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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tülps bis tumig (Bd. 22, Sp. 1716 bis 1717)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tülps, m., s-bildung (wie in flapps, tapps, schlaks, knirps) zu tülp 'tölpel' (s. teil 11, 1, 1, 654 [6]):

hund, toller tülps! zurücke,
du dummes wildes stücke
Gottsched beitr. z. crit. hist. (1732) 1, 142.


 
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tulsch, tülsch, adj., trüb, dunkel, vereinzelt statt dulsch (s. Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 681; Schmidt elsäss. 69 u. Straszb. ma. 29): das hertz des den du schmechst, es würt fast verwund von dem streich der geissel deiner zungen; es ist von der selben schnatten (hieben) blaw, tülsch Joh. Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 138d.
 
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tulte, tülte, f., gefäsz, krug, früh im nd. sprachgebiet neben vereinzelt em dult nachweisbar, s. Schiller-Lübben 1, 594; 4, 629 u. 6, 285; brem.-nieders. wb. 5 (1771) 128 (tulte groszes geschirr, wanne, kübel) u. Mensing schlesw.-holst. 5, 203 (tült neben tülp und tülk 'kübel'); metaphorisch: ene olde versapen tulte 'ein altes versoffenes weib' brem.-nieders. 5 (1771) 128; so vereinzelt auch hd.: teglichen war ein altes weib trunken und gar ein versoffne tulte Kirchhof wendunmuth (1602) 1, 531.
 
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tulunk, interj., laut der frösche:

(die frösche) rieffen das hat gethan gar gecksch
koachs, wrecke, vky, kekechs
ryller, tryller, kulo tulunck
Rollenhagen froschmeuseler (1595) C 6a;

nun hört man aus pfützen und lachen die frösche
herliedeln ihr tulunk, ihr koaxgewäsche
Wencel Scherffer geist- u. weltl. ged. (1612) 141; vgl. auch ebda 83.


 
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tum, m., s. unter dom teil 2, 1233 u. thum teil 11, 1, 1, 434.
 
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tumbe, f.(?), entlehnt aus lat. tumba (aus griech. τύμβος) 'grab(hügel)', das im roman. fortlebt (Meyer-Lübke 3747 [8977]) und auch ins mnd. (tumbe Schiller-Lübben 4, 629), mndl. (tomme, tomb[e], tumme, tumbe Verwijs-Verdam 8, 534) und me. (toumbe, tumbe Murray 10, 1, 120) gedrungen ist; im dt. nur vereinzelt nachweisbar: tumba ... tumbe gemma gemm., Köln 1507 u. Augsburg, 1512 bei Diefenbach gl. 601a; unnd also verstendigen wir dich, durch solch unser schreiben, das wir des willens sein, mit einer unüberwindlichen macht und heerskrafft, mit fewer brennen, verherung unnd verwüstung aller deiner lande, ein tumben oder sarck umbher zuführen, vnnd blut zu vergiessen brief v. 1562 in: script. rer. Livonic. 2 (1848) 242; tumbe, getumbe ein ausgemauertes grab, grabmahl brem.-nieders. wb. 5, 128. vgl. auch tumba 'scheinbahre' bad. wb. 1, 590.

[Bd. 22, Sp. 1717]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tumbholz, tummholz, n., s. u. DWB tonnenholz teil 11, 1, 1, 797f.
 
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tumblachter, tumplachter, m. u. f., längenmaszbezeichnung der älteren bergwerkssprache (s. auch unter dumplachter teil 2, 1529, sowie Veith dt. bergwb. [1870] 313 s. v. lachter). das erste kompositionsglied istwie in tumbholz (s. dort) — tunne, tonne: wo auff einem ort nicht so viel kiesz und ertz am anbruch wäre, dasz nach dem centner verdinget mchte werden, ... so sollen sie es nach dem tumblachter oder berglachter verdingen S. Span speculum juris metallici 238; dump-lachter ist ein maasz von vier prgerischen ellen, und so hoch soll ein stolln von der sohle an, bisz auf die firste seyn. in hundert dump-lachtern mag die sohle eines stollns auf ein und ein halb prgerische ellen steigen Minerophilus bergw.-lex. (1730) 175 u. 672; ähnlich bei Herttwig bergbuch (1734) 107, in: bergmänn. wb. (1778) 565 sowie bei Adelung 1 (1774) 1436; von Campe 1 (1811) 763 u. Dannenberg-Frantz bergmänn. wb. (1882) 99 als veraltet bezeichnet.
 
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tum(m)en, vb., stercorare, mundartliche nebenform von düngen (s. teil 2, 1531; bad. wb. 1, 594: 'hinter diesen formen steckt ein lautgesetz, das im 16. jh. die verbindung -ung wandelte in -um[m]'): tumə Enderlin ma. v. Kesswil 53 (s. auch ebda 107, 131 u. 142); tummen Stalder schweiz. id. 326; bad. wb. a. a. o.; dummen Unger-Khull steir. 182; tummen Delling beitr. z. e. baier. id. 1 (1828) 140; früh schon im schwäb. nachweisbar (s. auch Fischer schwäb. 2, 465 s. v. dungen): z welcher zitten die acker z misstend oder tummend sind (1491) Oesterreicher Columella 1, 106, 12; ee das wir das ring mager ertrich zum andern mal erind, gezimpt es sich z tumen, wan des begert es als der frung ebda 1, 72, 12; daneben finden sich formen mit anl. lenis (gedumpt ebda 1, 55, 9) und entrundung (gedimpt ebda 1, 55, 2); allmendthail ... sollen ... in der brach getumbt und gebessert werden qu. a. d. 16. jh. bei Fischer a. a. o.
 
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tümen, vb., rühmen (s. Graff 5, 337 s. v. tômjan, mhd. wb. 3, 133 u. Lexer 2, 1558 s. v. tüemen); frühnhd. nur noch vereinzelt bezeugt: sauffen, huren, spielen unnd finantzen, mit listigen praticken landt unnd leut bescheissen und umb jhr hab bringen, werden von vielen inn dieser welt, entweder keine oder geringe snde geacht, ja als besonder knstlin gebt, getmbt und gelobet M. Ambach von tantzen (1545) A 4a.
 
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tumig, adj., unverständig, s. teil 2, 1520 s. v. dummig sowie bei Diefenbach nov. gl. 163b s. v. extorquere.

 

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