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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tunkschnitte bis tunnel (Bd. 22, Sp. 1806 bis 1808)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tunkschnitte, f., weiche eier damit auszutunken, mouillette Mozin wb. d. frz. spr. 3, 31a, vgl. DWB tunkbrot.
 
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tunkschüssel, f., soviel wie tunknapf, saucière. auf schles. boden (vgl. 2tunke, sp. 1791) sehr früh belegt:

[Bd. 22, Sp. 1807]


6 tunkschüsseln (in einem nachlassinventar v. 1601) Schweinichen denkw. 3, 263 Büsching.
 
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tunkschüsselchen, n., Campe 4 (1810) 911; Schrader dt.-frz. wb. 2, 1392: alles, was abgezogen worden, thut man in das obige fäszlein, ... ettwann ein tunckschüsselchen voll schles. wirtschafftsbuch (1712) 661. —
 
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tunkschüsselein, n., ebenfalls sehr früh im schles.: zu einem gedackten tische (gehören) ... 2 tunckschüsslein der stadt Breslau neu statuta u. ordnungen (1578) 24; acetabulum ... tunckschüszlein Murmelius dict. trium ling. (Krakau o. j.) G 3b.
 
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tunktäufer, m., zu tunken I A 2 c β, vgl. DWB tauchtaufe teil 11, 1, 1, 185: in der mitte des mai-monatts wollte Thürnstein bei den tuncktäuffern einer allgemeinen conferenz beiwohnen, die keine Zinzendorffische, sondern tuncktäuferische conferenz I. G. Schütze Herrnhuthianismus in literis (1753) 2, 145.
 
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tunkung, f., Campe 4 (1810) 911b: wann sie ... wegen grimmiger kälte schaden leiden an ihren glidern ..., werden sie den vorstehenden kalten brand verhüten nicht durch geschwindes eilen in die warmen stuben oder tunkung der erstarreten glidern in warm wasser, sondern vilmehr durch waschen und reiben mit kaltem wasser und schnee J. J. Scheuchzer physica (1711) 1, 195.
 
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tunkwalze, f., zu tunken I A 1 b γ: auf einem ... gestelle ruht der massentrog mit der tunkwalze (bei der zündhölzerfabrikation) Karmarsch-Heeren techn. wb. 311, 495.
 
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tunkwein, m., vielleicht 'mit wasser vermischter wein', zu einer sonst nicht belegten bedeutung von tunken: ich will dir geben lassen weiszwein, malvasier und tunkwein Wilh. Müller doktor Faustus (1818) 58 (übers. v. Marlowe's Faust). im engl. text whippingcrust, was ungedeutet, vielleicht entstellt aus Hippocras 'vinum Hippocraticum', vgl. Murray 10, 2, 57a.
 
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tunkzündhölzchen, n., auch tauchzündhölzchen Karmarsch-Heeren techn. wb. 38, 776.
 
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tunne, f., welle, sturzsee. ein vom 14.-16. jh. vorwiegend im oberdt. vorkommendes wort, das dorthin aus dem norddeutschen sprachgebiet vorgedrungen ist, s. v. Bahder wortwahl 99. im mnd. nicht belegt, doch vgl. duyninghe, deyninghe fluctus decumanus Kilian (1605) G 3a; diinang die wallende, ohne wellenschlag stattfindende bewegung der see Johansen nordfries. 6; dining dehnung, schwellung, grosze breite und hohe woge Doornkaat-Koolman ostfries. 1, 299; nhd. dünung 'wellengang ohne wind' sprach-Brockhaus (1935) 130. das wort gehört zu mnd. dunen, donen schwellen, strotzen Schiller-Lübben 1, 596; nd. dunen 'aufschwellen', auch 'das heben und niederfallen der wellen' brem.-niedersächs. wb. 1, 272; duynen (fries.) tumere, tumescere Kilian (1605) G 3a; tün anschwellen Mungard Sölring spraak 232; hierher auch das im nd. und md. verbreitete adjektiv dūn(e) aufgeschwollen, straff, betrunken, s. Schiller-Lübben 1, 596. das wort führt auf eine idg. wurzel *tu- 'schwellen' mit n-suffix; das anklingende air. bret. tonn 'welle' ist morphologisch mehrdeutig, s. Walde-Pokorny 1, 708.
im anlaut herrscht t vor; formen mit d verzeichnen Diefenbach gl. 332a (md.); Schmidt elsäss. 70a; Kluge seemannsspr. 798. die schreibung th- findet sich in den glossen zu Vincenz v. Beauvais bei Mone anz. 8, 104; Rieter reisen (1479) 41 lit. ver.; W. Lazius königreich Ungarn (1556) B 3b; font. rer. Austr. 1, 380; vgl. auch die belege bei Kluge a. a. o. die qualität des stammvokals schwankt zwischen nicht umgelauteten und umgelauteten formen; eine entrundete form mit i als stammvokal bei Pinicianus prompt. (Augsburg 1516) B 2c; dümen fluctibus bei Schmeller 1, 605 (cgm. 690) und tüm, tum bei Diefenbach-Wülcker 375 (voc. d. 15. jhs., obd.) stehen vereinzelt.
das wort bezeichnet insbesondere die hohe welle, woge, sturzsee bei starkem seegang, die für schiff und schiffsmannschaft

