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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tüffe bis tuffenmacher (Bd. 22, Sp. 1546 bis 1550)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tüffe, f., wie tubbe (s. d.) niederdt. bezeichnung eines hölzernen gefäszes, bezeugt in einer kurfürstl. taxordnung v. j. 1623 (bei Ch. O. Mylius corpus constit. Marchic. [1737] 5, 2, 617), die die preise für die erzeugnisse der Berliner tüffenmacher (s. d.) festsetzt: 1 stuebichens tüffe 2 sgr.; 1 halb stübichens tüffe 1 sgr. 6 pf.; 1 quart tüffe 9 pf. 1 sgr.; 1 kleine tüffe 6. 7 pf.; 1 wasserkanne 2 sgr.; 1 milchtubbe 1 sgr. 6 pf.; 1 zuber 3. 4. 5. 6 sgr. ... 1 legel 2. 4 sgr.
 
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tuffel, tüffel, m., pantoffel. herkunft und form.
das wort ist nd. kürzung von pantoffel (s. teil 7, sp. 1425/6), neben toffel (teil 11, 1, 1, sp. 630), das im nd. seltener begegnet, dafür im hd. verbreitet ist; vgl. Schmeller-Fr. 1, 590; Fischer schwäb. 1, 622; Martin-Lienhart ds. 2, 657b. der versuch Vasmers in rocznik slav. 3 (1910) 254/55, die kürzung als fortlassung des ersten kompositionsgliedes eines volksetymologisch aus pantoffel umgedeuteten bandtoffel (vgl. die entsprechende bildung bundschuh) aufzufassen, ist unnötig ebenso wie die annahme Knutssons zs. f. slav. philologie 4 (1927) 883/90, der das abgestoszene erste glied als nd. pand 'stück, fetzen' deutet; bei wörtern fremder herkunft begegnet auch sonst starke verkürzung (vgl. entsprechend 3tüffel). in den na. maa. ist tuffel belegt bei Hupel Lief- u. Esthl. (1795) 242; Doornkaat-Koolman 3, 442; brem.-ndsächs. 5 (1771) 120; Deiter Hastenbeck 22, 151; Flemes Kahlenberg 20, 371; Frederking Hahlen 146; Schambach Götting. 236; Damköhler Nordharz 197; Sprenger Quedlinb. in: nd. jb. 30, 28; Liesenberg Stieger ma. 141; als tüffel Dähnert plattdt. wb. (1781) 497; Mi Mecklenburg 95; Schütze Holst. 4 (1806) 286; Mensing schlesw.-holst. wb. 5, 196 -98; Prignitzer volksbücher 51 (1923) 19; Danneil altmärk. 228b; Jellinghaus Ravensberg 153; entrundet Teuchert neumärk. in zs. f. dt. maa. (1910) 240. das mnd. wort wurde in die skandinav. sprachen, schwed. toffel: dän. tøffel, älter toffel Falk-Torp 1314; Hellquist3 1199, und ins slaw. entlehnt: obersorb. tufle, tofle; ndsorb. tofjel; mundartl. poln. dyfla; russ. tuflja 'leichter, vornehmer damenhalbschuh' Bielfeldt dt. lehnwörter im obersorb. (1933) 277/78; polab. tefflí. duffli, pl., 'pantoffeln' Rost sprachreste d. Draväno-Polaben im Hannöverschen 37; 142. bedeutung und gebrauch.
der pantoffel war ursprünglich ein besonders leichter, bequemer schuh aus stoff oder leder, der von den Byzantinern aus kork hergestellt wurde; daher humanistengriech. παντόφελλος 'ganzkork', das altgr. und anscheinend auch mgr. nicht belegt ist; zudem müszte es als entlehnung aus mundartl. griech. überlieferung it. *pandofilo lauten, s. Meyer-Lübke 6208. er wurde zunächst nur von vornehmen getragen, s. Seiler kultur 2, 246; das russ. hat diese ursprüngliche verwendung bewahrt. in Deutschland büszt er immer stärker den charakter des vornehmen schuhwerks ein und wird später für gewöhnlich aus holz hergestellt. diese entwicklung spiegelt sich in der literarischen bezeugung deutlich ab: so schalen ock die dienstmegede ... die sidenen linten vnd tripen tuffeln afleggen vnd ... an der tripenen tuffeln stede auer gude

