged. (1652) 549. der auslautende vokal ist obd.-md. noch erhalten: tupfe Fischer schwäb. 2, 472; Halter Hagenau 148; Hunziker Aargau 65; Seiler Basel 91; Hertel Thür. 249; dupfa Kuen oberschwäb. wb. 13; tuppa Sartorius Würzburg 128; die pluralendung der schwachen

[Bd. 22, Sp. 1815]


dekl. dringt bisweilen in den nom. sg., ohne sich jedoch durchzusetzen: tupfen Martin-Lienhart 2, 703; Frisch (1741) 395a; tuppen wb. d. Elberf. ma. 166; Leithäuser Barmen 161; Follmann Lothr. 112; bis ins 18. jh. schriftsprachlich auch dupff: S. v. Birken ostl. lorbeerhayn (1657) 330; Volkamer Nürnb. hesp. (1708) 49; Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913; Pomey (1720) 315. vereinzeltes femin. bezeugen Fischer schwäb. 2, 472; Seiler Basel 91; Hertel Thür. 249.
die aus dem ursprung des wortes herzuleitende grundbedeutung 'durch stosz, stich oder berührung überhaupt entstandener punkt' hat sich früh differenziert. in den ahd. Prudentiusglossen des 11. jhs. als glossierung zu lat. nota, punctum in den bedeutungen 'schriftzeichen, punkt, funken': tophun (Eulalia enumerante) notas ahd. gl. 2, 444, 26; 27; notas (vepribus inpositas) ebda 2, 438, 21; tophin, t(r)ophun punctis (stridulis sparsim per artus figitur) ebda 2, 428, 53; 476, 61 St.-S.; vgl. auch den beleg aus dem frühmhd. (s. u. 3). in neuerer zeit bezeichnet das wort vorwiegend den für das auge wahrnehmbaren fleck; der vorgang der berührung tritt deutlich nur in einem vereinzelten beleg des 16. jhs. hervor: damit die iungen verstendig ... werden, so will jch jnen den punckten als ein gemel mit eym tupff einer federn fürsetzen Dürer underweys. d. messung (1525) A 11a.
1) der einzelne, durch bestimmte lage ausgezeichnete punkt; 'geom. punkt, mittelpunkt, scheitelpunkt'; in dieser bedeutung schriftsprachlich nur bis in das 18. jh.: punctum, apex Weismann lex. bipart. (1698) 383a; centrum der mittelpunct oder dupff Pomey (1720) 315: es ist aber mit dem dreiyeck also beschaffen, dasz er aus einem eintzigen tipff seinen ursprung nihmt, welcher sich in 2 andere auswirfft, dasz zwar 3 tipff offenbar werden, aber alle drey ... dem eintzigen und ersten alle gleich sind und an sich selbst ein eintziger tipff verbleiben Czepko geistl. schr. 279 Milch; also verursachen die so vielerley zenith, oder scheitel-tupffe desz himmels, dasz hiesige körper, welche allhie schier einander berühren, dem himmlischen einflusz nach dennoch, auf viel meilen, von einander geschieden seien Francisci d. eröffn. lusthaus (1676) 1354; bildlich:

die scheibe warest du in angestellter wahl
nach welcher hat gezielt so vieler stimmen zahl.
auf dich, den mitteldupff, die striche traffen alle
Birken ostländ. lorbeerhayn (1657) 330;


mundartlich: er trifft alle tur de 'tupfe' (mittelpunkt der scheibe) Martin-Lienhart 2, 703. vereinzelt auch 'punkt über dem i', wofür sonst allgemein tüpfel (s. d.): tupfen ein punct, als einer insgemein über das i gemacht wird Frisch (1741) 2, 395a.
2) punkt, farbfleck, der durch künstliche färbung entstanden ist; vorwiegend pluralisch:
a) flüchtig und regellos hingeworfene flecken, die auf verschiedenartigem untergrund gemalt oder gezeichnet sind: mit den wenigen weiszen, wohlangebrachten strichen und tupfen auf dem roten grunde (die ein maler mit einem pinsel auf das tuch warf) G. Keller ges. w. (1889) 1, 109; eigene zeichner, deren aufgabe es ist, ... nach herzenslust blumen, sterne, ranken, tupfen und linien durcheinander zu werfen ebda 1, 225; Kulekule hatte gesicht und oberkörper mit orangeroten strichen und tupfen verziert v. d. Steinen Zentralbrasilien (1894) 86.
b) ohne die ausgesprochene vorstellung einer manuellen tätigkeit im sinne von 2 a; punkte des stickmusters, punktartiges muster von stoffen: strich-oderstrick-nahd, (i. e.) eine kunst ... mit weissen zwirn in ein gestrick entweder nach alter art nach dem so genannten dupff mit lauter vollen und wiefel oder nach der neuen mode nach dem risz ... der zeichnung nach ... umzulegen, zu vollen, zu wiefeln Amaranthes frauenz.-lex. (1715) 1913; die tupfen sind schön, rund und voll zu sticken Dillmont encycl. d. weibl. handarb. 53; es ist reizend hellblauer tüll mit eingestickten tupfen E. Georgy d. Berliner range (1900) 1, 185; die angewendeten farben (für den polynesischen rindenstoff) sind nur schwarz, weisz und rotbraun, die

