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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tugendregel bis tugendsamlich (Bd. 22, Sp. 1678 bis 1682)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tugendregel, f., 'regel, vorschrift zu einem tugendhaften leben': und scheine es, als hab er sich den David zu einem präzeptor gehalten, der ihm solche tugendregel vorschrieb Abr. a s. Clara w. 1, 7 Strigl; autorität ... (gibt den) tugendregeln das stärkste ... gewicht allg. dt. bibl. (1765) 4, 169; aus sinnlichen schwachheiten (sind) ... tugendregeln entstanden Herder 32, 104 S.
 
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tugendregister, n.: des Anselms poetische tugendregister Pustkuchen Wilh. Meisters wanderj. (1913) 3, 98.
 
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tugendreich, adj. , mhd. tugentrîch, zunächst unverbunden tugende rîch; nhd. tugendreich. nicht so reich belegt wie tugendhaft, -lich, -sam; im wesentlichen mit den genannten ableitungen in gebrauch und bedeutung übereinstimmend; die geringere bezeugung läszt die bedeutungsgliederung nicht so deutlich erkennen wie bei jenen, die hier immer zu vergleichen sind.
1) 'voll kraft, mächtig' (s. DWB tugend I):

der ander (edelstein) ist so tugentreich:
gott der geb euch sein himmelreich!
der dritt stein ist so tugenthaft:
gott bht euch ewer junkfrawschaft! (um 1530) dt. leben i. volkslied 187 Liliencr.


2) mhd. zunächst höfisch, edel, gesittet, ritterlich (s. DWB tugendhaft B 1):

dô sprach diu tugentrîche (Kriemhild)sô sol ez sîn getân Nibelungen 521, 3 L.;

Marke der tugende riche
der gewarp vil tugentliche ...
er bat besunder unde gebot ...
daz si dem vremedem kinde
guot unde genædic wæren
Gottfried v. Straszburg Tristan 3383 R.;

er was sô reine, daz man giht,
und alsô tugentrîch gemuot
daz er die kapellâne guot
liep hæte sam daz leben sîn
Konrad v. Würzburg Silvester 1361.

unter christlichem einflusz ins ethische übergehend:

set, uz den worten volget daz:
...
gotes recht nicht wol wesen glich
by Job, wan er waz tugende rich Hiob 7524 Karsten;

ein biderbe man
swie tugent riche er werden kan,
daz hilfet lutzel und frumet
swenne er zu bsen leuten chumet mhd. erz. nr. 169, 88 Rosenhagen;

war suln die tugentrichen
den valschen denne entwichen? ebda nr. 169, 107;

und der salden lichter schin
ist der tugentrichen lon
und by disem lebene schon Hiob 7927 Karsten;

Augustinus sprichet: sich si reht an, die tugentrichen vrowen (Maria) ... so ist nihtz an ir gebresten: gutes noch sälges noch tugentliches, si hab es alles St. Georgener pred. 154, 16. häufig als formelhaftes beiwort für personen (im nhd. fortgesetzt): daz tugentrîche wîp der Nibelunge not 925, 1 Bartsch; der tugend riche helde Göttweiger Trojanerkrieg 8099 Kopp.; die frouwe dugentriche hl. Elisabeth 2981 Rieger; diu tugentrichiv mæit Wernher Maria 188, 19 Wesle; bi der tugentrichen Marien St. Georgener pred. 159, 25.
3) nhd. vortrefflich, vollkommen.
a) formelhaftes beiwort für personen. in der verbindung mit fürstlichen personen ist die herkunft aus höfischem brauch erkennbar (s. oben unter 2): der edlen, tugentreichen frawen Dorothea Jergerin, ... edle tugentreiche fraw! Luther br. 8, 87 W.; ein tugentreicher fürst und fromer auffrichtiger man war (1545) Luther 54, 341 W.; ein ehrlich und tugendreich kind hat billich ein vortheil für der, die der ehr nicht hat wöllen erwarten Petri d. Teutschen weiszh. (1605) t 2b; Sara, das weyb tugentreich Hans Sachs 1, 436