[Bd. 22, Sp. 1547]


durhaftige ledderscho edder tuffeln dragen (1570) stralsundische chron. 3 (1870) 450 Zober; idt scholen ock keine dienstmegede golt an den tuffeln, samitt an den kragen, keddele an den rocken ... dragen (vor 1572) bürgersprachen d. stadt Wismar 337 Techen;

dat unglücklyckste deel (von samt) verdömet is dartho,
dat idt den megden wert tho tüffeln edder scho,
darmit se in den dreck bet an de enckeln lopen,
wen se vam pludermarckt und schrangen etwas kopen
Lauremberg nd. scherzged. (1652) 2, v. 730;

alle de kaisers un de königen de legen vor ehr (papst) up de kne un küßden ehr den tüffel Ph. O. Runge hinterlass. schr. 1 (1840) 434;

de een op steweln un mit hot un stock, ...
de anner kehm in tüffeln mit en pip
Klaus Groth Quickborn (1853) 163;

de schauster hadd en en'n planlaken äwer de warkstäd deckt, hadd sick tüffeln antreckt un satt nu mit 'ne lang' pip an den aben un tügt sick en kraus bier Fr. Reuter w. 7, 455 Seelmann. nur ausnahmsweise begegnet das wort in schriftsprachlicher umgebung: ich bin auff eine zeit daheim zur hochzeit geladen worden, hatte auch das glück, dasz ich bey eine jungfrau, een gladde deeren, sagen die unsrige, zu sitzen kommen ... dasz sie alsobald aus dem kosthause nach hause zurannte, als ob der feind hinter ihr wäre. nimmt mich wunder, dasz ihr die tuffeln nicht von den füszen gefallen, wiewohl ich glaub, dasz die beschmierte tuffeln voller koth und die rothe strümpffe sehr beschmieret worden gepflückte finken (o. o. u. j.) 111; dem buchbinder nimmt er die 'tüffeln' weg ... während solcher scherze musz der ehrsame handwerksmeister in den stiefeln des scharfrichters sitzen, die dieser mitleidig ihm geliehen hat Storm s. w. 8, 62 Köster. für gewöhnlich ist sein auftreten an nd. sprachgebrauch geknüpft: so ok ein meister were, de samtkop vorkopen wolde als by gulden tale, de schall de tuffelen nicht van sick leveren (1525) ältere zunfturkd. von Lüneburg (1883) 171 Bodemann;

windel-bänder,kinder-doock,tuffeln,uhlckens, piecken, mützen (1726) meckl. hochzeitsged., nr. 20, 4 Kohfeldt;

da murrt un gnurrt dat murmeldeert;
se rümpt de näs' un dreit den steert;
ja vaken kriegt ji knüffel
mit ehrem spizen tüffel
J. H. Voss s. ged. (1802) 2, 162;

dat wohrt ok nich lang', dunn latschten de beiden ollen up ledderne tüffel mit ehr in de stuw' herinne Fr. Reuter w. 2, 44; 7, 111 S.; un denn keem en paar witte barföt in holten tüffeln dat steile öwer hindahl Klaus Groth ges. w. (1893) 4, 12; alles weer wul stöwi, awer witt und drög, sogar de leddern tüffeln ebda 3, 14; un makte mine gangort nah, so gaut as dat in hölten tüffel (sic!) geiht Heinrich Seidel ges. w. (o. j.) 4, 173. vgl. DWB tüffeln, tuffelmacher, DWB tuffenmacher.
 
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tuffel, tüffel, m., tölpel; dummer, plumper, unbeholfener mensch. für gewöhnlich als volkstümliche kürzung der verkleinerungsform von Christoph neben Stoffel, Toffel und Töffel gefaszt, vgl. teil 11, 1, 1, sp. 630; doch mag im nd. bereich der gleichklang mit 1tuffel im bewusztsein der sprecher eine gedankliche verbindung bewirkt haben, die für den gebrauch des wortes entscheidend gewesen ist und den zusammenhang mit der verkleinerungsform des namens vergessen liesz, vgl. 'tuffel a) person mit schwerem oder schwerfälligem und schleppendem oder schlurfendem gange; b) ein schwer niedertretender oder plumper und breiter fusz' Doornkaat-Koolman 3, 442. in den mundartenwbb. belegt als tüffel bei Mensing 5, 197; entrundet difl bei Gerbet Vogtland 135; umlautlos tuffel bei Doornkaat-Koolman a. a. o.; Weise Altenburg 121; schlesisch: der gemeindebothe Pflaumatuffl D. Stoppe Parnaß (1735) 506.
 
