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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tungstein bis tunkbrot (Bd. 22, Sp. 1789 bis 1791)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tungstein, m. , vereinzelt auch tunkstein allg. dt. bibl. (1771ff.) anh. z. bd. 53-86, 1514 u. tungstēn, s. u.; wie engl. tungsten (erstbeleg 1770, s. Murray 10, 1, 467) aus norw.-dän.-schwed. tungsten 'schwerstein' entlehnt, das durch dt. vermittlung auch ins frz. gedrungen ist (tungstène, 1783, s. Bloch-v. Wartburg [1950] 625 u. P. Lévy la langue allemande en France 1 [1950] 194); im dt. seit dem 18. jh. häufig als mineralbezeichnung belegt.
1) 'der weisze wolfram, calcareus ponderosus, metallum ponderosum' (Campe 4 [1810] 911): der tungstein ... und der apatit erscheinen unter den kalkerden allg. dt. bibl. 105 (1791) 159 (s. auch ebda 110 [1792] 166); (ich bin nur) im stand, dir mit einem stücke tungstein zu dienen, das ich diesen sommer aus Carlsbad mitgebracht habe, und das deszhalb interessant ist, weil das mineral

[Bd. 22, Sp. 1790]


mit einem quarzkrystall verwachsen ist (15. 3. 1796) Göthe IV 11, 48 W. (s. auch ebda 20, 61); Scheel untersuchte ... den ... tungstein Zappe miner. hand-lex. (1817) 1, 213; tungstein oder schwerstein, ein stein, welcher seines grossen specifischen gewichtes wegen also benannt wird Oken allg. nat.-gesch. (1839) 1, 121 (s. auch ebda 282); tungstein, zum Scheelgeschlechte der erze und metalle gehörend (auch schwerstein genannt), ist meist milchweisz oder gelblich-weisz, durchscheinend, fettglänzend, im bruche fast muschelig, ungeformt oder krystallisirt Behlen forst- u. jagdkde (1840) 7, 448; tungstein ... Scheelerz Mothes ill. baulex. 4 (1877) 281; scheelit, schwerstein, tungstein, ein tetragonales ... mineral, grau, gelb, braun oder rot gefärbt, fettglänzend ...; chemisch ... wolframsaurer kalk, CaWO4 Brockhaus 16 (1933) 555; vereinzelt im plural, einzelne gesteinsstücke bezeichnend: Voigt, ein getreuer mitarbeiter auch im mineralogischen felde, kam von Karlsbad zurück und brachte sehr schöne tungsteine, theils in gröszeren massen, theils deutlich krystallisiert (1794) Göthe I 35, 32 W.
2) als terminus der radiotechnik findet sich tungstēn für wolfram, s. Brockhaus 19 (1934) 174 sowie s. v. tungsteinmetall u. vgl. engl. tungsten (2) 'a heavy, steel-grey, ductile, very infusible metal, contained in the above mentioned mineral and in wolfram' Murray 10, 1, 467.
 
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tungsteinmetall, n., 'wolfram' (zu 2tungstein), so bei Liebig handb. d. chemie (1843) 441 u. Mothes ill. baulex. 4 (1884) 488.
 
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tungsteinsauer, adj., wolframsauer (s. tungsteinsäure): eisen, tungsteinsaures, ein ... fossil, welches von gestalt derb ... vorkommt Zappe mineral. handlex. (1817) 1, 271; tungsteinsauer tungstique Mozin wb. 4 (1856) 876c.
 
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tungsteinsäure, f., wolframsäure (s. 2tungstein): er (der wolfram) enthält ... an tungsteinsäure 143 granen allg. dt. bibl. 81 (1788) 147 (s. auch ebda 104 [1791] 326 u. 110 [1792] 166); tungsteinsäure ... wolframsäure Karmarsch-Heeren techn. wb. 9 (1888) 717; ebenso bei Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 7, 741.
 
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tunisblume, f., in älterer sprache als pflanzenname bezeugt: thuenisbloemen Gesner horti Germaniae (1561) 259a; flos tunetanus thunisblum Tabernaemontanus new vollk. kräuterbuch (1588) 56; tunis-blume, wird nur in gärten unterhalten und giebt unterschiedene sorten, grosse und kleine, mit schwefel- oder auch goldgelben blumen haushalt.-lex. (1728) 971; tunis-blume, sonsten auch insgemein türckische negelein genannt, sind gold- oder auch citronen-gelbe blumen, eines unangenehmen geruchs Zincke allg. öcon. lex. (1744) 2, 2981.
 
