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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
pif bis pike (Bd. 13, Sp. 1846 bis 1847)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) pif, piff, interjection, s. DWB paf, DWB paff sp. 1407 (bellen und päfzen sie hinwider wie ein hund, piff, peff Fischart ehz. 557).
 
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piffel, s. DWB püffel.
 
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pigel, m. n. pech, harz, aus ital. pegola: pigel brennen Schöpf tirol. idiot. 504 (vom j. 1603); zormachetz pigel, geschmolzenes pech Schmeller cimbr. wb. 154a. Zingerle lusern. wb. 24a.
 
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phi, interjection:

tanzen so eilig,
gaukeln so freudig
in liebesstrick
und rufen pih!
Klinger theater 4, 166.


 
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pihras, s. pieraas.
 
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pik, s. auch pick.
 
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pik, pick, piek, m. heimlicher, auf vergeltung ausgehender groll, aus dem gleichbedeutenden nd. pîk, pik, piek (brem. wb. 3, 312. Danneil 155a. Schambach 151b. Stürenburg 175a), mit verändertem geschlechte vom franz. pique (spiesz, s. DWB pike; heimlicher widerwillen, groll), aus dem unmittelbar entlehnt ist die pike (Vilmar 301. H. Heine 2, 6, leipz. piek und pieke Albrecht 182b, mit franz. schreibung pique Weismann lex. bipart. 2, 286a. Schiller 2, 88. Eckermann 1, 340); die form pick lehnt sich an pick (stich) und ist auf bair.-österr. gebiete wol aus ital. picca genommen, vielleicht mit anlehnung an picken, kleben (vergl. DWB auf etwas erpicht, verpicht sein th. 3, 938): er hat einen pik auf mich, indignatur mihi Stieler 117; kaiser Karl IV., der auf Baiern ... einen verschmach und groben pick hatte. Westenrieder beitr. 1, 180 vom j. 1631 (so noch baier.-österr. auf einen einen pick haben. Schm. 1, 381. Lexer 26. Schöpf 504); ich hab so noch ein pick auf ihm (so) wegen andern saches (so); wils ihm schon mit einander eintrenken. Schwabe tintenf. 52; dies und jenes, worauf er einen pik hat. Wieland bei Merck 1, 146; sobald du von irgend einem ding ohne pik und ohne ekel urtheilst. 156; ich habe einen pick auf die ganze welt. d. j. Göthe 3, 115; ihr pick wider Oesern thut mir iezo doppelt leid. 141; all meine physiognomischen kunststückchen, die ich aus pik auf den propheten in den winkel geworfen. werke 29, 65; wenn ich nicht einen pik auf mich hätte, dasz ich sie so lieb habe. an frau von Stein 18. febr. 1776; aber ich hab einen pik auf all meine freunde. 2. juli; ich habe grosze piks auf sie gehabt. 6. märz 1777; denn ich hab unrecht und hab doch piks, und weisz, dasz ich unrecht habe. 9. jan. 78.
 
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pik, piek, n. eine der vier farben im kartenspiel, franz. pique m. Frisch 2, 59b; pikbube Tiedge 7, 93, pikaas u. s. w.
 
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pikant, adj. und adv. aus franz. piquant (und manchmal so geschrieben), spitzig treffend, den (sinnlichen oder geistigen) geschmack stark reizend, höchst anziehend:

gib, o schenke, mir getränke, aber fein pikantes.
Rückert 4, 158;

ach ich merke, freund, du möchtest
gern pikant dein süsz gedicht;
aber in der pfeffermühle
mahlt man keinen zucker nicht.
Mörike ged. 216;

pikante anekdoten. G. Keller Seldw.4 2, 95; unsere artigkeiten gegen ihn (Schröder) werden .. blosz dazu gebraucht werden, sein schmollen mit den Hamburgern desto pikanter zu machen. Schiller an Göthe 523 (4, 347); wenn ich höflich und pikant sein will. Hauff werke (1869) 2, 115;

die war ein ächtes hauptstadtkind,
ein wildfang, pikant, sehr weltlich gesinnt.
Scheffel waldeinsamkeit 3.

davon die pikanterie 'ein in Deutschland gemachtes französisch sein sollendes wort, welches personen von handwerksburschengeschmack häufig für feindschaft, oft auch für stichelei gebrauchen'. Heynatz 2, 322.
 
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pike, f., s. pick m.

[Bd. 13, Sp. 1847]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) pike, picke, pieke, f. langer spiesz, lanze ohne fahne und knopf, infanterielanze (Schultz höf. leben 2, 178. Freytag bilder 3, 25), mit mnd. pêk, pêke (Schiller-Lübben 3, 313b), mnl. pieke, pike, pycke (s. Schultz a. a. o. Kilian 401b), nnl. piek entlehnt aus franz. pique, altfranz. picque, picke (vergl. pik); die schreibung pieke (Adelung, Campe, Voss antisymb. 2, 196) ist nl.:

der sprung, wie man denselben tut
an piken (pike als springstange) in dem Niderland. Teuerdank 31, 33 Gödeke;

in jedes (schiff) stunden dreisig man,
hatten piegen (so) und büchsen an.
Rollenhagen froschm. 3, 2, 4 (Vv 5a);

spüesz, stangen, bücken. S. Bürster 12; in der rechten hand (hielten sie) eine lange spiszruthe, gerade als eine picke. Philander (1650) 1, 168; die pike schwingen. Stieler 118;

was nutzet es, dasz ihr wol schwingt
den fahn und auch die picke.
Gryphius lyr. ged. 366 P.;

(bewaffnet) mit macedonischer pike.
Voss Ovids verw. 52, 262;

und wenn er mich nun mit der pike sieht
dastehn.
Schiller 12, 369 (Wallenst. tod 5, 2);

das unnütze feuerrohr macht dem schwert und der pike platz. 8, 288; der erste strahl der sonne spiegelte sich in ihren piken. d. j. Göthe 2, 132; das ist als wenn man durch die piken (vergl. spieszruthe) laufen müszte. werke 35, 116; sprichwörtlich, von der picke an, auf, von der untersten stufe an (Wander 3, 1345 f.):

bist von der picken an zum hauptmanns-stab gestiegen.
Mühlpforth leichenged. 227;

ich diente von der pike auf, was man so nennt. Auerbach ges. schriften 15, 210; welche die menschheit, wie man sagt, von der pike auf dienen lassen. Strausz streitschriften 2, 69. — auch die reiterlanze (der kosaken): wenn sie die pieke einlegten und ihre magern pferde mit lautem hurrah antrieben. Freytag bilder (1867) 4, 406; im schnellsten ritt drehten sie die pieke wirbelnd um den kopf. ebenda.

 

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