[Bd. 22, Sp. 1808]


gefährlich und bedrohend ist: tunne (obd. 15. jh.), dunne (md. 15. jh.) linnia Diefenbach gl. 332a; tun fluctus (md. 15. jh.) ebda 240c; tünn procella, fluctus voc. rerum (1433) bei Mone anz. 8, 249; thünn procella, fluctus (15. jh.) ebda 104; tunen im waszer procella, tunen schlagen oder laufen procellare voc. incip. teut. ante lat. (um 1485) gg 6a; wällen, tinnen fluctus, aqua mota in unum collecta quae unda dici solet Pinicianus prompt. (1516) B 2c; tünnen und wellen des meers Roth teutsch. dict. (1571) G 5a: do wir chamen zu der chullfen zu Satellia, mitten in den zwaihundert meil von dem sucht unns got haim, wann der selb chulfus macht sollich guss und tunnen sleg ainen ganntzen tag und ein nacht, das wir uber hundert malen scheffbruchung besorgten (1346) Jacob v. Bern in: pilgerreisen 49 Röhricht; also treibet mich der wint, ich swimme dahin durch des wilden meres flut, die tunnen haben uberhant genumen, mein anker haftet nindert ackermann aus Böhmen 3 Hübner; ut navicula operitur fluctibus das das schifflein bedeckt ward mit den tunen clm 9728 (1468) bei Schmeller 1, 104. die Augsburger bibel (1475) ersetzt unden der Mentelbibel durch tunnen ps. 106, 25; Jes. 57, 20; Mark. 4, 37; Jakob. 1, 6; spätere ausgaben setzen dafür wellen, flüsz, güsz, s. erste dt. bibel 7, 405; 8, 504; 1, 135; 2, 412 Kurrelm.; des obentz umb 2 or vor nacht erhuben sich aber gross winde uff dem golff und gingen ser grosse thünnen im mere, also das das wasser ayner seyt in dy gallien schlug (1479) Rieter reisen 41 lit. ver.; do sahen sy das grosz wunderzaichen das dasselbe püchslein offen und unbedeckt was auff dem wag des meres zwischen den tunnen oder lünden des wassers gefarn J. Hartlieb dial. miraculorum 218 Drescher; wann so daz schifflein wenigk kommen was von dem gestat, ist es unbeweglich so lang gestanden undter den tünen, als lang der heilig man ... gepredigt hat legend d. hl. vatters Francisci (1512) B 3a; es ward ein grosse bewegung in dem mer, also das das schifflyn bedecket wardt mit den tünen des meres Keisersberg evang. (1517) 30b; des gewessers tünnen, sein verfolgung, den ufer auszzuleschen Chr. Entfelder v. d. manigfalt. im glauben zerspaltungen (1530) B 2b; und darumb das er den sindflusz gesehen hatte, pflegten die andern brüder sambt den vatter zu nennen Huallum auff latein inundatum, wie jhn auch allzeit Berosus nennet, wie noch bis auff dise zeit die juden die grossen thunnen im meer auff jhr zungen haissen Lazius königreich Ungarn (1556) B 3b; und das mör hat sich also erhebt, und sein die tunnen gar grausamlich auf ain annder gangen (vor 1527) Treitzsauerwein weiszkunig (1775) 29; mitten in den tünnen und wellen des mers und den grossen felsen, so darin ligen, geben si (die Sachsen) sich in alle färlikait Aventin s. w. 4, 1155; geschiecht auch oft, dass ainer durch die thunnen hingezuckt wird und verdirbt font. rer. Austr. 1, 380; weitere belege bei Kluge seemannsspr. 798; Schmidt elsäss. 70a.
 
