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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tugendsamlich bis tugendschweisz (Bd. 22, Sp. 1682 bis 1683)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tugendsamlich, adj., wie tugendsam: so wellen sey (die klosterleute) in ihr ruw und in irm closterleben stet beleiben und mit ettwaz iebungen tugentsamlich pilgrim des hailigen lands werden (1492) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 282.
 
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tugendschatz, m., 'besitz, fülle an tugend': ihr ... den gott hat lassen erben der eltern tugend-schatz Rist neuer teutscher Parnass (1652) 640;

was zierten sie für tugendschätze!
Triller poet. betrachtungen (1750) 5, 38.

auch von tugendhaften menschen gesagt:

noch viele damen, wer könnt' alle wissen.
jedwede schön, ein tugendschatz fürwahr
Regis Bojardos verl. Roland (1840) 4.


 
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tugendschein, m.
1) glanz der tugend (vgl. tugendlicht):

es blitzet an der stirn der rechte tugendschein
Morhof ged. (1682) 11;

ihr (Rosettchens) geist, der lauter tugendschein
in allem thun vnd reden weiset Königsb. dichterkreis 86 ndr.;

heuchler, die in diesem leben
sich lediglich dahin bemüht,
den lastern tugendschein zu geben
Triller poet. betrachtungen (1750) 1, 111;

jedoch dein bild, mein herr, dein edler tugendschein
macht mich weit menschlicher
Gottsched dt. schaubühne (1740) 6, 46.

vom tugendhaften menschen gesagt:

kein frauenzimmer sol so weit beruffen werden,
als Karitillchen du, du ädler tugendschein
Neumark fortgepfl. lustwald (1657) 1, 300.


2) anschein von tugendhaftigkeit: war das nur eine aus lauter tugendschein gewobene verhüllung? B. Auerbach schr. (1892) 6, 15; die meisten suchen ihren vortheil im

[Bd. 22, Sp. 1683]


tugendschein Fontane vor dem sturm 8682. —
 
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tugendscheinbar, adj., vereinzelt frühnhd. 'von tugend leuchtend', vgl. DWB edel vel tugentscheynbar insignis Diefenbach mlt.-hd.-böhm. wb. 157: der tugendscheinbaren frauen Gorgo ... und anderer tugendberümten frauen Fischart w. 3, 180 H.
 
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tugendschimmer, m., wie tugendglanz:

das beste kauffmannsguth bleibt doch der tugend-schimmer,
der in der jahre lentz mit reiffer frucht auffsteigt
Männling poet. blumengarten (1717) 621;

so können auch dergleichen befleckte und tadelnswürdige weibesbilder ... dero allerseits tugendschimmer gar nichts entziehen Amaranthes frauenz.-lex. (1715) vorr. ):( 6b. —
 
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tugendschmuck, m., 'tugendhaftigkeit': stehts dann so schön, mein lieber Christ, ach so dencke: es stünde dieser tugend-schmuck mir auch wohl an J. D. Frisch neukling. harpfe Davids (1719) 833; dein reiz, dein tugendschmuck, verdienen diesen preis dt. schaubühne (1741) 2, 364 Gottsched.
 
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tugendschön, adj., 'schön, ausgezeichnet durch tugend': ich ... wünsche dem herrn ... eine vielbegüterte tugendschöne ... jungfrau Harsdörffer teut. secretarius (1656) 1, B b b 2b; tugendschönes gemüht Schottel teutsche haubtspr. (1663) 467; Allwerth (gestalt bei Fielding) dieser tugendschöne und zugleich weiseruhige Jean Paul w. 49/51, 229 Hempel.
 
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tugendschöne, f., wie tugendschönheit, 'durch tugend erlangte vollkommenheit': wahrheit- und tugendschöne ist wie das sonnenlicht unwandelbar, würksam und erwärmend Herder 5, 650 S. abschätzig: die herren sind so hoch droben im empyreum transcendenter tugendschöne, dasz sie sich um kleinigkeiten hienieden nichts kümmern Göthe I 37, 213 W.
 
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tugendschönheit, f.:

tugendschönheit welcket nicht,
wie die haut geschminckter wangen
Knittel sinnenfrüchte (1677) 13.


 
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tugendschule, f., als äuszere einrichtung und innere formung: gedenket, dasz derselbe der gelehrteste ist, welcher in der tugendschul studiert hat Abr. a s. Clara w. 2, 154 Strigl;

wahr ist's, wohl erzogen werden
ist eine tugendschul'
Alxinger s. w. (1812) 6, 32;

die elenden vertheidiger des theaters, die es mit aller gewalt zu einer tugendschule machen wollen, thun ihm mehr schaden, als zehn Götze Lessing 17, 302 L.-M.
 
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tugendschweisz, m.:

wer mit unverdrosznem muht
seinem feind entgegen gangen,
...
ward gehalten wehrt zu prangen
in den edlen ehrenkrohnen,
die den tugendschweisz belohnen
Knittel poet. sinnenfrüchte (1677) 42.

 

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