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tunk, f. u. m., 'mit mist oder erde zugedeckter balkenkeller, unterirdische weberwerkstatt', s. DWB dunk, teil 2, sp. 1532 und vgl. 1tunke, unten sp. 344.
 
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tunk, m.(?), tunke(n), f., s. Ochs bad. wb. 1, 595, eingebrockte brotschnitte in der suppe, zu tunken I A 1 a. in dieser form alt im alemann.: ihr dunck uff der suppen ist das feissest Keisersberg bei Martin-Lienhart 2, 694 (der feisstest bei Schmidt els. 70a); dunk panis intinctus obd. gloss. d. 15. jhs. bei Diefenbach nov. gl. 268a. auch in der form dunken: ir dunken muss allwegen oben auf der suppen liegen Keisersberg bei Schmidt els. 70a. so auch als fem.: so ist ir duncken uff der suppen die best und die gesaltzest Pauli schimpf u. ernst 167 Ö. früh auch in der form tünkel, die, wenn auch als masc. gebraucht, wohl als diminut. ableitung anzusehen ist: kleine sündlin, deren sie wol ein ganzen haufen ... auf einen tünkel nehmen und ... hinabschlucken Osiander bei Fischer schwäb. 2, 467. auch im modernen alemann.: tunke, m., Ochs bad. wb. 1, 595; Mankel die mundart des Münsterthales 163. vielfach mit dentaler ableitung: tunket, tünkete, f. Fischer schwäb. 2, 470; tunkens, f. ebda 469; tunkis, n. Meisinger volkswörter u. volkslieder

[Bd. 22, Sp. 1791]


a. d. Wiesentale 17; dunkes, n. Schmid schwäb. 148; vgl. auch tunker 2, unten sp. 1806, besonders jedoch als diminutivum, vgl. tünkle Fischer schwäb. 2, 467, tünkli Tobler Appenzell 159, Seiler Basel 91, tunkel, tünkele Martin-Lienhart 2, 694a, tünkli, tünki Stalder schweiz. idiot. 1, 326, auch tunkerle, tünkerle Lexer Kärnten 77; die tünklein sind doch noch nicht so gar weich worden Hebel w. 2, 97 Behaghel. sprichwörtlich: er ist mir verwandt, aus der neunten suppe ein tünklein Kirchhofer schweiz. sprichw. (1824) 203; vgl.: fo der nünte supe-nes tünki Hunziker Aargau 65; fo sibe suppe es dünkli Seiler Basel 91; vo sibe suppen e tünkli Hebel w. 1, 88 Sütterlin u. weitere belege aus Baden bei Ochs bad. wb. 1, 596; von siwen suppen e tunken Martin-L. elsäss. 2, 694.
 
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tunkagras, n., vereinzelte nebenform von tonkagras (s. teil 11, 1, 1, sp. 776 und Marzell wb. d. dt. pflanzennamen 1, 329): ringsumher grünte tunkagras, schwallenzagel (d. i. schwalbenzagel) und marienflachs Musaeus volksmärchen 1, 50 Hempel; ruchgras, gemeines anthoxanthum odoratum L.; berggras, ... melilotengras, tunkagras, weidschmchen Holl wb. dt. pflanzenn. (1833) 309a.
 
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tunkapparat, m., zu tunken I A 1 b γ: in rationell eingerichteten betriebsstätten verwendet man (bei der streichholzfabrikation) ... besondere tunkapparate Karmarsch-Heeren techn. wb. 11 (1892) 494.
 
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tunkarbeit, f., zu tunken I A 1 b γ: man hat gegen die tunkarbeit mit warmen massen (bei der streichholzfabrikation) das bedenken, dass die ... arbeiter der gefahr der einathmung von phosphordämpfen ... mehr ausgesetzt sind Karmarsch-Heeren techn. wb. 11 (1892) 489.
 
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tunkbrot, n., in eine suppe oder sosze eingetauchtes brotstück, zu tunken I A 1 a: das war ein armer schlucker, der nur auf tunken reducirt war und sich den magen mit tunkbrod füllen musste Böttiger kl. schr. 3, 234 Sillig. auch in der form dunkenbrot Follmann Lothr. 112.

 

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