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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tümen bis tummelbaum (Bd. 22, Sp. 1717 bis 1721)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tümen, vb., rühmen (s. Graff 5, 337 s. v. tômjan, mhd. wb. 3, 133 u. Lexer 2, 1558 s. v. tüemen); frühnhd. nur noch vereinzelt bezeugt: sauffen, huren, spielen unnd finantzen, mit listigen praticken landt unnd leut bescheissen und umb jhr hab bringen, werden von vielen inn dieser welt, entweder keine oder geringe snde geacht, ja als besonder knstlin gebt, getmbt und gelobet M. Ambach von tantzen (1545) A 4a.
 
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tumig, adj., unverständig, s. teil 2, 1520 s. v. dummig sowie bei Diefenbach nov. gl. 163b s. v. extorquere.
 
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tumm, adj., einfältig, töricht, s. teil 2, 1510 s. v. dumm.
 
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tumm, m., 'mist' mit derselben verbreitung wie tum(m)en.
 
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tummel, tümmel, m. , sonus, tumultus. herkunft und form.
postverbale zu 2tummeln (s. d.); vgl. ferner gedümmel teil 4, 1, sp. 2051; getümmel ebda 4, 1, 3, sp. 4570; getümmer ebda 4588 sowie tümmer unten sp. 1750 zu präfixlosen neutralen kurzformen von getümmel s. teil 4, 1, 3, 4575, 3 a. im vergleich mit dem verb überwiegen die umgelauteten formen, wohl unter einwirkung der kollektivbildung getümmel: (1483/89) dok. z. gesch. d. bürgermeisters Hans Waldmann 2, 447; Keisersberg schiff d. penitentz (1514) 83c; Petri bibelglossar (Basel 1523) sowie die von ihm abhängigen glossare von Knoblouch (Straszburg), Steiner (Augsburg) und Farkall (Hagenau), vgl. Dauner d. obdt. bibelglossare d. 16. jhs. 9; 135; (1529) Kessler Sabbata 311; trunkenmette A 3a; (um 1550) Kaspar Scheit frölich heimfart v. 449 Strauch; (1535) Binder Acolastus in: schweiz. schausp. d. 16. jhs. 1, 259 v. 2065 Bächt.; Pinicianus Scanderbeg (1561) 165b; Endinger judenspiel (1616) 685; Rebmann naturae magnalia (1620) 171. — umlautlose formen: (anf. 12. jh.) Rolandslied 6058; (12. jh.) spec. eccl. 80 Kelle (tumil); (1523) Zwingli 1, 324 Schuler-Sch.; (1534) Schmidel reisen 33 lit. ver.; (1644) S. Bürster schwed. krieg 123

[Bd. 22, Sp. 1718]