[Bd. 22, Sp. 1816]


muster ebenso geradlinig, mit ausnahme der selten vorkommenden tupfen Ratzel völkerkunde (1885) 2, 173; grauweiszes gewand mit braunen tupfen Hiller v. Gärtringen Thera (1903) 2, 25; das gewöhnliche braune kleid mit den roten tupfen Rosegger wildlinge (1905) 359.
3) von der natürlichen färbung 'punkt, farbfleck, sprenkel'; schon frühmhd.:

der x. stain ist sus
gehaizen, crisophîrus ...
dâ stênt ane tophen,
sam dî golttrophen
darane sîn gemâlôt beschr. d. himml. Jerusalems v. 375 Waag.


a) gesprenkelte färbung des tier- oder pflanzenkleides: da hingegen diejenige (blüten), welche nur lauter dünne fadenähnliche zasern mit gelben dupffen zeigen, leer sein, und keine früchte bringen Volkamer nürnberg. hesperides (1706) 49; ein leopardenfell, das mir wegen seiner schönen zeichnung auffiel: fast rein weiszer grund mit ziemlich genau quadratischen schwarzen tupfen Soyaux aus Westafrika (1879) 2, 14; ein herrlicher schmetterling mit seinen blutroten tupfen auf den flügeln qu. v. j. 1930; neben grau und weisz (als farben des fisches) kommen alle farben in streifen, flecken, tupfen ... vor Vischer ästhetik (1846) 2, 130; von vogeleiern: die eier sind ... mit ... ölbraunen tupfen ... gezeichnet Brehm tierl. 4, 497 P.-L.
b) in z. t. deutlicher anlehnung an das tierkleid auch von der färbung der menschlichen haut und von gegenständen:

nehmt froschlaich, krötenzungen, cohobirt,
im vollsten mondlicht sorglich distillirt;
und, wenn er abnimmt, reinlich aufgestrichen,
der frühling kommt, die tupfen (sommersprossen) sind entwichen
Göthe I 15, 76 W.;

die (messer-)klinge ... sah aus wie der leib einer forelle, silbern mit roten tupfen (von rost) bestreut Alverdes Reinhold (1931) 104. im vergleich: ihr gesicht hatten luft und sonne so dunkelbraun gemacht, dasz die groszen sommersprossen sich als helle tupfen daraus abhoben; sie wurde daher im ganzen dorf die forelle genannt Carossa eine kindheit (1922) 12; mundartl.: fleck auf der haut, sommersprosse, blatternarbe Fischer schwäb. 2, 472.
c) zur wiedergabe von fleckenartigen licht- und schattenwirkungen (s. DWB tupfen, vb., 2 c): sein verzaubertes ansehen ward heute noch dadurch vermehrt, dasz es bei dem schein der astrallampe ... auf der rechten seite glänzend silberweisz, auf der linken schwarz mit rothen tupfen ... erschien Pückler südöstl. bildersaal (1840) 1, 117; blau war er (der himmel) nicht mehr, sondern nach und nach aschgrau mit gelben und feuerroten tupfen über den bergen Federer berge u. menschen (1911) 56; (der) abend ... der dazu einen schön blauen himmel mit goldnen tupfen über ihnen ausspannte W. Speck Ursula (1906) 357; die nachmittagssonne fiel schräg durch die bäume, unter welchen ihr freund sie erwartete, und malte zitternde kringel und tupfen auf ihr hübsches, erhitztes gesicht Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 285.
4) zur bezeichnung des kleinen, winzigen in verschiedener hinsicht, vgl. DWB punkt 7, teil 7, 2236; geldstück geringen werts: 7 tupf 7 kreuzer Jacob Wien 198; tupf 1 pfennig Ostwald rinnsteinspr. (1906) 157;