[Bd. 22, Sp. 1679]


Keller; nit dasz ich hiemit den frommen und tugentreychen adel einigs wegs wölle verkleinern Stumpf Schweizerchron. (1606) 311a; mannich eeren-weib ist tugentreich bei Weller dichtungen d. 16. jhs. 79; frawen und jungfrawen ... fromm und tugendreich Fröreisen bei Dähnhardt griech. dramen 2, 249; die tugendreiche Sylvia Weichmann poesie d. Niedersachsen (1781) 1, 163; sie (d. mutter d. Odysseus) erzog mich selbst mit Ktimene, ihrer geschmückten tugendreichen tochter J. H. Voss Odyssee 282 Bernays;

ein weib ...
schön und klug und tugendreich
Stolberg ged. (1821) 1, 29;

ein urtheil (Siegfrieds) gegen seine fromme tugendreiche gemahlin maler Müller w. (1811) 3, 242.
b) 'sittlich vollkommen, edel, gut'; daneben auch weniger wertvoll bis zu 'brav, bieder, fromm'. häufig formelhaft. genauere unterscheidungen siehe unter tugendhaft C 2 b und tugendlich:

frewet euch heut alle gleich
o ihr Christen tugentreich
Bäumker kath. kirchenl. (1886) 1, 523;

denn sie haben gehöret, das Christen sollen ein heilig, friedsam, eintrechtig, freundlich, tugentreich volck sein Luther deutsche bibel 7, 419 W.; wer bald aller laster wölte abkommen, vnd tugenreich werden, der müszt im grund anfahen Keisersberg predigen teütsch (1508) 109d; wie übel es (die trunkenheit) jnen (den frauen) ansteht, wie vil mehr solte sich das mannsvolck dafür schämen? welches ye solt vernünfftiger und tugentreicher sein Luther 47, 761 W.;

denn wird man tugendreich darvon,
auch lieb und werth bey iederman
Hans Sachs 21, 113 lit. ver.;

ein tugentreicher man ist höher zu achten, dann ein weiser Friedrich Wilhelm sprichwörterreg. (1577) k 2a; nun weisz ich gahr wol, dasz sich bald etliche nichtes würdige spötter werden finden (denn verständige und tugendreiche leute deuten alles zum besten) Rist Parnass (1652) vorbericht b 5a;

sie ist so sitt und tugendreich
und etwas schnippisch doch zugleich
Göthe I 39, 252 W.


4) vereinzelt 'vortrefflich, kostbar, kunstreich' (zu tugend als 'vortrefflichkeit, tüchtigkeit'):

die freunde liessen seiner leich,
ein schön begrebnis tugentreich,
mit sonder pracht bestellen
Ringwaldt evangelia (1581) X 4b;

machte diese wundersame und tugendreiche schule, die freundin des wahren und guten, mehr als hundert sonette, und jeder wetteiferte, wer etwas besseres darüber sagen könnte Göthe I 44, 193 W.
5) als beiwort zu sachlichen substantiven, leben, wandel, sitte, alter usw. (s. auch tugendhaft, adj., D):

swâ tugentrîchiu herzen sîn,
...
die sulen mîn
dur got ze gote gedenken Marienpreis 8, 1 Wolff;

gnuogen machet er (gottes geist) bereit
mit triuwen tugende rîche site
Rudolf v. Ems Barlaam 3, 23a Pf.;

von wägen seines tugendreychen wandels Frisius dict. (1556) 1230b; seine aygen tugentreich übungen Keisersberg granatapfel (1510) J 5a; item fast das du die andere tugent überkummest, wan der anfang eins tugentreichen lebens ist fasten Pauli Keisersbergs narrenschiff (1520) 155a; item ler sie (die kinder) betten, fasten vnd andere tugentreiche werck, die irem alter zu gehören ebda 180a; mit frölichem antlit lies sy erschynen ir tugend rych messigkait Niclas v. Wyle translat. 23, 22 Keller; sein geistlich, ewig ... heilig vnd tugendreich wesen Mathesius Sarepta (1571) 179a; daran vnd vmb söll auch ein jeder ... christliche gottesdienst tugentreiche zucht ... fördern Fronsperger kriegsb. 1 (1578) e 1a;