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tunnel, m. , unterirdischer weg. ein aus dem englischen entlehntes wort, das im 19. jh. mit dem aufschwung des verkehrs weitere verbreitung fand. es geht auf afrz. tonnelle, f., 'tonnengewölbe, tonnennetz, fasz' zurück, einer ableitung von gall. tunna 'haut, oberfläche', dann 'schlauch, weinfasz', vgl. DWB tonne teil 11, 1, 785 und Gamillscheg etym. wb. d. frz. spr. 848; Meyer-Lübke 8986; Bloch-Wartburg dict. etym. (1950) 625. im englischen zuerst als tonnel, m., 'röhrenförmiges netz zum rebhühnerfang' (1440) bezeugt, durchlief das wort später einen bedeutungswandel, der über 'schornsteinröhre', 'schacht' zu 'stollen', 'unterirdischer verkehrsweg' führte, vgl. Murray 10, 1, T 469a. schon im ausgehenden 18. jh. zur bezeichnung unterirdischer kanäle verwendet, setzte es sich im 19. jh. nach der erbauung des Londoner Themse-tunnels (1825) als verkehrstechnischer ausdruck in den meisten europäischen sprachen durch: ital., frz., nl., norw. tunnel, russ. tunnel, poln. tunel. in Deutschland ist es seit der mitte des 19. jhs. lexikalisch verzeichnet: Mozin (1856) 4, 877; Hoffmann (1861) 5, 735; literarisch seit Grillparzer (1826) belegt (s. u.).

[Bd. 22, Sp. 1809]