man darff nur auff die neustadt gehn,
so sieht man auff der gassen stehn
und auff der gassen lauffen,
die ihren alabasterleib
dem teutschen volck zum zeitvertreib
um einen tüpff verkauffen bei
Blümml zwei Leipz. liederhandschr. d. 17. jhs. 112;

kleckschen: in eine gefettete springform streut man eine lage brot, gibt darauf tupfen von dem apfelmus daheim 71. jahrg., nr. 7, 17b. von den emporsprudelnden teilchen kohlensäurehaltiger getränke:

zwar gibt es lust zutrinken,
wenn man den edlen safft
im glaase siehet blinken
und dessen innre krafft
aufwallen und aufhüpfen
in zart-subtilen tipfen
W. Scherffer ged. (1652) 549.

[Bd. 22, Sp. 1817]


von menschen: tupf kleine person Martin-Lienhart 2, 703.
5) mundartlich auch synonym mit punkt in anderer hinsicht; 'pünktlich; auf den punkt genau': tupf 2 uhr punkt 2 uhr Fischer schwäb. 2, 472; er ist auf den tupf gekommen auf denselben augenblick, wie er sagte Stalder Schweiz 1, 327; er het's uff der dupfe errote Seiler Basel 91; ken topf dezue ond ken devo beim erzählen, auf den punkt genau Tobler Appenzell 141; of de dube auf den punkt, genau Hertel Thür. 249; om tuppen brengen auf den wesentlichen punkt wb. d. Elberf. ma. 166.
 
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tupfballen, m. 1) 'bei den kupferstechern, ein ballen, die kupfertafel damit zu tupfen' Campe (1807) 4, 911; Adelung (1774) 4, 1105; lithographische tinte ... breitet man mit einem tupfballen aus baumwolle ... auf ein stück feuchtes schreibpapier Mothes ill. baulex. (1881) 3, 431; tupfballen für druckereien ... werden mit einem kautschukblatte überzogen Muspratt chemie (1888) 4, 1154. 2) stempelkissen: aus falscher sparsamkeit werden die ... stempel ... mit der hand auf die urkunden ... hastig geschlagen, nachdem sie auf den staubigen, gerissenen tupfballen ... aufs gerathewohl aufgestoszen werden Avé-Lallemant gaunerth. (1858) 2, 312. —
 
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-bällchen, n., wie tupfballen 1: dupfbällchen 'bei den kupferstechern, ein stückchen neuer taffet in gestalt eines beutels zusammengelegt und mit baumwolle ausgestopft, womit sie, anstatt mit der hand, die hinterseite einer mit firnisz bestrichenen platte dupfen' Campe (1807) 1, 767; Schrader dt.-frz. wb. (1871) 2, 1393; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783.
 
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tüpfchen, tüpfgen, n., kleiner tupf, pünktchen; dim zu tupf; vereinzelt schon im 16. jh. bezeugt, tritt es mit beginnendem 18. jh. in der schriftsprache gegenüber der bis dahin herrschenden diminutivform tüpflein (s. d.) hervor. vgl. auch DWB tüpfelchen. mundartliche formen: tippken wb. d. Elberf. ma. 163; tüppken ebda 166; so vereinzelt auch bei Göthe IV 22, 187 W.; mit eingeschobenem s: tupsgen ders. IV 5, 14 W. in der bedeutung tüpflein allgemein entsprechend; 'künstlich aufgetragener farbfleck' (vgl. tüpflein 4): ohngeachtet hundert pinselstrichen und tupsgen ists immer noch nicht fertig (das portefeuil) Göthe IV 5, 14 W. 'punkt, farbfleck in natürlicher färbung' (vgl. tüpflein 5): wenn ... das rosz ins achte jahr gehet, fänget das rosz die schwartzen tipffichen auff die fördersten zweene zähne wegzufressen M. Böhme roszartzney (1618) 1; es bestehet diese frucht in einer schönen corallenrothen erbsen, die ... ein schwartzes tüpffgen hat Zincke ökon. lex. (1753) 29; die tüpfgen ... sind auf dem kopfschilde (einer eidechse) am grössten allg. dt. bibl. (1765) 117, 467; kein tüpfchen roth, kein striemen war daran (an den äpfeln) Mörike schr. 2 (1878) 72. der diminutive charakter tritt besonders redensartlich hervor; kein tüpfchen 'nicht das geringste' (vgl.tüpfelchen): das ... wir von der empfengnis an, als eine sündliche massa, nichts haben thun können, und also des unsern alhier kein tipgen, noch fünckgen, darzu kömpt H. Roth catech.-predigt (1573) 1, 162a; Ganymedes ist in der mache, und sie sollen ihn haben, sobald er so ausgemacht ist, dasz kein tüpfgen mehr daran fehlt Wieland ausgew. br. 2, 233 Geszner. — das tüpfchen auf's i als beliebte redewendung bei Göthe (vgl. tüpfelchen); zur bezeichnung des letzten schrittes, der zum angestrebten ziele führt:

