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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
tonnlägig bis tonordnung (Bd. 21, Sp. 802 bis 803)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) tonnlägig, adj., in der bergmannssprache, geneigt, insbesondere unter einem winkel von 75 bis 45 grad Veith 496. je stärker ein gang sich verflächt, oder je steiler ein gebirge ist, je länger wird auch die linie eines tonnlägigen schachts gegen einen saigern Delius 175; selbst der kalkstein ... zeigt sich in eben solchen tonnlägigen schichten allg. deutsche bibl. 44, 537; tonnlegig Jacobsson 4, 415; Richter 2, 521. do(h)nlägig, don(n)legig, Gätzschmann 82; Scheuchenstuel 57; Richter 1, 204; Adelung 1, 1515; Campe 1, 728; theil 2, 1237. die erweichung des dentalen anlauts, sowohl hier, wie bei tonnläg, tonnlage, -läge, tonnlägt, tonnlägigt, tonnlägte, ferner bei tonnbrett, tonnfach, tonnholz, tonnlatte hat zu verfehlten ableitungen anlasz gegeben: ein donen 'abhängig, geneigt sein', das Adelung 1, 1515 vergleichen will, gibt es nicht, und dohne 'gespannt', an das theil 2, 1237 erinnert wird, kann schon der bedeutung nach in unsern zusammensetzungen nicht vorliegen. zweifellos ist der tonnläge, tonnlägige schacht jener schacht, in dem die tonne als das förderungsgefäsz des bergmanns in läger, lägiger 'geneigt liegender' richtung auf- und abgezogen wird zum unterschied vom saigern schacht, wo sie aufrecht auf- und abschwebt. ebenso ist die beziehung auf das förderungsgefäsz bei tonnbrett, -fach, -holz, -latte einleuchtend; sie dienen zur auskleidung vornehmlich des tonnlägen schachtes, um das gleiten der tonnen zu erleichtern. die erweichung der dentalen fortis ist eine mundartliche erscheinung. da die bergmannssprache des frühentwickelten sächsischen bergbaus, vor allem Freibergs, offenbar weithin maszgebend war, liegt die annahme nahe, dasz diese bildungen von da aus weitere verbreitung fanden, und man wird auf den dialectischen zusammenfall der fortis und lenis in diesem sprachgebiet hinweisen dürfen; vgl. Göpfert, die ma. des sächs. erzgebirges 5. auch tunnholz neben tonnholz ist hervorzuheben; die u-form wird allerdings aus einer etwas verschiedenen mundartgegend eingedrungen sein, sie erklärt sich aber ungezwungen durch den hinweis auf tunne neben tonne und spricht somit gleichfalls für die hier angenommene herkunft. die kurzen lautungen mit tonn- sind organisch fortentwickelte, eigentliche zusammensetzungen aus älterer zeit (vgl. die belege unter tonnenfisch), während in der modernen schriftsprache die uneigentlichen compositionen mit dem gen. plur. tonnen- vorherrschend und regelmäszig erscheinen.
 
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tonnläglinie, f.: donnleglinie wird die hauptlinie genannt, nach welcher sich ein gang oder eine kluft neigt Richter berg- und hütten-lex. 1, 204; donleg-linie, die flache schnur, so nach des ganges fallen gestrecket wird Herttwig berg-buch 105. —
 
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tonnlägigt, adj., gleichbedeutend mit tonnlägig: tonlege donlege ... ist das flachfallen eines ganges, ... und wird donlegigt oder tonnlegigt genennet, dieweil die tonne im auf- und nieder-gehen auflieget Herttwig berg-buch 105, Schöneberg 98; Minerophilus 664. —
 
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tonnlägt, adj., gleichbedeutend

[Bd. 21, Sp. 803]


mit tonnlägig: welcher (gang) fallens unter 80 bisz 60 grad ist, und also nicht gantz flach, doch ziemlich donlegt fallen, nennet man donlegte gänge Voigtel geometria subterranea 80. —
 
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tonnlägte, f. gleichbedeutend mit tonnlage: welche man nach dem streichen stehende gänge nennet, werffen ihre donlegten entweder gegen mitternacht und abend; oder gegen mittag und morgen Voigtel geometria subterranea 80. —
 
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tonnlatte, m., s. DWB tonnenlatte.
 
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tönnlein, n., cupula, cupella Aler 2, 1896. der finstere blick des paters glitt auf die tönnlein (mit wein) herab und wurde etwas freundlicher Freytag 11, 41;

fünf tönnlein noch dazu vol neuer pistoletten.
die konte da kein feind, wie stark er war, erretten
Rist dichtungen 135 Gödeke.


 
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tonnung (vertonnung), f., das auskleiden eines schachtes mit tonnenfach, das tonnen; aber auch das tonnenfach selbst Gätzschmann 82; Veith 497.
 
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tonöde, f.: die unwegsamen tonöden, die der musiker zunächst auf seiner ersten wanderung antraf R. Wagner 4, 160. —
 
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tonöffnung, f. (vgl.tonloch): (sie pfiff) auf einer alterthümlichen rohrpfeife mit wenigen tonöfnungen Voss antisymbolik, 1, 320. —
 
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tonordnung, f., 'so nennet man denjenigen wissenschaftlichen theil der melodie, welcher den tonsetzer lehret, die theile der melodie auf eine schickliche art in rücksicht auf ihre endigungsformeln zu verbinden' Koch mus. lex. 1563; die regeln mögen nun die harmonie oder melodie, die tact- oder tonordnung ... betreffen Marpurg temperatur 236. —

 

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