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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
speisewirt bis speisig (Bd. 16, Sp. 2126 bis 2127)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) speisewirt, m. trattatore, hoste. Kramer dict. 2, 855b; procurator peni Stieler 2562; jemand, bei dem man für geld speisen kann, besonders gastwirt, der speisen verabfolgt, aber nicht gäste beherbergt, restaurateur, traiteur. Adelung: wir hielten es für das sicherste, ihren miethlackey und speisewirth fragen zu lassen, wie viel sie bezahlt hätten. Ebert bei Lessing 13, 207; genug! der speisewirth hatte sich angegriffen, da er hörte, dasz die gerichte für einen so wichtigen mann als mich ... bestimmt wären. Thümmel reise 5, 355; in einer seestadt, wo kein wind bläst, der nicht den speisewirthen einen trupp ausgehungerter zuführt, finden alle nationen ... die einrichtung einer feenwirthschaft. 6, 93;

wenn aber diese lady nicht ein töchterchen
von einem dalai lama, ja, groszmogul ist,
so will ich nicht der speisewirth zur gabel sein!
Platen 274 (verhängniszv. gabel 5).


 
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speisewirtin, f.: er wird mich heirathen, und unter der gestalt seiner frau werde ich anders nichts, als seine speisewirthinn und haushälterinn ... seyn. Gellert 3, 267.
 
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speisewirtschaft, f.: will keine gesellschaft. am wenigsten die Engländer da, die ich zum dritten mal in der speisewirthschaft finde. Vischer auch einer 2, 182 (8185).
 
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speisewunder, n.: aus dem walde, in dem das speisewunder geschehen ist, kommt Joseph ... nach der stadt Arras. Panzer Albrecht v. Scharfenberg (1902) s. lvi.
 
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speisewürdig, adj.:

schiebe mit der gabelspitze
zierlich alles, was nichts nütze,
nicht an reinheit ebenbürtig,
nicht an feinheit speisewürdig,
dasz du's über's herzchen bringst
und in's mägelchen verschlingst,
zähe adern, harte flechsen,
harte fasern von gewächsen,
schiebe solche dingerchen
leis auf deines tellers rand.
Brentano 5, 133.


 
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speis(e)wurz, f. gewürz für speisen; nur im elsäss. des 15. jahrh. bezeugt, s. Lexer handwb. 2, 1100. Ch. Schmidt hist. wb. 333: der kirchher sol mit ime bringen ein halb pfund speiswurz, ein halb ingwer, ein halb negelin, das die speis desto bas gerate. Grimm weisth. 1, 705; rezepte zum bereiten der spiswurz von 1446, 1470, 1482 verzeichnet Schmidt a. a. o.
 
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speisezettel, m., vgl. speisekarte und Weinhold d. frauen2 2, 72: die wirtschafterin nicht weniger als die gouvernante erstaunten trotz ihrer gewohnten zerstreutheit über meine befehle und anordnungen, und mein gebaren verblüffte sie so sehr, dasz sie gar keinen widerspruch erhoben noch schwierigkeiten machten, als ich dem speisezettel immer neue dinge hinzufügte. Keller 7, 307; wir glauben uns verpflichtet, den speiszettel zu geben; menu dürfen wir ja nicht sagen, die pfahlmänner hätten sich geschämt, das wälsche wort zu gebrauchen. Vischer auch einer 1, 357. vgl. dazu: also lies in der herzog den zedel sehen. darin het im der kuchenmaister alle esen und drachten in der ordnung ufgezaichnet. Zimm. chron. 3, 526, 6—9 Barack2. übertragen für lebensweise in bezug auf essen: mit dem essen ist's einfach, ... und mein speisezettel ist der denkbar bescheidenste. Ilse Frapan arbeit 408.

[Bd. 16, Sp. 2127]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) speisezimmer, n. zimmer, worin gespeist wird, eszzimmer, vgl. DWB speisestube, -saal. Adelung: unter diesen zimmern war das triclinium oder speisezimmer das vornehmste. Eschenburg handb. der klass. lit.5 624. vgl.: speisezimmer, das, war noch vor 20 jahren bey uns ein fast ganz unbekanter name: man wohnte und asz in der stube. jezt gehört zum feinern geschmack ein saal und darneben ein zimmer wo die tafel unbemerkt kan zubereitet und dann gespeiset werden. Hupel (idiot. v. Lief- u. Ehstl. 1795) 221.
 
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speisezucker, m. der gewöhnliche grobe hutzucker, der in den küchen an speisen gethan wird, küchen-, kochzucker. Campe; auch speiszucker, z. b. unterfränk. Ruckert 172.
 
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speishaft, adj., s. speisehaft.
 
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speisig, adj.
1) esculentus essig, speissig, vol spysz, spysen, van spysen. Dief. gloss. 210b. so bair. neben speisen, adj. (s. das.), grob, gewöhnlich. Schm. 2, 687.
2) sonst nur als bergwerkswort.
a) speise (s. das. 5, c) enthaltend: 'speisige erze, welche sehr kobaltisch sind und daher im ausschmelzen viele speise geben. ein speisiger bleystein, welcher von solchen speisigen bleyerzen fällt.' Adelung (1), vgl. Jacobsson 4, 205a; 'speisig erz, fr. mine dormant speise, erz, was kiesig ist, und speise machet.' 'speisiger bleystein, ein bleystein, welcher viel eisenhaftes und arsenikalisches wesen bey sich hat.' 'speisig, fr. ardoise cuivreuse melée de pyrite werden die kupferschiefer genannt, darinn viel kupferkiesz eingesprenget ist.' ebenda; wir können mit keinem ertz ausz unsern hütten kommen, das nicht acht lot und drüber helt, weil bey uns solche arme ertz offtmals speissig, heiszgretig (strengflüssig und schlackenreich) sein. Mathesius Sar. 28a; da .. fehet man an ertz zu pochen, das gute und güldig ertz von dem geringen und speisigen zu scheiden. 64b; alle grobe wiszmudt ertz, die man auch speissige ertz nennet, deszgleichen die klein speissigen wiszmudt ertz, von denen beyden im schmeltzen die grobe speisz her kumpt, die seind gemeiniglich vor sich allein sehr arm an silber. Ercker ertzt- u. bergkwercksarten 4b.
b) speisig 'wenn ein erz auf dem bruche körnig ist, so dasz auch würflichte theile darunter verstanden werden. ein grobspeisiger bleyglanz, welcher auf dem bruche grosze würfel zeiget, zum unterschiede von den kleinspeisigen'. Jacobsson 4, 205a, vgl. Adelung (2).

 

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