indessen ich ein stückchen welt durchwandre
entdeck' ich wohl das tüpfchen auf das i.
dann ist der grosze zweck erreicht ...
Göthe I 15, 109 W. (Faust II);

die letzte zutat, die einem werk die gewünschte vollkommenheit verleiht: ich schreibe ein supplement-capitel zu meiner farbenlehre als ein tüpfchen auf's i ebda IV 27, 225; 31, 12; ins konkrete spielend: alles war hell in hell gemahlt, so dasz die schäumende welle und die blitzlichter darauf nöthig waren, um die tüpfchen auf's i zu setzen (schilderung der umgebung Venedigs bei hellem sonnenschein) ebda I 30, 133 W.

[Bd. 22, Sp. 1818]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tüpfe, tüpfen, n., s. DWB topf.
 
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tüpfel, m. , punctum, apex.
urspr. dim. zu tupf, vgl. Wilmanns dt. gramm. 2, 319, worauf noch vereinzeltes neutr. hinweist: Abr. a s. Clara w. 2, 284 Strigl; Schwabe volleingesch. tintenfäszl (1745) 11; Bernd Posen 325; Schmeller 1, 615. im nd. entspricht in der bedeutung tippel (zu tippen teil 11, 1, 504; vgl. DWB tupfen), md. neben tippel, dippel auch tüppel: tippel Krüger Emden 69; Doornkaat-Koolman 3, 414; Mensing 5, 68; Frischbier 2, 402; Fischer Samland 92; Müller Aachen 246; Rovenhagen Aachen 146; Hönig Köln 155; Wegeler Coblenz 85; Brendicke Berlin 184; Trachsel Berliner wörter 58; Stieler (1691) 1486; Fabricius auszug bew. hist. (1599) 393; Lubenau beschr. d. reisen 1, 153 Sahm; dippel Albrecht Leipzig 102; tüppel Keller Thür. waldgeb. 46; Gerbet Vogtland 428; Stieler (1691) 2258; Steinbach (1734) 2, 882; Schmidt rockenphil. (1709) 2, 13. lexikalisch bis ins 18. jh. häufig obd. formen mit entrundetem stammvokal und wechselndem anlaut: dippfel Diefenbach gl. 113a; dipffel Henisch (1616) 714; dipfl Schönsleder prompt. (1618) L 5c; dipffel Emmelius (1630) F 2a; Stoer 2 (1662) 123b; dipffel oder tipffel Duez (1664) 2, 103a; dipffel Weismann (1698) 2, 88b; Rädlein (1711) 196b; dipfel Weber dt.-lat. (1770) 214a; auch schriftsprachlich: tipfel, tipfl (pl.) Aventin 4, 14; 17; mundartl.: dipfel Halter Hagenau 148; Schmidt Straszburg 26; tipfele Lenz Handschuhsheim 72. neben der umgelauteten form auch umlautloses tupffel voc. theut. (1482) bb 3a; tupfel voc. inc. teut. ante lat. (ca. 1485) gg 6a. in älterer sprache begegnen schwache pluralformen: nom. tüpffeln Duez (1664) 2, 530a; acc. tüppeln Schmidt rockenphil. (1709) 2, 13; düpfflen Sebiz feldbau (1579) 410; vereinzelt ein er-plural tüpffler Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 60.
vorwiegend zur bezeichnung eines für das auge hervorspringenden und sich von seiner umgebung abhebenden punktes oder farbflecks. bis zum 18. jh. in den bedeutungen 1-4 mit tupf synonym (s. d. 1-3 b); in neuerer zeit jedoch in der bedeutung 'punkt in der schrift' gegenüber tüttel, tüpfchen, tüpfelchen, in der bedeutung 'farbfleck' gegenüber tupf zurückgetreten. in den älteren wörterbüchern meist ohne nähere bestimmung in der bedeutung 'punctum, apex': Serranus synon. libellus (1552) 52b; Henisch (1616) 714; Emmelius (1630) F 2a; Schönsleder prompt. (1647) L 5b; Duez (1664) 2, 530a; Stieler (1691) 1486; 2258; Weismann (1698) 2, 88b; punto, puntigello, puntolino, puntarello, punticello Kramer t.-ital. 2 (1702) 1162; Rädlein (1711) 196b; 896a; Ludwig (1716) 2040; Steinbach (1734) 2, 882.
1) geometr. punkt, centrum: centrum ein punkt oder dippfel mitten im kreis Diefenbach gl. 113a; der punkt in dem krais des circkel, centrum voc. incip. teut. (ca. 1485) gg 6a; centrum Stieler (1691) 2258.
2) punkt in der schrift; insbesondere als tüpfel auf dem i, aber auch in verbindung mit anderen buchstaben und als satzzeichen: apices literarum die tüttel od. tüpffel über den buchstaben, als über dem i vnd u Corvinus fons lat. (1646) 62; zwey tüpffeln uber ein buchstab Duez dict. (1664) 2, 530a; ein tüpfel und ein strichlein punto e vergola; semicolon Kramer t.-ital. 2 (1702) 1162c; darumb die juden für ... fünf buchstaben tipfel brauchen, die mag man schreiben oder auslassen Aventin s. w. 4, 1, 17; (kurzes) E .., so die juden scheua nennen, mit zwaien tipfl ains ob dem andern gesetzt also: under dem puechstaben schreiben ebda 14; ein einziges punktum oder tüpfel ist klein, und doch kann dasselbe einen ketzerischen text verursachen Abr. a s. Clara w. 2, 284 Strigl. nach Matth. 5, 18 iota ... non praeteribit a lege (Luther: tütel vom gesetze): musz wol eher himmel und erden zergehen, ehe ein einziger buchstab, ..., oder nur ein tüpfel vom gottlichen wort zu wasser werden soll Selhamer tuba trag. (1696) 2, 337; es soll kein tüpfel vom gesetz vergehen Kramer t.-ital. 2 (1702) 1162c. in ähnlicher verwendung: aber mitten in der flammen ist dem stabe so gar kein

[Bd. 22, Sp. 1819]


schaden widerfahren, dasz auch das wachsz am täfflin vom fewer herter worden, und am wenigsten tippel der namen nichts erloschen Fabricius auszzug bew. hist. (1599) 393; redensartlich für 'kleinigkeit', vgl. u. 6: des is grad's tüpfl aufs i ist lange nicht hinreichend Schmeller 1, 615.
3) künstlich aufgetragener farbfleck, tintenklecks: punct, tüpfel stupfferle, ein tröpfel so einem der federn empfelt S. Rot teut. dict. (1571) N 6b; da siehet man, dasz aus einem kleinen tüpfel auf dem flieszpapier eine grosze sau wird Abr. a s. Clara s. w. (1835) 19, 30; ein eysenfarb oder schwartz stadelthor mit gelben düpffeln und zincken Spener op. herald. 2 (1680) 500; gegürtet mit einem gürtel von der farbe des thongrundes mit dunklen tüpfeln (beschr. einer statuette) Hiller v. Gärtringen Thera (1903) 2, 24. punkt im web- oder stickmuster: 'in den seidenwebereien, punkte in den gemusterten zeugen, welche durch die fuszarbeit und auch durch den zampelzug hervorgebracht werden' Hübner zeitungslex. (1824) 4, 646; tüppel ein punct ... im nähen und sticken Keller Thür. 46.
4) von der gesprenkelten färbung des tier- und pflanzenkleides; in diesem sinne in neuerer zeit unüblich und durch tupf ersetzt, vgl. DWB tupf 3a: die hahr am leibe seindt auch vol schwartzer flecken und tippeln und sprengklich Lubenau beschr. d. reisen 1, 153 Sahm; diss thier (blumenaffe) hat seinen nahmen ... von seiner gesprecklechten tüpffler vielfacher farb Herold-Forer Gesners thierb. (1563) 60; noch gewisser dafür (fliegen zu vertreiben) ist der rothe, mit weissen flecklein und tüpffeln gezeignete ... fliegenschwamm Hohberg georg. cur. (1682) 1, 322; (betrachtung der blätter:)

