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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
triemwolle bis triesch (Bd. 22, Sp. 486 bis 487)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) triemwolle, f., wolle aus den fäden des triems: des ersten so sol niemant bi sinem aid kainen unzüg verwürken, weder triemwoll, karthar, schinthar, noch schnappwoll (1495) urkundenbuch d. stadt Stuttgart 565; weiteres s. Fischer schwäb. 2, 380.
 
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triendeln, vb., s. DWB trendeln.
 
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trientale, f., eine pflanze, auch schirmkraut genannt, trientalis europaea L.; s. auch Holl wb. deutscher pflanzennamen 326b.
 
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triep, m., 'halbsamt', s. trip(p), m.
 
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triepel, m.?, s. tripel. —
 
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triepen, adj., 'halbsamten', s. trippen, adj.triepen-, s. tripp-. —
 
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triepmacher, m., 'samtweber', s. trippmacher 1. —
 
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triepsamt, m., s. trippsamt, m.
 
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trieriren, vb., lautmalend:

die lerche trieriret ihr tiretielier
Ph. Zesen verm. Helikon (1656) 101.


 
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triesch, m., f., n., 'brachland', s. driesch, m., n. in teil 2, 1408. folgendes als nachtrag hierzu: das wort ist westgerm. ohne das ags. und westfries.; mnd. drêsch, drîsch, mnl. driesch, drœsch, dries, nl. driesch. die ableitung von einem idg. *dreus-qo-, wie Franck-van Wijk 134 meinen, ist unmöglich, da fries. trask, traask (s. u.) anderen anlaut fordert. zugrunde zu liegen scheint ein (adj.) *þreuska, bzw. þruska, þrauska, gebildet mit ska-suffix zur basis *tereu- der idg. wurzel *ter- 'reiben' mit der grundbedeutung 'zerrieben', 'morsch', vgl. dän. trøsk 'morsch', trøske 'mundfäule', engl. thrush dass. und 'hufgrind'. (anders: wörter u. sachen 6, 24.) in der angedeuteten ablautreihe ist eu, welches am häufigsten bezeugt ist, repräsentiert in formen wie drysche, trysch, drisch, trisch, driesz, triesch, dresch, dres (Kilian), dreysch, dreisch u. s. f., vgl. die belege unten. formen mit dem u-vocal: drusch (obd. glossar d. 14. jh.) Diefenbach - Wülcker 369; druschen (plur.) Bock kreuterbuch (1565) 347a; druskland, drusk (adj.) brem.-ns. wb. 1, 263. auf au weisen altostfries. trask (1466) ostfries. urkb. 1, 733 Friedländer und nordfries. traask Outzen gloss. d. fries. spr. 363. — für die nicht seltene articulationsänderung vom sch > s vgl. die unten folgenden belege.neben der regulären starken flexion steht, vornehmlich in hessischen urkunden, ein plural auf -er, z. b. driszern (1471) bei Crecelius oberhess. wb. 297; trischer (1573) Lennep landsiedelrecht

[Bd. 22, Sp. 487]