Weech; wunderhorn, s. A. v. Arnim s. w. 14 (1846) 80; G. Keller w. (1889) 9, 125; nd. nur bei Th. Kantzow chron. v. Pommern 43 Böhmer (um 1540); Voss ged. (1803) 6, 43; lexikalisch Campe 4, 909; mundartlich Fulda allg. dt. idiot. (1788) 559; Schmid schwäb. 147; Fischer schwäb. 2, 451; Reiser Allgäu 2, 742; Pennsylvania-wb. 46; Müller-Fraureuth obersächs. 1, 261; Jensen nordfries. 646. — umlautlose neben umgelauteten formen Montanus schwankbücher 11 (u); 51 (ü); Schmeller cimbrisch 179; neben umgelauteten und entrundeten formen Aventin 1, 190 (u); 4, 178; 320 (ü); 4, 59; 61 (i). — entrundung (1564) S. Schertlin briefe 167 Herberger; Autenrieth pfälz. 33. — eingeschobenes b bairisch (s. Weinhold bair. gramm. § 126) Aventin 1, 190; 4, 59; 61. bedeutung und gebrauch.
tummel ist schon in einem der frühesten belege unmittelbar neben und gleichbedeutend mit getumel als sonus bezeugt (s. u. 1 a). beide worte haben ihren bedeutungsbereich erweitert zu 'tumultus', vielleicht unter einwirkung des lat. worts, doch vgl. die entsprechende entwicklung von geschälle 3, teil 4, 1, 2, sp. 3832. ein bedeutungsunterschied zwischen simplex und kollektivbildung (so Petri bibelglossar [1523]: 'tümmel gethön, geschrey; getümmel ungestimb, auffrur' s. Frommanns zs. f. dt. maa. 6, 42 u. 44; vgl. auch Schütt Petris bibelglossar 47; Dauner d. obdt. bibelglossare d. 16. jhs. 135; 9) ergibt sich nicht aus den literarischen zeugnissen. in der schriftsprache hat sich durch und seit Luther die kollektivbildung durchgesetzt, vgl. teil 4, 1, 3, sp. 4572 getümmel I b. tummel und tümmel ist fast nur obd. bis zur mitte des 17. jhs. bezeugt (vgl. jedoch Th. Kantzow unten 1 b; J. H. Voss unten 2; schweizer. 19. jh. G. Keller s. u. 1 c; vgl. auch tummelgetose).
1) sonus.
a) von elementaren geräuschen, 'sausen', 'rauschen', auch 'donnern': alin gahis wart ein tumil und ein chradim von himele. do chom der heilige geist, und erschein den herin botin mit viwerinin zungin (12. jh.) specul. ecclesiae 80 Kelle (et factus est repente de caelo sonus, tamquam advenientis spiritus vehementis), vgl.getumele als übersetzung d. gleichen stelle ebda 86;

davon (von einem see) man allzeit wunderbar
ein tümmel höret rauschen har
J. R. Rebmann naturae magnalia (1620) 171;

mundartlich 'donner' Autenrieth pfälz. 33; Schmeller cimbrisch 179, s. u. tummelschlag.
b) von geräuschen, die durch instrumente, durch menschliche oder tierische stimmen, durch ungestüme bewegung von mensch oder tier hervorgerufen sind, oft von 2 'tumultus' schwer zu scheiden:

(Roland bläst sein horn)
ther scal wart sô grôz,
ther tumel unter thie heithenen thôz,
thaz niemen then anderen mahte gehôren (anf. 12. jhs.) Rolandslied 6058 Bartsch;

so hebt sich in der stuben ein dümmel,
von stülen und bencken ein grosz gerümmel (16. jh.) trunkenmette A 3;

on underlasz ... eileten die Teutschen der stat Rom zue, liessen ander stet underwegs unpekümmert unangefochten, ruckten für und für mit einem groszen geschrai, g'rümpl und tüml, schriern nur schlecht Rom zue Aventin 4, 320 Lexer; (überfall des Gideon) da ein solchs gerümel und tümel war, rumpleten die feind urbering (plötzlich) im schlaf auf, hörten ein solchs pusaunen und plasen und geschrai, sahen die liechter ebda 4, 178;

losz, heb still, ich ghör ein tümmel! (1535)
G. Binder Acolastus, s. schweiz. schauspiele d. 16. jhs. 1, 259 v. 2066 Bächtold:

nachdem nun das eisen genugsam gelitten,
kömmt wagner Franz vor die schmiede geritten,
er bringt mit sich der räder drei:
'die müssen flugs beschlagen sein!'
giebt wieder ein rummel, gemummel und tummel wunderhorn, s.
A. v. Arnim s. w. 14 (1846) 80.