entsprechend dem frz. tunnel ist im deutschen bis in den anfang des 20. jhs. auch endbetonung üblich: tunell oder tunnel Seiler lehnw. 3 (1910) 190; s. auch zs. f. österr. gymn. 55 (1904) 104; diese hält sich mundartlich weiterhin: tunéll Leithäuser Barmen 161; tunnöll Jakob Wien 198; dunél, tunäl, tonél bad. wb. 1, 597; thonél Sexauer ma. v. Pforzheim 82. mundartl. ist auch das neutrum belegt: 's dun Gerbet Vogtl. 48; 's tunnel bad. wb. a. a. o. im plural steht die endungslose form tunnel bei H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 45 neben formen mit -s (nach engl. tunnels, pl.) bei Immermann w. 2, 57 B. und Darmstädter handb. (1908) 548; beide formen verzeichnet Duden rechtschr. (1951) 415; vereinzelt (ma.) auch tunnele Rosegger schr. (1895) I 15, 200.
1) an zwei punkten zutage tretender unterirdischer verkehrsweg, der mit technischen mitteln erbaut und gegen das erdreich mit mauerwerk, beton oder eisenwandungen abgesteift ist: auch der tunnel ist ein stolln, welcher an zwei punkten zu tage geht Karmarsch-Heeren technol. wb. (1876) 1, 387; auf der grossen länge des tunnels ... beruht ... die raschere fahrt hdwb. d. staatswiss. (21898) 3, 489; er hat den tunnel angesehn, seitdem versteht er sich auf mechanik Immermann w. 5, 44 Boxb.; man hatte den tunnel von beiden enden her gleichzeitig in angriff genommen und arbeitete ... in bergmännischer manier d. neue universum 67 (1950) 105; der fertige tunnel wird deshalb aus zwei röhren von je neun meter durchmesser bestehen ebda 105.
a) durch berg oder gebirge gearbeiteter weg, um starke steigungen und gefälle zu vermeiden; gewöhnlich eisenbahntunnel: entschied er sich kurzweg für anlegung einer eisenbahn mit etwa zwölf tunnels Immermann w. 2, 57 Boxb.; wenn nur der tunnel schon gebaut wäre, so wäre ich gewisz schon durch denselben nach Mailand und Florenz gefahren (1870) G. Keller br. u. tageb. 3 (1916) 23; sein (Lionardos) sinn war auf auszerordentliche dinge gerichtet, auf das schwierige, auf erfindung von künstlichen mühlenwerken, ... maschinen um tunnel durch berge zu bohren oder ungeheuere lasten fortzuschaffen Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 46; mittlerweile kroch aus dem nächsten, unteren tunnel der zug hervor, schnaufte heran, und ich glaubte schon, das gewaltige ding wolle nicht anhalten Rosegger schr. (1895) I 8, 233; der zug rollt über brücken, durch tunnele in ein tieferes thal nieder ebda I 15, 200; nach langem warten — denn die züge haben jetzt oft verspätung — aus solchen gesprächen gerissen, eingestiegen und mitten in den schwärzesten tunnel hinein Steub drei sommer in Tirol (1895) 2, 139; die bahn (Wien-Triest) hat 15 tunnels, darunter den 1462, 5 m langen tunnel unter dem Semmering-pasz Darmstädter hdb. z. gesch. d. naturwiss. (1908) 548.
b) unter wasserläufen oder unter dem meeresboden gearbeiteter weg, der bahn- oder straszenverkehr oder beides aufnimmt: mittwochs beschlosz ich, den tunnel zu sehen Grillparzer s. w. (1892) 20, 111 (tageb.-eintr. v. 25. 5. 1826 über die besichtigung des 1825 erbauten Themsetunnels in London);

zu London unter der Themse
der mächtige tunnel liegt,
der strom, scheu wie die gemse,
hin über die tiefe fliegt
Fontane ges. w. (1920) II 2, 185;

er will 13 künstliche inseln im kanal anschütten ... und auf diese weise die anlage eines tunnels unter dem meeresboden ermöglichen Darmstädter hdb. z. gesch. d. naturwiss. (1908) 564; er verpflichte sich (sagte Allan), im zeitraum von fünfzehn jahren einen submarinen tunnel zu bauen, der die beiden kontinente verbinde Kellermann der tunnel (1948) 43; um den tag und nacht nicht abreiszenden strom des weltstadtverkehrs zu bewältigen, ging man schlieszlich daran, den Hudson zu untertunneln, und im jahre 1927 konnte der erste tunnel für den straszenverkehr fertiggestellt werden d. neue universum 67 (1950) 105.

[Bd. 22, Sp. 1810]