betrachte doch, wie regelrecht, wie schön
die zart'sten linien, die kleinsten tüpfel ...
gewicht, gestalt, geruch, geschmack und farben stehn
Brockes ird. vergnügen (1721) 1, 73;

sobald die knospen erst sich von einander geben, ...
so scheint der gantze baum, mit zartem grün bestreut,
als wenn um jeden ast viel grüne puncte schweben.
viel tausend kleine grüne tüpfel
bedecken überall den wipfel ebda 5, 10.

dieser vogel ... ist ... braun ... weisz, mit braun, schwartz und röthlichen tüpfeln eingesprenget Döbel jägerpractica (1754) 1, 54; vgl. hierzu häufige zusammensetzungen in zoologie und botanik: tüpfelbeutelmarder, m., Brehm tierl. 3, 694 P.-L.; -farn, m., (s. u.); -flechte, f., Behlen forst- u. jagdkunde (1840) 6, 101; -gepard, m., Brehm tierl. 1, 536 P.-L.; -hai, m., tägl. rundschau (1906) nr. 130; -hirsch, m., Brehm tierl. 3, 475 P.-L.; -hyäne, f., ebda 2, 5; -katze, f., ebda 1, 479; -kuskus, m., ebda 3, 669; -pilz, m., Behlen forst- u. jagdkunde (1840) 6, 102; -stern, m., Schlechtendal flora v. Deutschl. 19, 171 Hallier; -sumpfhuhn, n., nomencl. d. vögel Bayerns 31 Hellmayr-Laubm.; Brehm tierl. 5, 658 P.-L.; -wasserläufer, m., Brehm tierl. 6, 31 P.-L. von der gesprenkelten färbung der menschlichen haut, insbesondere von sommersprossen, blatternarben u. dgl.: anxillale (i. lentigo) rosein tupffel o. sprinckel im antlitz voc. teut. (1482) bb 3a; rote düpffel vnd purpel des angesichts (sommersprossen) H. Bock kreutterb. (1587) reg. ggg 3a; 'hautflecken, die punktförmig sind, namentlich sommersprossen, petechien, nesselquaddeln, nagelblüten etc.' Höfler krankheitsnamen 757. vgl.:

Rumbold mit der tupfelnasen (von pocken verunziert)
traut (ehelicht) das Schattenelselein
J. Grob epigr. 232 lit. ver.


5) von einer erhöhung, vertiefung oder durchsichtigen stelle, die für das auge auf einer sonst gleichförmigen fläche hervortritt; vorwiegend im bereich des organischen.
a) ausgehend von einer früh bezeugten verwendung in der pflanzenkunde später als fachausdruck in der gewebelehre: und ist dieses des krauts (des johanniskrauts) natürliche gestalt, dasz die blätter solche helle tüppeln haben, als ob es mit einer nadel gestochene löchlein wären Schmidt rockenphilos. 3 (1729) 12; punctum, der punkt oder

[Bd. 22, Sp. 1820]


tüpfel ... eine ... durchsichtige, erhabene oder vertiefte stelle auf irgend einem pflanzentheil Bischoff wb. d. beschr. botan. (1839) 162. 'lebenswichtige gegennischen-paare in den nachträglichen binnenschichten verdickter pflanzlicher zellwände, die in mikroskopischer aufsicht auf das durchscheinende zellgewebe tupfenähnlich erscheinen' gr. Brockhaus 1519, 178: die dunkleren flecken, welche den blinden enden der tüpfelcanäle entsprechend an der oberfläche der zellen gesehen werden, heiszen tüpfel oder auch poren Sömmerring menschl. körper (1839) 6, 182; durch die tüpfel der zellen und gefässwände wird die saftleitung sehr gefördert Rossmässler d. wald (1863) 163; die libriformfasern sind miteinander durch feine canälchen — sogenannte einfache tüpfel oder poren — verbunden Karmarsch-Heeren techn. wb. 4 (1880) 362; fichte, rottanne ... am oberen und unteren rande des markstrahles quertrachëiden mit kleinen behöften tüpfeln Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 6, 568. zur terminologie vgl. Mohl grundzüge d. anatomie u. phys. d. veget. zelle (1851) 30; s. DWB tüpfelchen u. tüpfeln 3.
b) von den blasen im glas: wann du wilt inn gläserinnen geschirrn distilliren, soltu wolgebrännte gläser, welche keyne düpffeln oder bollen haben, sondern allenthalben gantz ... sein, nemen Sebiz feldbau (1579) 410.
c) erhöhung auf der hautoberfläche, vgl. 1tüppel 1 b: mein vater, erwiederte mein groszvater, mein kind, hatte eben so wenig nase — den tüpfel ausgenommen — als mir hier auf der hand sitzt Bode Tristram Schandi (1776) 3, 156.
6) übertragen in redewendungen; 'auf den rechten punkt kommen, gehörig die meinung sagen': ey itze kum ich auffs recht tüpffel mit enck, ... es schickts enck zu der critica wie der igl zum arschwisch Schwabe volleingesch. tintenfäszl (1745) 11. 'das geringste': schon so alt, Weiszbucher, und immer noch nicht wissen, dasz man an einem thatort nicht ein tüpfel ändern darf, bevor die gerichtliche untersuchung stattgefunden hat Rosegger schr. (1895) I 7, 99 (vgl. o. 2).
 