[Bd. 22, Sp. 1719]


im niederdt. einmal bezeugt: alse die lude nhu den tummel und wrinschent der perde horeden, wusten se nicht anders, jd weren ere hern hertoch Bugslaff und hertoch Casemir gekhamen (um 1540) Th. Kantzow chron. v. Pommern 43 Böhmer.
c) vom leeren äuszeren schall, dem eine innere beteiligung nicht entspricht (vgl. DWB geschälle 1, teil 4, 1, 2, 3832): disz volk êret mich mit den lefzen und maul, aber ir herz ist weit von mir, si êren mich vergebens mit menschentand, und nur weit von mir mit irem grumpel und tumpel. ir geigen und pfeifen will ich nit mêr hören Aventin s. w. 1, 190; nur weit hindan von mir mit dem grimpl und timpl deines plerren ebda 4, 61; damit wir uns selbs nit triegen mit unsern ... aufgeplasnen unnützen titl und nämen, lieblosem gefert, lären plossen worten, unandächtigem grimpl und timpl, ungotsforchtigem prangen und angenumer weis, welchs alles wir uns selbs fürgenomen und aufgesetzt haben ebda. 4, 59. 'leerer lärm und betriebsamkeit': sich hie, was ist der tummel aller örden anders, weder dasz sy anders leerend, weder gott geleert hat Zwingli dt. schr. 1, 324 Schuler-Sch.; hierher wohl im gedicht 'die zweifellosen', d. i. 'von sich überzeugten':

bei euch ist nichts als lärmendes geschiebe,
in wildem tummel trollt ihr euch herbei,
meszt aus und schlieszt den zirkel sonder scheu,
als ob zu hoffen kein Kolumb mehr bliebe
G. Keller ges. w. (1889) 9, 125.


2) tumultus. lärmende bewegung, verwirrung, menschenauflauf, auch gefecht. das moment der bewegung ist mit dieser bedeutung des substanivs enger verbunden als mit der entsprechenden des verbs.: ich sihe wie der gtig her Jesus also gewaltigklich und graussamklich von den juden ist angefallen worden, mit so groszem geschray, tümmel und ungestümigkait jn angriffen, strick geworffen an seinen hayligen halsz, gebunden sein hayligen hend, also auff jn gefallen und getobt Keisersberg schiff d. penitentz (1514) 83c; iederman fiel in die götzen. man reisz sy ab den altär, wenden und sülen; die altär wurden zerschlagen, die götzen mit den axen zerschitet oder mit hämern zerschmettert; du hettest gemaint es geschech ain feldschlacht. wie war ein thümmel! wie ain gebrecht, wie ain tosen in dem hochen gwelb (1529) Kessler Sabbata 311 Egli u. Schoch; darzu verprenten sie unnsz auch 4 grosze schieff, welche auf ein halbe meil vonn unnsz auff dem wasser stunden. das folckh, so drauf gewesen unnd kein geschiz hette, als es solchen groszen tumeln der Inndianer sahen, flôch es aus diesen 4 schieffen in anndere 3, so nit weit darvon stunden und darinen geschiz war (um 1550) Ulr. Schmidel reisen 33 lit. ver.;

in solchem tümmel sich bereit
zur newen fart fraw Adelheit (um 1550)
Kasp. Scheit frölich heimfart v. 449 Strauch;

die braut iren breütigam fraget, was doch den morgen vor der kirchen für ein geschrey und tummel gewesen were (streit, hader) (1557/66) Montanus schwankbücher 11 lit. ver.; (bei einem tanz entsteht streit) yederman von läder gezuckt und frid gemacht. als solchs die mädlin gesehen, allsamen geflohen; dann sie geforcht, sie in solchem tümmel sterben müssen ebda 51; es seind schier mehr zertretten in selbem thümmel und zanck ... von jren eigen leüten und waffen, dann von feinden Pinicianus Scanderbeg (1561) 105b; (überfall des klosters durch soldaten) indeme würd man desz tummels in dem closter gewahr, schluog sturmb Seb. Bürster schwed. krieg 123 Weech. anders, 'gefecht': (1564) wir haben heut mer erfarn, weder (als) jch gestern im timel gewist, sonst het jchs dem statschreiber auch anzaigt Seb. Schertlin briefe an d. stadt Augsburg 167 Herberger. vereinzelt 'lärmende geselligkeit': (gedicht 'die häusliche')

mir freude des lebens
ist garten und haus.
man lockt mich vergebens,
ich gehe nicht aus.
im tummel da zwing ich
so dumm mich und stumm;
hier sing ich und spring ich
im garten herum
J. H. Voss s. gedichte (1802) 6, 43.