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tuffel, tüffel, f., kartoffel; für gewöhnlich nur im plural tuffeln, tüffeln; daneben tüften (sp. 1553). verkürzung des italienischen tartuffulo, das seit der mitte des 17. jhs. mit der frucht in Deutschland als tartuffel auftritt

[Bd. 22, Sp. 1548]


und seit der mitte des 18. jhs. durch die form kartoffel verdrängt wird, vgl. zur herkunft P. Kretschmer wortgeogr. (1918) 260 -64; wörter u. sachen 8, 48 anm. 2; E. Tappolet lehnw. 2 (1917) 86. trüffel, sp. 1243/44. die durch fortfall der vortonigen ersten silbe entstandene kürzung (vgl. 1tuffel) begegnet ausschlieszlich im nd. sprachraum; von dort in polnische maa. entlehnt: tufle, pl. 'kartoffeln' Karlowicz slownik wyrazów obrego 259; die umlautlose form tuffel verzeichnen Frischbier pr. wb. 2, 414; für Pommern Pritzel-Jessen 382; Doornkaat-Koolman 3, 442; vor Mohr Oldenbg. ma., nd. jb. 30, 46; Frederking Hahlen 146; fürs Schwarzburgische Hertel Thür. 248; Bauer-Collitz Waldeck 104; duffel Siegerl. wb. 43; den umlaut tüffel belegen Danneil altmärk. 228; Prignitzer volksbücher 51 (1923) 19; für Mecklb. E. Krüger arch. d. ver. f. freunde d. naturgesch. i. Mecklb. 71 (1917) 80, für Oldenburg Pritzel-Jessen 382; die verkleinerungsform tüffelken Böning Oldenbg. (1941) 151; vereinzelt an stelle von tüften auch Mensing 5, 197; 199. die verbreitung der verschiedenen wort- und lautformen in den mundarten veranschaulicht die pauskarte zu Teuthonista 2 (1925) 64-67, ferner dt. wortatlas 1 (1951), Karte 25—28: als hauptverbreitungsgebiet für tuffel, tüffel, duffel (das freilich von toffel, töffel nicht eigens geschieden ist) treten Pommern, Mecklenburg und Brandenburg heraus; in vereinzelter streuung finden sich dieselben formen im ndsächs., lippischen und nordhess.; vgl. dazu: wie heiszt auf plattdeutsch kartoffeln aufnehmen? der Uckermärker sagt 'nudeln buddeln' ... der Sternberger sagt 'knullen scharren' ... der Priegnitzer sagt 'tüffel racken' Prignitzer volksbücher 51 (1923) 19. literarisch nur in mundartlicher sprache; märkisch: regen bedüt et. un dat's man gaud. denn uns' tüffeln bruken 't Fontane ges. w. (1905) I 3, 282; mecklenburgisch: weck von de oll'n tüffeln sünd all wedder krank Fr. Reuter w. 5, 94 S. (gegenüber gewöhnlichem tüften; s. d.). abseits steht tuffel, m., kartoffel bei Schöpf Tirol 773, das sich aus unmittelbarer übernahme des ital. wortes versteht.daneben tritt manchmal die verkleinerungsform tüffelke, bezeugt fürs Münsterland Pritzel-Jessen 382, die gegend um Quakenbrück, s. nd. korresp. bl. 43, 15, fürs Oldenburgische vor Mohr a. a. o., die gegend um Gadebusch i. Meckl. E. Krüger a. a. o. über ihre kürzung zu tüffke vgl. dies (sp. 1550). — dazu tüffelland, n., mit kartoffeln bestelltes ackerland; märkisch: denn kriegen wi joa'n stück tüffelland Fontane ges. w. (1905) I 10, 268; vgl. DWB tüftenland sp. 1554.
 