[Bd. 22, Sp. 1680]


ein tugendreiches alter,
ist desz regiments erhalter
Lehman floril. polit. (1662) 1, 15;

du bist sehr tugentreicher art
Spreng Äneis (1610) 9b;

erkennt er seine schuld? bemüht er sich durch bitt
zu lindern ein verletzt, doch tugendreich gemütt?
Gryphius trauersp. 574 lit. ver.


 
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tugendrichter, m.:

weh dir, seufzt' ich, wenn dich dein ehrenamt
zum tugendrichter todter frauen
an diesen pfahl verdammt!
Thümmel reise 10 (1805) 155


 
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tugendrose, f., vgl. DWB tugendblüte: der laster unkraut blümt mit tugendrosen sich Lohenstein Ibrahim sultan (1680) 12; die rose ist schön im lentzen, hie die schönste tugendrosz mitten unter den creutzdornen Dannhawer catech.-milch (1657) 5, 793. —
 
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tugendröselein, n.:

der schöpffer aller ding allein
hat jhn gezieret feine
mit manchem tugentröselein,
etlich sind grosz vnd kleine ...
die eine heiszet pietas,
das ander humilitas bei
Wackernagel dt. kirchenlied (1864) 5, 349.


 
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tugendruf, m., das ansehen tugendhaften lebens:

zahlt der von Gregersdorff dem tode pflicht und rechte;
so pflantzt der tugendruf hier stammbaum und geschlechte
Logau zeitvertreib (1725) 68;

... einen unbefleckten tugendruf,
den sie, leichtsinnig buhlend, von sich warf
Schiller 12, 484 G.


 
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tugendruhm, m., wie tugendehre, tugendlob, durch tugend erworbener ruhm, preis: doch so fern ihr nur dero tugendruhm zu verwundern, und ihren verstand zu erforschen, sie sprechen wollet, will ich mich eussersten bemühen Stockfleth Macarie (1669) 67; welche (Deutschen) ohne alle wissenschafft daherpralen, und fressen und sauffen für ihren tugendruhm achten Harsdörffer Diana (1661) 1, 114b; alle diese ihm gelegte fallstricke aber schlagen zu seinem tugend- und ehrenruhm aus Lohenstein Arminius (1689) 1, 1168; so kan auch der hohe tugendruhm gottesfürchtiger regenten nimmermehr vergehen Christhold andachten (1729) 529; da erweiset er seine mahlerische kunst ... in einer prächtigen herausstreichung des erhabenen und bewährten tugendruhmes Breitinger crit. dichtkunst in: Wackernagel dt. lesebuch 2 (1843) 14; der tugendruhm dieses hauses hatte etwas drückendes für ihn gehabt B. Auerbach landhaus am Rhein (1871) 2, 108.
 
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tugendsam, adj. , vgl. DWB tugendhaft, DWB tugendlich, tugendreich; zur schreibung mit -t, -d, -dt vgl. DWB tugendhaft und DWB tugend.
1) mhd. höfisch gesittet, edel:

a herre, ez (Tristan) ist ein Parmenois
so wunderlichen curtois
und also rehte tugentsam,
daz ichz an kinde nie vernam
Gottfried v. Straszburg Tristan 3279 R.;

dô er zuo der veste quam
dâ diu frouwe tugentsam
was inne bî der selben zît
Konrad v. Würzburg herzmœre 350 Schr.;

dâ sîn geselle tugentsam,
der künic, ûf mit hûse was
Konrad v. Würzburg Engelhard 5678 H.


