Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tunnelgewölbe bis tunte (Bd. 22, Sp. 1811 bis 1812)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -gewölbe, n., vault of a tunnel Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783; freitag abend ... löste sich plötzlich ... ein groszer steinblock des tunnelgewölbes los tägl. rundschau (1905) nr. 226. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-mauerung, f., tunnelverkleidung aus mauerwerk: die solidität der tunnelmauerung Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 9, 735; deformation bei tunnelmauerungen Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 746; nicht alle gesteinsarten sind für tunnelmauerungen geeignet Lucas der tunnel (1920) 1, 125. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-mundloch, n., wie unten tunnelmündung; mouth of a tunnel Röhrig technol. wb. 775; Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-mündung, f., ausgang, öffnung eines tunnels: weiter nach oberhalb der tunnelmündung die grotte aux fées, eine sehenswerthe tropfsteinhöhle Bädeker d. Schweiz (1893) 228; (die eisenbahn) die von der tunnelmündung das baugut bis an die nordspitze fährt tägl. rundschau (1905) nr. 327. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-sohle, f., boden, basis eines tunnels; floor of a tunnel Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1,

[Bd. 22, Sp. 1812]


783; base d'un tunnel Röhrig technol. wb. 775; der firststollen bedingt ... eine bahn im stollen und eine auf der tunnelsohle Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 9, 732. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-sprache, f., fachsprache der tunnelbauer: unterstützt der bock ein sparrenzimmer, so nennt man ihn in der tunnelsprache einen sparrenbock Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 2, 498. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-stollen, m., in bergmännischer art vorgetriebener stollen, von dem aus der ausbruch des tunnels erfolgt: maschinenbohrung ist ... für den ausbruch der ... tunnelstollen in verwendung Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 6, 291; ausbau des tunnelstollens mit eisenschienen Darmstädter hdb. z. gesch. d. naturwiss. (1908) 613; (es) waren fünf angriffsstellen für die tunnelstollen gegeben Kellermann d. tunnel (1948) 44. —
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
-zimmerung, f., mit holz ausgeführte versteifung des tunnelausbruchs: tunnel-timbering Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 783; Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 9, 728; Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 743.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tünntuch, n., 'im österreichischen, flor; eigentlich dünnes tuch' Campe 4, 911; s. DWB dünntuch, tuntuch teil 2, 1557.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tunsch, m., mundartlich, nur ostmd.: dunsch verzogener mund mit aufgeworfenen lippen Müller-Fraureuth obersächs. 1, 264; derb volkssprachlich bei dem Obersachsen Henrici für 'kusz':

... das pöbelhaffte wesen,
und reden, so wir noch in alten schrifften lesen,
als: bossen; dieses wort ist längstens ausgestört,
kaum dasz man selbiges annoch bey kindern hört!
ein guschel klingt zu thumm; die menschen sind nicht schweine,
ein tunsch, wie auch ein maul läst eben nicht gar feine ged. (1727) 1, 357;

das ist mein gantzer wunsch,
nimm deine braut hierauf, und gieb ihr einen tuntsch ebda 3, 411.

hierzu auch das dim.: dünschel os, cujus labida turgida sunt Stieler (1691) 349; 1579; die liebesdienst und dünschel Müller-Fraureuth 1, 265; dünschel schiefer mund Hertel Thür. 86 und die gelegenheitsbildung tunschelt 'geliebter':

doch nein! ich will sie (die jungfern) nicht verklagen,
ein tunschelt kömmt von tunsche her,
das heist, wenn sie mein tunschelt sagen,
ach wer doch bald geküsset wär
Henrici ged. (1727) 3, 328;

es fällt mir die gesellschafft ein,
wo sie das wort im munde führen:
wo musz wohl jetzt mein tunschelt seyn? ebda 3, 328.

wohl zu tunschen stoszen, schlagen, puffen Anton Oberlausitz 13, 21; Jungandreas zeitwortbildung 89.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
tunte, tuntel, f., mundartliches wort für 'weibsperson'; oberdt.: duntel, duntle ein wegen fette schwerfälliges weibsbild Stalder schweiz. id. 1, 327; dundel 'schlechtes weibsbild' Ochs bad. 1, 595; dund, n., 'dummes mädchen', dundel, n., Elsässer dundel 'Elsässerin', dundenen, n., 'dickes, dummes mädchen' u. ä. Martin-Lienhart elsäss. 2, 688; dundel 'schimpf- oder schmeichelwort für weibspersonen' Fischer schwäb. 2, 464; vgl. weiter roman. tunt in rum. tînt, it., span., portug. tonto 'dumm', die 'zeigen, dasz die lautgruppe tunt, vielleicht ursprünglich tnt, als schallwort zur bezeichnung eines albernen menschen verwendet wurde, wohl zunächst in nachahmung des lallens von geistig verkümmerten menschen' Meyer-Lübke 8988. auf niederdt. boden überwiegt tunte, tünte, nur im nordosten herrscht tuntel: tünte müsziggängerisches frauenzimmer, albernes frauenzimmer Woeste westf. 276; tüntel ein launenhaftes, eigensinniges frauenzimmer Köppen Dortmund 60; tunte zimperliches, albernes oder hochnasiges weib Böning Oldenburg 119; langsames frauenzimmer Brendicke Berliner wortsch. 185; verzärteltes frauenzimmer Meyer d. richtige Berliner 41; unordentliches weib Frederking Hahlen 147; schlafmützige person Teuchert neumärk. (1907) 243; vgl.tunt, m., tropf, ungeschickter mensch Mensing schles.-holst. 5, 183. im engeren sinne auch für 'gesicht', 'nase': tuntel das dicke,

[Bd. 22, Sp. 1813]


unfreundliche gesicht; die unbeholfene, langweilige person Lemke volksthümliches (1884) 1, 186. herabsetzende bezeichnung für nase Betcke Königsb. 62; er hat sich die tuntel begossen hat sich betrunken Frischbier 2, 415; Fischer Samland 92.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: