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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tunken bis tunkplatte (Bd. 22, Sp. 1806)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tunken, vb., stercorare, formvariante von düngen (s. teil 2, 1531): wenn ein bawer, so auff seinem acker pfluget odder tuncket Luther 32, 511 W.
 
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tunker, m. , im obd. verbreitete ableitung von tunken.
1) als nomen agentis zu tunken I A 1 a in den zusammensetzungen surmilich tunker 'geizkragen, der nur von kartoffeln und saurer milch lebt', tüpfeletunker 'einer, der gerne die sauce auftunkt' bei Martin-Lienhart els. 2, 694a.
2) 'bissen zum eintauchen' Fischer schwäb. 2, 469, vergl. tunk.
3) 'bückling' Fischer ebda.
4) 'mit engelrot gefülltes gefäsz der zimmerleute, in das die schnur eingetaucht wird' Unger-Khull steir. 183.
5) 'knicks', vgl. DWB tunken II B 2 a: reden, liebes mädchen, musst du ja nicht anders, als wenn du gefragt wirst, und auch damals nur, ja und nein, und immer einen tunker dazu Sonnenfels ges. schr. 4, 509.
6) 'schläfchen' Jakob Wien 197, zu tunken II B 2 b.
 
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tunkesel, m., 'kellerassel', s. DWB dunkesel teil 2, sp. 1551.
 
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tunkfeuerzeug, n., zu tunken I A 1 b γ: ein eminent chemisches feuerzeug ist ferner das ... stippfeuerzeug (tunkfeuerzeug) Karmarsch-Heeren techn. wb. 33, 479.
 
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tunkform, f., 'bei den lichtziehern das tiefe schmahle gefäsz, worin sich der geschmolzene talg befindet, in welchen man die dachte tunkt, um sie zu lichten zu ziehen' Adelung 4 (1780) 1104, zu tunken I A b γ, vgl. Schaffer dt.-frz. wb. 2, 2, 39.
 
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tunkhamen, m., flaches fischnetz, welches mittels einer stange senkrecht ins wasser herabgelassen und wieder gehoben wird, zu tunken I A 2: die handsenken sind in flüssen überall verbreitet und werden vom ufer aus oder auch im kahne benutzt. sie heiszen auch senker, senkhamen, tunkhamen, tauchhamen Seligo die fanggeräte (1914) § 75.
 
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tunkig, adj., 'darein man etwas tunken mag' Calepinus XI ling. (1598) 1467a.
 
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tunkmutter, f., zu tunken I A 2 c oder II B 1, vgl. handwb. d. dt. aberglaubens 1, 336: wenn die alten jungfern keine freyer bekommen, so müssen sie in teich kriechen und tunk-muttern werden Meissner sprichw. (1705) 126. —
 
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tunknapf, m., auch tunkennapf Pinloche-Matthias et. wb. d. dt. spr. (1922) 706, soviel wie soszenschale, sauciêre, zu 2tunke: wir hatten nichts darwider, dasz zuweilen eine blüthe in den tunknapf, oder in das essiggestell ein blättchen flatterte Jean Paul w. 1, 328 Hempel.
 
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tunknäpfchen, n., dasselbe, Campe 4 (1810) 911, Voigt handwb. f. d. geschäftsführung (1807) 2, 398. —
 
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tunkplatte, f., zu tunken I A 1 b γ: zum tunken selbst wird nun die fertige zündmasse (b. d. zündhölzerfabrikation) auf die tunkplatte gebracht Karmarsch - Heeren 311, 493. —

 

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