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tüffel, düffel, m., zottiger, grober wollstoff, dickes wolltuch; nach dem flämischen ort Duffel in der provinz Antwerpen benannt; s. nl. wb. 3, 2, 3553 (ältester beleg 1637). mit dieser herleitung erledigen sich die etymologien teil 2, sp. 1500; Dief.-Wülcker 374; brem.-ndsächs. wb. 1, 265. vom holländ. ist das wort mit der sache auch ins engl. als duffel (seit 1677 Murray 3, 1, 706) sowie übers nd. ins dän. als dyffel (ordbog over det danske sprog 3, 1178) und schwed. als doffel (1788, älter duffels 1648 ordbok över svenska sprket D 1861) gewandert. als duffel oder düffel in norddt. maa. bezeugt: rhein. wb. 1, 1542; Berghaus Sassen 1, 374; Doornkaat-Koolman 1, 353; brem. ndsächs. 1, 265; Schütze Holst. 1, 265; Mensing 1, 936, der es jetzt als veraltet bezeichnet (doch s. unten tüffeljacke); Gutzeit Livland 203; als tüffel gebucht bei Schrader dtsch.-frz. 2, 1391; Schaffer dtsch.-frz. 2, 2, 389. literarisch weit über diesen raum hinausreichend: düffel oder kotze: die rolle von 40 ellen (1647 aus Frankft. archiv.) Dief.-Wülcker 878; alle flanelle, düffels und dergleichen ungeschorne futter oder tücher von einheimischen fabriken J. Möser patriot. phantas. 2 (1778) 141; specifikation derer waaren, welche die gewandschneider zu führen haben, und zwar ... 7) düffel (1787) samml. pommersch. landesurkund., suppl. 4 (1802) 266 Döhnert;

der mann ging sorglos aus dem kalten haus;
die sonne schien, er lüftete sich aus;
die sonne wärmte ihn durch tüffel, leder
Paul Ernst kaiserbuch 3, 2 (1928) 381.

[Bd. 22, Sp. 1549]


an stelle des üblicheren tüffelrock (s. d.) auch für das aus diesem stoff hergestellte warme, flauschige kleidungsstück 'ein überrock, ein winterüberzieher, der aus diesem zeuge verfertigt ist' Berghaus a. a. o.: die eleganten sind modisch zusammengestutzt, entweder einen stinkenden makintosh, einen engen tüffel, oder aber einen weiten plunzendarmrock mit hölzernen suppentellerknöpfen über dem zierlichen frack Avé-Lallemant gaunertum 3 (1862) 132 anm.dazu tüffelartig, adj.: für Leberecht aber ... ist ein tüffelartiger überrock sauber hergerichtet Holtei erz. schr. (1861) 13, 107;
 
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-jacke, f.,: Pieter ist unter dem berge entlanggegangen. er trägt seine dunkelblaue düffeljacke Berliner ztg. v. 1947; vgl. DWB tüffelrock.
 
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tüffelmacher, m., pantoffelmacher, zu 1tuffel. die tüffelmacher bilden in älterer zeit ein selbständiges gewerbe mit eigener handwerksordnung: für Greifswald bei Dähnert pommersch.-rüg. (1781) 497; gerechticheit der tuffelmaker (1525) zunfturkd. v. Lüneburg (1883) 170 Bodemann; in Rostock ist im rollenbuch der glotzkenmacher (holzschuhmacher) im 16. jh. erklärend hinzugefügt tüffelmacher E. Volckmann alte gewerbe (1921) 164. für gewöhnlich erscheint das wort in nd. sprachumgebung: synt vor enem erbaren rade erschenen de tuffelenmakers (1528) zunfturkd. v. Lüneburg a. a. o. 174; min grotvader was en tüffelmaker Fr. Reuter w. 6, 57 S.; de schausterfrugens un de bäckerfrugens un de frugens von de tüffelmakers ebda. 6, 95; vgl. hölterntüffelmakers ebda. 2, 135. auch in den heutigen mundarten bezeugt Sprenger Quedlinburg, in: nd. jb. 30, 28; redensartlich Mensing 5, 198. die nebenform tüffler s. dort.
 
