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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tummelwetter bis tummheit (Bd. 22, Sp. 1750 bis 1751)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tummelwetter, tümmelwetter, n., gewitter, vgl. 2tummeln 2 und tummelschlag, mundartlich Martin-Lienhart els. 2, 684; Follmann lothr. 89; für Saarwerden Klein provincialwb. (1792) 2, 201. —
 
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tummelwitzig, adj., taumelig, schwindlig Hintner Tirol 36; vgl. tummelfitzig Fischer schwäb. 2, 453.
 
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tummelzaum, m., zaum zum tummeln der pferde Fischer schwäb. 2, 453. —
 
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tummelzell(e), subst., pflanzenname, myosurus minimus Mattuschka flora Silesiaca (1776) 1, 283; Holl pflanzenn. (1833) 385b; Waldbrühl (1841) 66. —
 
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tummelzeug, n., veraltet, ausstattung, die benötigt wird, ein pferd zu tummeln Kramer t.-it. 2 (1702) 1161c.
 
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tümmer, tümper, tumper, adj., trüb, düster, dämmerig (s. unter timmer teil 11, 1, 1, 501; dimper teil 2, 1152; dumper ebda 1522 und dämmer ebda 709): sublustris ... heiterlecht, tümmer Calepinus dict. VII ling. (1579) 1480; ein tumperes glas Abr. a s. Clara s. w. 10 (1836) 225; eines so tumpern lichts ders., w. 3, 203 Strigl; tumper wetter nubilum et turpe coelum Weismann lex. bip. (81725) 2, 417a; vereinzelt auch von der stimme: ich hab auch ein kleine vnnd tumpere (dunkle, leise, schwach tönende) stimm Mathesius w. 3, 298 Loesche; tumper stimm vox fusca Weismann lex. bip. (81725) 2, 417a; hierher ist wohl auch tumbar 'dumpf' zu stellen, das sich bei Grimmelshausen vereinzelt findet: mein hospes eilte behend herzu, mir wieder aufzuhelffen und zu sehen, ob ich etwan von dem tumbaren schusz eine wunde empfangen hätte simpliciana 12 Scholte (1. cont.); in neuerer zeit nur noch obd. nachweisbar: heut bin ich zufrieden, wenn ich einem menschen in seiner dumperen herzensnacht nur für ein stünderl ein licht anzünden kann Ganghofer der dorfapostel (1900) 135; adverbiell: ihna lamp'n brennt dumper Hügel Wien 51; s. auch Loritza id. Vienn. 37, Mareta österr. 15, Unger-Khull steir. 182, Lexer kärntn. 75, sowie die belege bei Schmeller bair. 1, 372, Schöpf tirol. 94 und Fischer schwäb. 2, 142 s. v. demer.
 
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tümmer, m., 'lärm, getöse', vereinzelt neben gleichbedeutendem tum(m)el und getümmel (s. dort, sowie unter tummern):

mit schiessen war ain solch tümmer,
mich wundert dasz das frawzimmer,
warlichen z derselben frist
nit vil herter erschrocken ist
H. Wirre fürstl. hochzeit (1568) m 5b.


 
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tummerheinz, m., dummkopf, s. teil 2, 1519.
 
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tummern, vb., 'schlagen, klopfen, lärmen', formvariante von 2tummeln (s. dort sowie o. tümmer u. vgl. DWB getümmer, DWB getummere neben getümmel teil 4, 1, 3, 4588,

[Bd. 22, Sp. 1751]


ferner gleichbedeutendes temmern, dämmern, dammern teil 2, 710 s. v. dämmern):

und mit drîn blîdin dummirtin
daran nâch sturmis sittin
Nicolaus v. Jeroschin kron. v. Pruzinlant 12310 Strehlke;

und nach der enpfachung hat man alles handgschütz und wagenbichsen mitainander laussen abgan, das hat ain grosz dumeren gemacht (16. jh.) städtechron. 23, 273 (Augsburg) (ebda 105 auch: die bichsen ... machten überaus ain grosz knellen und dumlen); in neuerem sprachgebrauch nur noch mundartlich vertreten: dumn (mhd. tummern) klopfen Gerbet Vogtland 136 u. 164; dummern ein dumpfes geräusch Schmitz Eifel 223; dymərn 'mit einem schweren hammer zuschlagen' rhein. wb. 1, 1558; dummern poltern, tosen Schröer ungr. bergl. 47.
 
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tümmerze, f., 'gefängnis', formvariante des auch als temnitz, timnitz, tümnitz (s. teil 11, 1, 1, 501), tymmenitcze (s. u.), temenitze Schiller-Lübben 4, 526, temlitz, tömlitz Frischbier pr. 2, 398, tims Schröer ungr. bergl. 44 u. tämelz (über magy. tömlöcz) Kramer Bistritz 129 ins dt. gedrungenen slav. timinica kerker (russ. temníca, poln. ciemnica, tschech. temnice, s. Ph. Wick die slav. lehnwörter i. d. nhd. schriftspr., diss. Marburg 1939, 96 u. 102), die in älterer ostmd. sprache mehrfach bezeugt ist (s. auch Müller-Fraureuth obers. 1, 261 u. Weinhold schl. 101): nischte anders, as wen inner (als wenn einer) in der tümmertze sesze und krigte nischte as schimlich brudt (brot) und stinckende wosser im suntige (sonntage) ze frassen und ze sauffen Gryphius lustsp. 257 Palm; der mann ist durchgangen, hat viel schulden gemacht. nun dencken sie, die frau hat was beym kopffe kriegt, das sie nun nicht heraus geben will, da steckt sie nun in der tümmertze, und wo niemand gut vor sie wird, so möchte sie nicht so bald auff ihr ritter-gut spatzieren können Chr. Weise theatral. sittenlehre (1719) 110; hat er nicht den obristen Widewitz gekennt, der die alte timmertze oberhalb der Weichsel eingenommen hat? ders., erznarren 101 ndr.
 
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tummheit, tummigkeit, f., s. teil 2, 1519 f. unter dummheit, dümmigkeit.

 

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