2) in anlehnung an den mhd. gebrauch im frühnhd. formelhaftes beiwort vor allem für frauen meist höheren standes. die unterscheidung zwischen tugendsam u. tugendreich bei Harsdörffer scheint zufällig: erbare, tugentsame, liebe frawe Luther br. 8, 485 W.; anno 1539 den 15. julii starb die ehrliche, tugendsame matron, doctor Blickarts Syndringes hausfrau ders. tischr. 4, 441 W.; gleicher weise nennen sich die weiber demütig und nicht unterthänig, die geringen sind erbar und tugendsam, die höhern stands ehr- und tugendreich Harsdörffer teut. secretar. (1656) 1, (c) 1b;

[Bd. 22, Sp. 1681]


hoch- ehr- und tugendsam, herr richter steiff und fest
Chr. Reuter Schlampampe 62 ndr.;

gestern morgendts ist die gutte frome tugendtsame königin in Englandt morgendts umb 7 zu St. Germain gestorben (1718) Elisabeth Charlotte br. 3, 253 Holland; disz. ... ein jegliche... tugendsame matron ... lesen dörffte theatrum amoris (1626) ):( 5a; an das wohlehr- und tugendsame fräulein Katharina Fröhlich jahrb. d. Grillparzerges. (1890) 1, 321. angelehnt an alten gebrauch: diesmal galt sein spruch dem wohl der tugendsamen sittigen hausfrau Alexis hosen (1846) 1, 138.
3) 'vortrefflich, ausgezeichnet, tüchtig', von menschen und sachen: war denn nicht derselbe ein tugendsamer soldat Abraham a s. Clara w. 1, 174 Strigl. rundgesang beim bischof:

herr wirt, die gläser voll geschenket,
als tugendsamer wirt!
es weidet nicht allein, es tränket
die heerd ein guter hirt
J. H. Voss s. ged. (1802) 4, 191;

unter den ersten und tapfersten hauptleuten befand sich Florin von Cellino ... daher finden wir eine gröszere wahrscheinlichkeit, dasz unsere stadt (Florenz) ihren namen von jenem tugendsamen manne herschreibe Göthe I 43, 14 W.; die kirche (hatte) klüglich einen mann in ihren kreis eingeschlossen, der unabhängigen geistes bisher auf einen zustand losging, worin das heilige mit dem weltlichen, das tugendsame mit dem alltäglichen sich vereinigen und vertragen sollte ebda I 32, 191 W.; der streich (die hinrichtung Karls I. von England), der die königswürde so tief niederlegte, zerstreute zugleich die königliche tugendsame sammlung. die ersten kabinette von Europa glänzen von diesem raube ebda I 49, 1, 277 W.
4) seit dem mhd. 'sittlich vortrefflich', in verschiedenen abstufungen bis zu 'bieder, fromm'; bei frauen so viel wie 'ehrbar, keusch':

und in den himel ebene
sîn heilic sêle tugentsam
vür gotes angesihte kam
Konrad v. Würzburg Silvester 519 G.;

und si (die engel des dritten chores, die virtutes) erwerbent dem menschen göttelich tugende: glǒbe, hoffenunge und minne. die menschen die in volgent unde in heimelich sint, die werdent als tugentsam das in tugende als licht und lústlich werdent als si ir wesen und ir nature si worden Tauler pred. 374, 2 V.;

und kan her der buchir nicht gelesin
...
und wolde doch gerne toguntsam wesin
und noch gudin sethin grabin,
so sal er zcu eyme spigele nemen
eynen fromen, setigin, wisin man
Joh. Rothe ritterspiegel 399 Neumann;