[Bd. 22, Sp. 1720]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tummel, m., 'rausch'. s. a. dummel teil 2, 1515; junges postverbale zu 3tummeln. lexikalisch bezeugt von Stieler (1691) 2361 bis Adelung 4 (1780) 1101 und Campe 4 (1810) 909; heute auf mundartlichen gebrauch beschränkt: Martin-Lienhart elsäss. 2, 684; Fischer schwäb. 2, 452; Strodtmann Osnabrück 253; brem.-nieders. 5, 128; Müller-Fraur. obers. 1, 261.
literarisch: im 17. jh. zuerst und sehr häufig belegt, auch im 18. noch lebendig; 'rausch' (vgl. DWB tummelchen (3) und tummelein): sind wir früh vor 4 uhr aufgestanden, da uns dann die köpfe von dem vergangenen tummel schwer und unlustig gewesen (1627) Z. Allert tagebuch (1887) 15; Grimmelshausen 2, 216; 406 Keller; bei vollem sadtem bauch und halben tummel gibts schlechte meditationes Joh. Schmidt christl. gott wolgefäll. busz (1671) 206; er bekam einen tummel im kopff und schlieff sanfft darauff F. F. v. Troilo oriental. reisebeschr. (1676) 564; sie sein von dem gestrigen tummel so eingenommen, dasz sie nicht eher ein auge aufthun können, bis die nacht wieder heran kommet S. v. Butschky rosenthal (1679) 1101; della Valle gestehet, dasz er so bezecht gewest ... dasz er auf keinem fusz stehen können, also, dasz er sich an die stricke desz zelts anhalten müssen. endlich vergieng ihm der tummel ein wenig, dasz er wieder gehen und auf sein pferd steigen können E. Francisci lufft-kreis (1680) 248; soldaten, die lieber haben tummel als trummel, sind nichts nutz (1680) Abraham a s. Clara w. 1, 155 Strigl; vgl. Judas der ertzschelm (1686) 1, 88; 4 (1691) 306; etwas für alle 2 (1711) 735; frantzös. Simplicissimus (1683) 1, 79; Michael Kautzsch d. polit. u. lust. tobacksbruder (1684) 177; Lolivetta das teutsche gespenst (1684) 211;

steh auf und komm ins haus
da schlaff den tummel aus
Chr. Weise überfl. gedancken (1692) 2, 204; liebesalliance (1708) 57;

Tranio trunck seiner Sorellen so offte zu gefallen, dasz er einen halben tummel bekahm Celander verliebter student (1713) 1, 129; neue schauspiele (1771) 12, stück 4, s. 35; spukereien des teufels (1788) 22; redensarten, womit die Deutschen die trunkenheit einer person andeuten ... er hat einen tummel Lichtenberg verm. schr. (1800) 3, 38; Körte sprichw. (1837) 529.
vereinzelt mit erotischer färbung:

haben wir uns nicht zuletzt
erst ergetzt,
und den tummel ausgelassen?
als wir neulich, weiszt du wo?
auf dem stroh
adams-äpfel aszen
Günther gedichte (1746) 913;

von Stefan George wohl aus der ma. übernommen:

ihr fahrt in hitzigem tummel ohne ziel
ihr fahrt im sturm ihr fahrt durch see und land stern des bundes 36. —

offenbar gelehrte konstruktion nach tummeln B 3 ist die nur von Stieler bezeugte bedeutung vexatio, exagitatio, insectatio, vexamen stammbaum (1691) 2361, vgl. u. tummelung.
 
