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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tünchergeselle bis tünchhacke (Bd. 22, Sp. 1786 bis 1787)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version)  -geselle, m., früh bezeugte handwerksbezeichnung: zu vorausz ... soll ein tünchermeister der stat paumeister vorsehen mit einem redlichen tuncher gesellen ..., des man ... bedarf zu stuben auf den versperten turnen und herniden zu weissen, verstreichen, und zu zeitten der stat pöden zu verstreichen Tucher baumeisterb. 55 lit. ver.; dass einmal aus einem tnchergesellen noch ein kaufmann und dieser endlich gar noch reich wurde allg. dt. bibl. (1771ff.) anh. z. bd. 53 —86, 1568; man hielt mich offenbar für einen wackeren tünchergesellen Keller ges. w. 3 (1889) 83; Biene war tünchergeselle von beruf Alverdes Reinhold (1931) 44. —
 
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-handwerk, n.: neue artikel und ordnung für die gesellen des hiesigen tüncher-, quadratur- und weiszbenderhandwerks, den 19. merz 1805, bey einem hochedlen rath genehmiget Beyerbach slg. d. verordn. d. reichst. Frankfurt 11 (1818) 3232.
 
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tüncherkelle, f., vereinzelt lexikalisch gebucht (s.tünchkelle): tuncherkelle instrument zum tünchen Güntzel haubtschlüss. (1648) 792. —
 
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-kübel, m., s. u. tünchermeister (J. Paul) u. tünchkübel. —
 
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-meister, m., wie tünchergeselle (s. dort) früh nachweisbar: nach dem allen soll der stat paumeister einen redlichen tuncher meister bestellen Tucher baumeisterb. 55 lit. ver.; die decorateurs haben alle ursache hiermit sich zu bereichern, ja wir dürfen behaupten, dasz nächstens kein echter tünchermeister dieses werk (W. Zahns buch über Pompeji) wird entbehren können Göthe I 49, 1, 164 W.; wenn es dabei etwas zu rathen giebt, so rath'ich auf einen tünchermeister, der die aussicht mit dem spritzpinsel gemalt hat Gutzkow ges. w. (1872) 5, 260; im vergleich: vielleicht treff' er (der gesandtschaftsrat) doch auf seinem seelenwandernden rösselsprunge durch die künftigen staaten einmal nach jahrhunderten einen staat ohne schulden und wohl eingerichtet, da man bisher den tünchermeistern geglichen, die das ganze jahr hindurch nur zerrüttete, beschmutzte, in unordnung gebrachte stuben voll schutt, mauergestelle und tüncherkübel betreten Jean Paul w. 59/60, 59 Hempel.
 
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-pinsel, m., wie tünchpinsel (s. dort): tüncher-pensel, weispensel pennellone da imbiancatore ò da imbiancare Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 189a; oder benetze solche (papierbogen) mit einem grossen tncherpinsel oder schwammen Rembold d. nützl. u. künstl.

[Bd. 22, Sp. 1787]


papier (Berlin u. Leipzig o. j.) 43; auch die alten herren und damen ..., die in dunkeln ... rahmen ... an den mauern hingen, hatten jeweilig vom spritzregen des tüncherpinsels flecke erhalten Alexis Isegrim (1854) 1, 90; im vergleich: wenn ich mich zum arbeiten zwingen will, so kommt es mir vor, als ob ich einen nur schwach reflectirten regenbogen mit dem tüncher-pinsel zu ende bringen sollte (3. 8. 1855) Hebbel br. 5, 254 W.
 
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-werk, n., wie tünchwerk (s. dort): tncher-werck ... opera ... d'ingessatore Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162b.
 
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tünchfarbe, f.: tnchfarbe colore grosso e vile da imbiancare le case Kramer teutsch-ital. 2 (1702) 1162a; tünchfarbe ..., weisse whitewash, ... lait ... de chaux Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 782. —
 
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-gelb, n., farbtechn. bezeichnung: gelber thon (ambergelb, gelberde, tünchgelb) ... dient zum tünchen der häuser Lueger lex. d. ges. techn. (1894) 4, 530; die zubereitung des ockers geschieht durch trocknen des grubenproduktes, wodurch er in verschieden grosse brocken (grubenocker, tünchgelb) gebracht wird ebda 6, 601. —
 
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-grund, m., malgrund (s. u. 1tünchen A 2 c): kriegsunruhen und unzählig anderes unglück ... verursachten gleichfalls die gänzliche vernachlässigung solcher werke, da denn das unsere (Lionardos abendmahl) bei den schon angeführten inneren mängeln, besonders der mauer, des tünchgrundes, vielleicht der mahlweise selbst, dem verderben schon überliefert war Göthe I 49, 1, 216 W.
 
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-hacke, f.: tünchhacke plaster-hatchet, hacherau Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 300. —

 

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