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tüffeln, vb., gutmütiger oder leis spottender ausdruck für ein eifriges und oft lautes, aber gedankenloses gehen, das leicht das ziel aus den augen verliert; sachlich am nächsten steht hochsprachliches trollen. entsprechend stiefeln zu stiefel von 1tüffel abgeleitet; auf das norddt. beschränkt: allein sein! das ist das höchste ziel! ich habs erreicht ... gestern muszte sogar ein general-leutnant, excellenz, wieder abtüffeln (1901) D. v. Liliencron ausgew. br. 2, 195 Dehmel; bei der Schöneberger brücke muszte er links abbiegen; das that er aber nicht, sondern tüffelte immer mutig weiter H. Seidel Leberecht Hühnchen (1899) 316; hinter mir her chassierte frau Nieselt, ... und hinter diesen tüffelte hilflos, aber treu Hugo Schultz Otto Wobbe aus e. bescheidenen leben 2 (1919) 137; in mundartlicher sprachumgebung: hei müszt nu Dürten spazieren führen, un Stining tüffelte mit trippeln und schlitschen achter her Fr. Reuter w. 6, 67 S.; un somit gung hei ... up und dal ... un de lakay tüffelte achterher ebda 6, 22. in mundartenwbb. nicht allzu häufig bezeugt; im westen umlautlos: tuffeln hörbar mit schwerem und plumpem fusze oder mit schwerfälligem und schleppendem oder schlurfendem gange gehen, mit schwerem und plumpem fusze auf- und niedertreten etc. Doornkaat-Koolman 3, 442b; tuffeln gehen, losziehen Frederking Hahlen (1939) 146; weiter östlich mit umlaut: tüffeln (tyfln), töffeln, vb. 'auf pantoffeln gehen', dann überhaupt 'schleppend, schwerfällig, unbeholfen, langsam gehen', zuweilen auch verallgemeinert: tüffel ni so rüm 'sei nicht so langsam (beim arbeiten)' Mensing schlesw.-holst. 5, 197; 'auf pantoffeln gehen' Mi Mecklenb. 95.
 
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tüffelrock, m., überrock aus einem dicken, zottigen wollstoff, der gut gegen kälte schützt, warme winterjacke; s. 4tüffel:

auf seiner ahnen schlosz, begann der herr von Stock
von jugend auf ein stilles wirtschaftsleben.
in stiefeln und in tüffelrock,
konnt' er jahr aus jahr ein der pracht sich überheben
Kretschmann s. w. (1784) 2, 252;

wenn er (professor) früh in die vorlesung ging und sie ihm in seinen braunen tüffelrock half G. Freytag s. w. 6 (1887) 252; vgl. Schütze Holst. 1, 265. im 20 jh. unbekannt.
 
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tuffen, vb., von frz. étouffer; vgl. 2tuffig; 'mit der faust prügeln'; Stalder schweiz. id. 1 (1812) 324; bad. wb.

[Bd. 22, Sp. 1550]


1, 587; niederdrücken, niederschlagen: getufft sin niedergedrückt sein wb. d. luxemb. ma. (1906) 445. erscheint im nd. als duffen: mit der faust hauen; einen leichten schlag in den rücken geben; stoszen, puffen, rhein. wb. 1, 1542; jemand durch schläge oder durch heftige vorwürfe und tadel beschämen und zum schweigen bringen Damköhler Nordharz (1927) 47; schlagen, knuffen. de schooster dufft 'schlägt mit dem hammer pflöcke in die schuhe'; he dufft em in' e ripp 'gibt ihm einen rippenstosz' Mensing schlesw.-holst. wb. 1 (1927) 897; schlagen Schütze Holst. 1 (1800) 265.
 
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tuffenmacher, m., handwerkerliche berufsbezeichnung für den hersteller von tüffen (s. o. tüffe); sonst auch kleinbinder (s. teil 5, sp. 1105) oder weiszbinder (s. teil 14, 1, sp. 1201) genannt: Stentzler, Hans, tuffenmacher und torwechter im hohen tor (1615) bürgerb. v. Angermünde 26 Gebhardt; vgl. ebda 10; tüffenmacher in einer aufzählung handwerkerlicher berufe aus dem jahre 1623 bei Ch. O. Mylius corpus constit. Marchic. (1737) 5, 2, 617; Moller, Merten, tuffenmacher. Lehmann, Andres, tuffenmacher (1529) älteste Berl. bürgerb. 75 Gebhardt; ferner ebda 1589; 1591; 1612; 1628; in anderen formen Rucker, Merten, kleinbinder oder tufmacher (1577) ebda 112; Moller, David, ein burgers sohn und tueffemacher (1600) ebda 154; 1647 als tüffmacher ebda 215; 1656 als tüffenmacher ebda 223. in den bürgerbüchern Berlins aus d. zeit nach 1700 erscheint nur noch die bezeichnung kleinbinder, s. bürgerbücher Berlins von 1701-1750 E. Kaeber.

 

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