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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
piepen bis piephahn (Bd. 13, Sp. 1843 bis 1844)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) piepen, pipen, verb. , das dem schwachformigen hochdeutschen pfeifen (sp. 1645, mhd. pfîfen pfîfte, md. pîpen pîpte Lexer 2, 244) entsprechende nd. piepen, pipen (Kilian 401a. Schiller-Lübben 3, 330b. brem. wb. 3, 321. Danneil 155b. Stürenburg 175b. Schütze 3, 208); das cimbrische pipen (tabak rauchen, fisten Schm. 154b) und das lusernische piepen (zwitschern Zingerle 24a) stammt aber aus dem ital. pipare.
1) den ton piep von sich geben.
a) von jungen vögeln, küchlein: pipio, ich pip wie ein jung taub. Alberus dict. Z 1a;

ik hord' en voegelken pipen.
Voss ged. 2, 117;

ohn ende schallt die stimme
der nestlinge, die pipen.
Stolberg ged. (1781) 157;

die blaue meise piepet laut.
Salis ged. (1817) 21;

junge brut im neste sah er wimmeln,
hört ich piepen.
Rückert (1847) 535;

die gute freundschaft zu dem volk der vögel ist mir geblieben ... sie piepen seither auch oft genug aus meinen büchern. Freytag ges. werke 1, 37; schles. pîpen, rufen oder schreien wie ein vogel Weinhold 70a;

er pipt wie ah junger stoar.
Stoppe ged. 1, 144;

schweiz. da quakte ich bald wie ein frosch, pipte bald wie ein spatz. Gotthelf schulm. (1859) 1, 172; sprichwörtlich: ass de ollen sungen, so pypten de jungen. Hermes Soph. (1776) 5, 642.
b) von mäusen: höret wie die mäuse pipen. Luther tischr. 269b.
c) von personen, ein küchlein oder vöglein nachahmend:

Rebecka. piep eins, Hedewig,
Hedewig. piep!
Voss ged. 2, 237;

kömmt Lotte dann von ungefähr
und suchet schatten hier (unterm baume) ..
mit einmal piep ich ihr (auf dem baume wie ein vöglein).
Overbeck ged. 246.


2) mit feiner, leiser stimme singen, sprechen, in schwächlicher weise sich äuszern:

und das lied nur heimlich piepet.
Göthe 4, 86 H. u. anm.;

daher (wegen der schnürbrust) der widrige laut unsrer sprache .. unser pipen. Hermes Soph. (1776) 4, 466; eine gewisse geschmacksgimpelei, die seit einiger zeit sehr häufig in unsern ästhetischen recensionen piept. Bürger 380b.
3) klagen, stöhnen, winseln, kränklich thun. Vilmar 302. Albrecht Leipz. mundart 182b. Weinhold schles. wb. 70a. brem. wb. 3, 521. Stürenburg 175b. Schütze 3, 208: das stetige sitzen bringet die meisten um das leben, machet siechende leiber, welches wir an dem weibsvolk sehen, die deswegen stets piepen. Abelii leibmedicus der studenten (1770) 61;

ein Zeno piept am zipperlein.
Gotter 1, 333.


 
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piepenstab, pipenstab, m. faszdaube von eichenholz (s. piepe 3) Ludwig 1406. Schedel waarenlex. 2, 217a: alle piepen-, oxhoft- und branntweinstäbe. Danziger willkür (1783) 187; alle piepenstäbe von festem, geradem, reinem und nicht streifigten holze ohne splint, spalter, äste, wurmlöcher oder pückelchen. ebenda; plattd. pipenstäwe Dähnert 350a, brem. pipenstave, piepstav brem. wb. 3, 322, engl. pipe-staves.
 
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piepenstock, m., kurh. pîpenstock der stock, in welchem das röhrwasser zum auslaufen aufsteigt (s. piepe 2) Vilmar 302.
 
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pieper, piper, m. einer der piept, namentlich ein piepender vogel (nd. piper, pieper pfeifer Schiller-Lübben 3, 331b. brem. wb. 3, 321. Stürenburg 175b): die pieper (anthi) sind als übergangsglied von den sängern zu den lerchen anzusehn .. die wiesen-, wald-, baum-, gartenpieper u. a. Brehm thierl. 3, 889 ff.; piper, truthahn Nemnich 3, 440; roth, zornig werden wie ein piper Schm.2 1, 399. vergl. piephahn 1.
 
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pieperei, f. das piepen, gepiepe: die einwendung gegen das heut ist die unstatthafteste piperei von der welt. Bürger (1829) 6, 133.
 
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pieperig, adj., ostfriesisch von feiner, piepender stimme Stürenburg 175b (s. piepelig); holst. kränklich, klagend, stöhnend (s. piepeln, piepen 3) Schütze 3, 208, piperig Dähnert 350b.
 
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pieperling, m., brem. pipperling, ein zärtling der nichts vertragen kann. brem. wb. 3, 322.
 
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piepfliege, f. musca pipiens Nemnich 3, 439, oldenb. pipflêge Frommann 3, 502.
 
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piephacke, f. was eierhacke Nemnich a. a. o. Stürenburg 175b.

[Bd. 13, Sp. 1844]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) piephaftig, adj. was piepisch. brem. wb. 3, 322.
 
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piephahn, piphahn, m.
1) ein piepender hahn: auf einmal werd ich so kitzblau wie ein ziterauischer piphahn. Schwabe tintenf. 56; bair. piphahn, -gockel, -kopp, -henne, truthahn, -henne (vergl. piep m., pieper) Schm.2 1, 399; piphuhn Nemnich 3, 440.
2) das männliche glied (s. DWB hahn 4, piepe 2):

als im der alte biphaan aufgewacht. Maynhinklers sack (flieg. blatt vom j. 1612) a 2,

schles. pîphan Weinhold 70a, nd. piephaan Dähnert 350b, aber ostfries. piethahn Stürenburg 175b, vgl. pitt, penis 177a.

 

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