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tüpfelchen, n., kleiner tüpfel, pünktchen. erweitertes diminutivum durch verbindung des l- und k-suffixes wie in wägelchen, mädelchen u. ähnl. bildungen, doch wie diese mehr umgangs- als schriftsprachlich. die form der diminutivsilben schwankt: düpffelgen Schumacher wapenkunst (1694) 12; düpffelgen, tüpffelgen Rädlein (1711) 205b; mundartlich: tipelken Bauer-Collitz Waldeck 104; tippelgen Müller-Fraureuth 2, 765; diplichen ebda 1, 265; dippelche Kehrein Nassau 112; tippelchen Trachsel Berl. wörter 58; többelshen, tibbelshen Christa Trier 78; töppelche Schmid Westerwald 258. — seit dem 17. jh. belegt, tritt es zunächst in einigen bedeutungen für die schriftsprachlich absterbende diminutivform tüpflein ein; 'punkt in der schrift' (vgl. tüpflein 2): literae apex ein tüpfelchen eines buchstabens Steinbach dt. wb. (1734) 2, 882. 'pünktchen, farbfleck an pflanzen, früchten' (vgl. tüpflein 5): die äpfel haben in sich zehen diplichen oder pünctlein umb den gröbs herumb qu. v. 1663 bei Müller-Fraureuth 1, 265; 2, 765;

die frucht ... (des brotbaums) so hier grün ...
mit blassen tüpfelchen an müden ästen hängt
Eschenburg beispielsammlung (1788) 6, 108;

nimm ... diesen gelben, glatten (apfel) mit den zarten tüpfelchen J. G. Forster s. schr. (1843) 5, 253. als fachausdruck in der gewebelehre (entsprechend tüpfel 5a): ganz nah verwachsene windungen der spiralgefäsze zeigen nur noch tüpfelchen statt der linien Hegel w. (1832) 7, 509. — in neuerer sprache jedoch vorwiegend redensartlich und in übertragenem gebrauch, wobei der diminutive charakter besonders hervortritt: das tüpfelchen auf dem i zur bezeichnung dessen, was einem bestimmten zustand erst die letzte vollkommenheit, zuspitzung verleiht (vgl.tüpfchen): Ludwig Philipp kokettirte mit dem bürgerlichen oberrock und dem ... regenschirme, damit bei seinem 'bürgerkönigthum' auch das tüpfelchen auf dem i nicht fehle Riehl naturgesch. d. volkes (1851) 2, 198; allein der glühende furchtbare blick machte noch das tüpfelchen auf das i G. Keller ges. w. (1889) 7, 291. 'die geringste kleinigkeit':