c) unter groszstädten gearbeiteter weg für untergrundbahnen, vgl. DWB tunnelbahn: der wichtigste teil einer untergrundbahn ist der tunnel d. gr. Brockhaus 1519, 316; für alle tunnel, die mit schildvortrieb herzustellen sind, wird daher die form des kreisförmigen röhrentunnels die günstigste sein, wie sie in den untergrundbahnen ... in London ... zur ausführung gelangt ist Lucas d. tunnel (1920) 1, 43.
2) künstlich angelegter unterirdischer wasserlauf für den schiffsverkehr, kanaltunnel: zuweilen werden kanäle in tunnel geführt hdwb. d. staatswiss. (1898) 5, 7; (der Marseille-Rhônekanal ist) berühmt durch den 7150 m langen Rove-tunnel, der das bergmassiv ... unter dem dorf La Rove durchbricht d. gr. Brockhaus 159, 640; der erste tunnel von gröszerer breite durch sandiges, druckreiches gebirge ist die für den kanal von St. Quentin erbaute galerie de Trouquoy Darmstädter hdb. z. gesch. d. naturwiss. (1908) 284. auch erddurchbruch zur aufnahme von wasserleitungen: der unterirdische kanal, die rösche (bergm.) Mothes ill. baulex. (1881) 4, 379; Eupalinos von Megara stellt für die von ihm erbaute wasserleitung der stadt Samos einen tunnel von 1000 meter länge her Darmstädter hdb. zur gesch. d. naturwiss. (1908) 8.
3) besonders im vergleich und bildlicher verwendung treten akustische momente in den vordergrund: der tunnel brüllte achtzig kilometer weit auf, als donnere der ozean in die stollen Kellermann der tunnel (1948) 148; der tunnel schwieg, und alle brauchten lange zeit, um sich an die totenstille der stollen zu gewöhnen ebda 208; durchs hirn dröhnte ihr (nach einer ballnacht, in der ihr ein reisender Engländer liebesgeständnisse gemacht hatte) rausch, erschöpfung und entsetzen wie ein schnellzug im tunnel Werfel geschw. v. Neapel (1931) 166; auch visuelle momente können hervortreten: die hoffnung ist wie das kleine endloch in einem langen tunnel, sie genügt nicht (1887) G. Freytag br. an s. gattin (1912) 106. hierher gelegentliche zusammensetzungen in bildlicher verwendung, z. b.: auch ich brauche zeit (um eine alte handschrift zu entziffern), mich durch die tunnelschrift dieser zeilen, durch ihre haken und aquaedukte hindurchzuarbeiten Langgässer d. unauslöschl. siegel (1946) 271.
4) übertragen auf andere technische gebiete; den ausgangspunkt der bezeichnung bildet dabei die vorstellung eines langgestreckten, gewölbten hohlraums.
a) in der glasindustrie: tunnel eines schmelzofens, tiegelloch, aufbrechloch (in der spiegelfabrikation) Röhrig technol. wb. 759; tunnel eines schmelzofens, tiegelloch Mothes ill. baulex. 34, 281; tunnel, tiegelloch hole for the melting-pots Eger technol. wb. (1884) 842.
b) im schiff der zwischen hauptmaschine und schiffsschraube befindliche hohlraum, in dem die tunnelwelle gelagert ist: tunnel, schraubenwellentunnel shaft passage, shaft-alley Röhrig technol. wb. 775; tunnel, wellentunnel shafttunnel Krebs techn. wb. 1, 128; ein tunnelartiger einbau durch den laderaum. in ihm läuft die welle vom maschinenraum zum heck Eichler vom bug zum heck 439.
5) übertragen auf nichttechnische gebiete.
a) gaststätte, vergnügungslokal mit tunnelartigen räumen im kellergeschosz: der besitzer eines um dieselbe zeit (wo der Themse-tunnel gebaut wurde) in Berlin erbauten vergnügungslokales kam auf den einfall, das zum rauchen und trinken bestimmte kellergeschosz den tunnel zu nennen und seitdem ist das wort für ähnliche anlagen zum appellativum geworden bei Sanders wb. (1860) 3, 1403a; und nun machte ich ihm eine beschreibung von den drei sälen des Berliner (colosseums), von dem tunnel und den maskenbällen, von dem vortänzer und allen den wunderherrlichkeiten Gaudy s. w. (1844) 2, 116; morgen mir zu ehren ein frühstück im tunnel des hôtel de Pologne Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 7, 303.
b) als bezeichnung der 1827 gegründeten Berliner literarischen gesellschaft 'tunnel über der Spree' (nach dem kurz zuvor fertiggestellten tunnel unter der Themse), vgl. zu deren benennung den namen des Wiener liter. vereins

[Bd. 22, Sp. 1811]


'Ludlamshöhle', der dieser gesellschaft auch in anderer hinsicht als vorbild gedient hat, s. Berend der tunnel üb. d. Spree 1 (1919) 15; 17; um die zeit, als ich eintrat, siebzehn jahre nach gründung des tunnels, hatte die gesellschaft ihren ursprünglichen charakter bereits stark verändert Fontane ges. w. (1920) II 2, 175; wichtiger war seine (des grafen Strachwitz) einführung in den litterarischen sonntagsverein oder den tunnel über der Spree K. Weinhold im vorw. bei Strachwitz ged. (1891) 27.

 

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