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tummel, m., bergmännisch: runde, gewölbeartige erweiterung der strecken bei dem sogenannten tummelbau, s. d.
 
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tummelbahn, f., kampfplatz, vgl. DWB tummelplatz:

doch, was Savoyen thut, das steht mir besser an,
sein hertzog hält sich so auf dieser tummelbahn,
dasz Franckreich ewiglich sich wird darüber grämen
Caspar Abel Nicolas Boileaus gedichte (1729) 446;

bildlich:

freundlich führt uns deine (des todes) dürre hand
aus der tummelbahn von ungewittern
in ein stilles, fehdeloses land
Langbein s. schr. (21841) 1, 85.


 
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tummelbank, tümmelbank, f., vgl. 3tummeln A 1, 'auf einigen schiffen eine in der kajüte stehende bank, deren rückenlehne an den beiden endstützen so beweglich ist, dasz sie bald nach der einen, bald nach der andern seite gehoben werden kann, je nachdem man sich setzen will' Bobrik

[Bd. 22, Sp. 1721]


seewb. (1850) 90a. —
 
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tummelbau, m., auch tunnelbau (s. Dannenberg - Frantz bergmänn. wb. (1882) 396 f. u. 354 s. v. splisse), ein bei der feinerdigen braunkohle unweit Bonn früher übliches abbauverfahren, seit 1836 verboten. in den abbaustrecken wurden seitenstösze und firste kreis- und bogenförmig ausgehauen. sobald auf der sohle die weite etwas beträchtlich geworden war, brach die kohle der firste von selbst herein und füllte den tummel (s. 3tummel) u. vgl. Veith bergwb. (1870) 506; Karmarsch - Heeren techn. wb. (31876) 1, 394; die nothwendigkeit, dem durch seine verwüstung des braunkohlenlagers eben so verderblichen, als für die gesundheit und das leben der ein- und ausfahrenden, selbst der auf der oberfläche wandelnden personen gefährlichen raubbau, tummelbau genannt, ein ziel zu setzen bei Veith bergwb. 55.
 
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tummelbaum, tümmelbaum, m. , bezeichnung verschiedener arten von haspeln.
1) vertikaler: tummelbaum ... eine senkrecht stehende welle, um welche sich beim herumdrehen das tau, an welchem eine last heraufgezogen werden soll, umwindet Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 376; im bergbau innerhalb eines gerüsts angebrachter senkrechter baum, von oben und unten in einer spur gehend und mit einem hebel oder arm versehen, um damit den aus dem schacht gezogenen kübel auf die seite zu drücken Mothes baulex. (31874) 4, 279; auf schiffen eine senkrecht stehende winde, welche ... zum ankerlichten, zum bugsieren und ähnlichen schweren arbeiten dient Bobrik seewb. (1850) 699a; in einigen gegenden bestandteil altertümlicher keltern: 'im kelterraum an boden und decke um sich selbst drehbar befestigter balken, der durch eine quer hindurch gesteckte stange gedreht wurde. es wickelte sich dann ein dickes seil um ihn auf, durch welches die hebelstange an der kelter bewegt wurde' rhein. wb. 1, 1559; Fischer schwäb. 2, 453; ebda 1, 713 s. v. baum 3 b.
2) auch das ganze gerät wird tummelbaum genannt: tummelbaum ... eine alltägliche, im hochbau, bei abteufungen, rammmaschinen, vorzüglich verwendete hebemaschine aus holz erhält ein voluminöses gerüste behufs sicherer lagerung der haspelwelle und gewinnung des erforderlichen laufweges für die die maschine bethätigenden arbeiter Karmarsch-Heeren techn. wb. (31876) 4, 288.
3) horizontal liegender hebel, vermittels dessen ein göpelwerk gedreht wird Veith bergwb. (1870) 506; Mothes ill. baulex. (31874) 2, 454. —

 

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