[Bd. 22, Sp. 1821]


ehe ein hohes finanzdepartement in der kontrole nur ein tüpfelchen auf dem i nachsieht, flieszt ... die Elbe ins Riesengebirge retour Holtei erz. schr. (1861) 37, 21. 'unwesentliche einzelheit': mag sein, dasz der leicht aufzuregende Böttiger hier und da zuviel ins kleinliche gegangen sei, und, wie man sagt, das tüpfelchen auf dem i bewundert haben mag Costenoble tageb. (1912) 1, 101. — aufs tüpfelchen 'auf das genaueste, bis aufs letzte': der blinde knabe hatte ... alle die vielen sprüche und vorgeschriebenen antworten bis aufs tüpfelchen auswendig gelernt Riehl gesch. a. alter zeit (1863) 2, 258; und leider gottes haben sie (die gemeindeältesten) recht! ... recht bis aufs letzte tüpfelchen Raabe Horacker (1876) 57; ich tue schon, was ich sage, halte aufs tüpfelchen mein versprechen Th. Mann Faustus (1947) 359; Hofmann niederhess. 243; Christa Trier 78; Müller-Fraureuth 1, 265. — allgemein zur verstärkung der verneinung 'nicht das geringste': es mangelt nicht ein tüpfelchen daran il n'y manque pas un jota, un point Schwan nouv. dict. (1784) 796b; der Berthold macht es um kein tüpfelchen anders Rosegger schr. (1895) I 10, 72.
 
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tüpfelfarn, m., polypodium vulgare gemeiner tüpfelfarren Holl pflanzenn. (1833) 384b; tüpfelfarrn Nemnich 5, 606; allg. dt. bibl. (1765) 74, 485; tüpfelfarn Campe (1807) 4, 911; Fechner erkl. volksth. pflanzenn. (1871) 4; Mothes baulex. (1881) 2, 294. — vereinzelt auch für aspidium filix-mas Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 480.
 
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tüpfelicht, adj., punktiert, gesprenkelt; bis ins 18. jh. bezeugt, dann durch tüpfelig verdrängt (s. d.). schriftsprachlich gegenüber getüpfelt (s. DWB tüpfeln) zurücktretend: also bringt man auch vögel zuwegen von allerhand farben, item apffelgrawe, dupflichte oder sprenglichte hund und pferde Irenäus de monstris (1584) f 1a. lexikalisch: apianus et apiatus bienentreuffelicht, tüpffelicht wie der bienen flugstet im früeling (etymologisierend) Corvinus fons lat. (1646) 63; tüpffelicht, mit kleinen flecken als tüpffeln gezeichnet Duez dict. (1664) 530a; mensa apiata tüpffelicht holtz, ein tisch von tüpffelicht oder getüpffeltem holtz ebda; tüppelicht, tüpfelicht varius, versicolor, variegatus, punctus punctim Stieler (1691) 2258; tüpfelicht gemälde ebda; tüpffelicht maculosus, guttatus, guttis intertinctus Weismann lex. bip. (1698) 2, 383a; tüpfelicht punteggiato, puntigliato, puntoluto, pontuto Kramer t.-ital. 2 (1702) 1162c; tüpfelichte arbeit lavoro punteggiato ebda; tüpffelicht pieno di ponti, picoté Rädlein (1711) 896b; tüpflicht punctulis notatus, apiatus, apianus, laculatus Steinbach dt. wb. (1734) 2, 882; tüpplicht laculatus Hederich dt.-lat. (1777) 3020. vgl.tupfet gefleckt, gesprenkelt, punktiert, blatternarbig Fischer schwäb. 2, 473; 'getupft, punktiert' von stoffen; 'punktförmig'; 'blatternarbig' ebda 2, 474; dupfət mit tupfen ausgestattet, getüpfelt bad. wb. 1, 599; tüpfelt fleckicht Seiler Basel 91b.
 
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tüpfelig, adj., punktiert, gesprenkelt; im 18. u. 19. jh. für tüpfelicht (s. dort) eintretend; vorwiegend umgangssprachlich (s. Adelung) und mundartlich: tüpflich punctis notatus Frisch (1741) 395a; tüpfelig mit tüpfeln d. i. puncten oder kleinen flecken versehen ... am häufigsten im gemeinen leben Adelung (1774) 4, 1104; Voigtel wb. (1793) 3, 433a; Campe (1807) 4, 911; dibbelig punktiert Hertel Salzungen 48; tüpflig getüpfelt Martin-Lienhart 2, 704. mundartlich oft in übertragener bedeutung 'kleinlich, pedantisch': tipelig spielerig od. tändelig, langweilig ... kleinlich u. minutiös Doornkaat-Koolman 3, 413; dippelig pedantisch auf das kleine unbedeutende werth legend Kehrein Nassau 112; klein, pedantisch Wegeler Coblenz 18; tüpfelig peinlich genau, übertrieben pünktlich, kleinlich bad. wb. 1, 598; pedantisch pünktlich, auch spitzfindig, streitsüchtig Fischer schwäb. 2, 474.

 

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