2, 78; dreischer (1583) bei Vilmar kurhess. 416; in der mundart so bewahrt: driescher Pfister nachträge zu Vilmar 54; auch rheinfränk. drišər rhein. wb. 1, 1490. — das wort tritt, wo eine feststellung möglich ist, gleich als masc. und neutr. in die belege, z. t. auf engem raum vereint, wie im lothr. (Follmann 103) und oberhess. (Crecelius 296). einige mundarten kennen das neutr. allein, s. Bauer-Collitz 23, andere nur das fem., s. lux. ma. 71, Fischer schwäb. 2, 375 (treusche), oder neben dem masc.: Mensing schlesw.-holst. 1, 849, Authenrieth pfälz. 36; die rhein. mundarten haben alle drei geschlechter, s. rhein. wb. 1, 1490. — verbreitet ist das wort über das gesamte niederdeutsche, nordfries., mitteldeutsche (auszer schles.?), schwäbische und elsässische.einige ältere belege als nachtrag (s. auch Schiller-Lübben 1, 573; rechtswb. 2, 1108): transmittimus, quod fratres Bergenses emerunt ... ab omnibus heredibus eorum terram incultam, quae in vulgari drysch vel uenne dicitur (1200) bei Lacomblet urkundenb. f. d. gesch. d. Niederrheins 1, 397; de driesscho, quod dicitur communis includere ... ad utilitatem communitatis decem bonaria (1241) dtsch. rechtswb. 2, 1108; vel alia campestria, que drysche dicuntur (1326) urk.-b. d. stadt Wetzlar 1, nr. 1083; das malter korngülte, das er ... gekauft hat uz deme stucke an dreysch, daz da ist gelegin zschin den zweien wegin (1340) ebda, nr. 1382; (streit) um daz trsch, daran gelegin, daz man nennit d Rodesole (1342) ebda, nr. 1426; am lerichen drizsche ober dem Holtzheimer weg (1350) urkundenbuch d. klost. Arnsburg i. d. Wett. 477 Baur; item achte demat (diemat) camper unde trasker, de faghet Hilmer Jtzena (1466) ostfries. urkb. 1, 733 Friedländer (vgl. Schiller-Lübben 6, 283); 1 placken an den driszern gilt 7 heller by der schlingken (oberhess.) Grüninger pfarrkirchenzinszbuch v. j. 1471, s. 10 (nach Crecelius a. a. o.); item ligen nit sonderlich guether buiszen hecken im betzirck desz burgfriedensz, dan hie und dort ein klein kolplecklin und ein driesz (1509) weist. d. kurfürstentums Trier 1, 89 Loersch; etzliche rauhe trischer und weiden (1573) Lennep landsiedelrecht 2, 78; mit allen desselbigen ackern, wieszen, garten, dreischern (1583) Vilmar kurhess. 416; ein wust steinicht trisch (Binger act. v. j. 1599) Diefenbach-Wülcker 369; uff ein triesch, hüde, rasenplatz oder auch wohl auff einen gelegenen stoppel acker ... uff gestelt Aitinger jagd- u. weidbüchlein (1681) 299. in einer böhmischen quelle des 14. jh. ist trisch mit wald oder baumstümpfen bestandenes rodungsland: das erste iar gruben sie den trisch, das ander jar ackerten sie und pflügten d. pehem. cronica dewcz, abschn. 2 in fontes rer. Bohem. 3, 258 (im tschechischen original: łaz vzkopachu); dann aber, falls nicht frei übersetzt, in sonderbarer verwendung wie 'stumpf': namen ein junckfrawe, die hies Scharka und saczten die neben den wege auf einen trisch ebda, abschn. 13, fontes 3, 262 (tschech.: na jeho cěstě vsadichu ju na kłádu). die mundarten, in denen das wort häufig als flurname vorkommt, zeigen nicht unerhebliche bedeutungsvarianten, vgl. z. b. rhein. wb. 1, 1490; siebenbürg.-sächs. wb. 2, 78; Schön Saarbrücken 51; Hentrich Eichsfeld 91; Schambach götting.-grubenhag. 47. vgl. die redensart: ängder (unter) den dresch kun ins grab sinken, sterben sieb.-sächs. wb. 2, 78; übertragen: driesch trübes wetter rhein. wb. 1, 1490.
in zusammensetzungen. -acker: unsern trischenäckern (Bingen, 17. jh.) Diefenbach-Wülcker 369; -land: driesland, dresland Kilian (1623) g 4a; wüstungen und trieschland handwb. d. staatswiss. 24, 155; mundartlich: drieschlond unbebaute weide Schön Saarbrücken 51; druskland land, das brach liegt brem.-ns. wb. 1, 263.
 
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triesch, m., 'mit drei oder vier treten (tritt am handwebstuhl) gewobenes, ein einfaches bild werfendes baumwollentuch' Hunziker Aargau 59. dazu: trieschenröckli frauenrock aus triesch, kattunröckchen Staub-Tobler 6, 840. fraglich, ob hierher gehörig: trieschertuch in einem steir. tuchhändlerinventar von 1568 unter tuchgattungen aufgezählt, s. Unger-Khull 173.

 

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