und gewiszlich das euangelion kein ergere feind hat, denn was hohe, vernünfftige, weyse, tugentsame, heylige let sind Luther 52, 71 W.; wem ein tugentsam weib bescheret ist, die ist viel edler denn die köstlichsten perlen sprüche Salomons 31, 10; ein geschickter verstendiger und nicht ungelarter, gar tugentsamer fürst Spangenberg chronica (1614) 39; vnd wird eine tugentsame fraw gewislich dergleiche herrschafft sich nicht anmassen Harsdörffer frauenz.-gesprächsp. (1641) 1, F 2a; es hatte einer ein tugendsahm weib Olearius persian. rosenthal (1696) 68b; das erste ist, dasz ein fleissiger hausvatter alsobald sich bey denen benachbarten, sonderlich wo er weisz, dasz sie tugendsam und vernünfftig sind, bekannt und beliebt mache Hohberg georgica curiosa 1 (1682) 13; hingegen stehet denen weibern nichts bessers an, als sich tugendsam, keusch, fromm und häuslich aufführen ebda 3 (1715) 79a; ich hatte nur noch eine schwester von 15 jahren, die war sehr tugendsam erzogen Zendorius teut. winternächte (1682) 191; so dankt er den göttern, die ihn mit einem so frommen tugendsamen weibe beschenkt haben Wieland s. w. 22 (1856) 119 Göschen; er (gott) dir auch hat ein tugendsam weib gegeben, des lebest du noch eins so lange Göthe IV 2, 97 W.; sie werden

[Bd. 22, Sp. 1682]


sehen, wie er ehstens in einen sitt- und tugendsamen freund verwandelt seyn ... wird ders. I 37, 64 W.;

ich halts genehm, und dank euch für den antrag.
sohn Eduard, sie ist weis' und tugendsam,
drum zögre nicht, gieb deine hand an Warwick Shakespeare 8 (1801) 288;

Verona preiset ihn
als einen sitt'gen tugendsamen jüngling ebda 1 (1797) 41;

aber die jugendjahre sind die tugendsamsten, schönsten, aufflammendsten; ich verzeihe grade der jugend nichts schlechtes Rahel an ihre freunde (1834) 2, 18.
5) als beiwort zu sachlichen subjekten, lehre, wort, werk usw.:

die fünfftzig meister sie bekehrt
mit jrer tugentsamen lehr
Wackernagel dt. kirchenlied (1864) 3, 155;

ihr leben ist die schönste harmonie,
umglänzt von tausend tugendsamen thaten,
seht die belohnte tugend!
Schiller 1, 47 G.;

eine sehr heitere, lebhafte und tugendsame seele kann in einem kränklichen gehäuse wohnen Wieland s. w. 33 (1857) 212 Göschen; leider entdeckte man bald an herrn Johannes, nicht eine tugendsame, sondern eine unreine liebe zu dem jungen menschen Göthe I 43, 90 W.; als mönch sage er wohl die wahrheit, nicht als mensch, denn wer mensch und nicht mönch wäre, müszte sein wort unter allen umständen halten, in die er gerathen könnte, und so wollte ich auch mein einfaches und tugendsames wort nicht brechen ders. I 43, 314 W.
 
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tugendsamkeit, f., 'tugendhaftigkeit', tugendhaftes verhalten, leben, heute ungebräuchlich, vgl. togentsamkeit virtuositas (15. jh. md.) Diefenbach gl. 622b: und beger denn die ander säligkait die ist tugentsamikait Keisersberg pred. teutsch (1508) 21c; was eine beständige tugendsamkeit ist, was innerliche und wesentliche tugendlichkeit ist, das musz alles aus der gemeine, aus der ur-gemeine, aus der ersten kirche geholt werden Zinzendorf gemeine-reden (1748) 78. —
 
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tugendsamlich, adj., wie tugendsam: so wellen sey (die klosterleute) in ihr ruw und in irm closterleben stet beleiben und mit ettwaz iebungen tugentsamlich pilgrim des hailigen lands werden (1492) bei Röhricht pilgerreisen (1880) 282.

 

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