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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
piepchen bis pieperling (Bd. 13, Sp. 1842 bis 1843)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) piepchen, pipchen, n. m. piependes küchlein, westerw. bipche Schmidt 137, ein piepender laut Spiesz henneb. id. 183 (vergl. pieplein): sie kommt mir bald wie eine henne unter einem ganzen zug pipchen vor. Schubart, Strausz 1, 81; übertragen: pipchen Julle (Schubarts tochter) dokelt mit ihrem kinde. 2, 395.
 
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piepe, pipe, pippe, f. , das dem hochdeutschen pfeife entsprechende nd. pipe, piep (Schiller - Lübben 3, 330a. brem. wb. 3, 320. Schütze 3, 208), doch ist das bair.-österr. pîpe, pippe unmittelbar aus dem ital. pipa entlehnt.
1) die pfeife Albrecht Leipziger mundart 182b, die tabackspfeife ebenda und Schm.2 1, 399 (cimbrisch pipa 154b): nim die tabackspiepe zur hand, von stund an wird der wind dich aus der piepe in den sattel des pegasus heben. Meinhold reim dich u. s. w. (1673) 37.
2) röhre mit drehhahn am fasse, um die flüssigkeit abzulassen: pippe oder zapf, ducillus, ducibulus voc. 1482 z 2a; schwäb. pippe Schmid 65, bair.-österr. pîp, pîpe, pippe, pippen Schm.2 1, 399. Höfer 2, 336. Lexer 27. Schöpf 505 (davon pîplen, viel trinken): mein mann musz feucht haben, er ist die ganze zeit bei der pippen. Abr. a S. Clara Judas 3, 368; offene pippen. 473; ein geschirr, das unten eine pippen zum ablassen habe. Hohberg 1, 74b. vgl. DWB hahn 8, piephahn 2; kurhessisch auslaufröhre des röhrbrunnens (vgl. piepenstock) Vilmar 302.
3) nach span. pipa eine art langer und schmaler, etwa 300 masz haltender wein- und ölfässer: pipe (ein fasz, so einhundert stübchen hält) Ludwig 1406. Schiller - Lübben 3, 330b. brem. wb. 3, 321, pype Richey 185, piep Schütze 3, 208: pipe wein, cadus vini, solet enim cadus esse formae longiusculae Stieler 1437. vgl. piepenstab.
4) piepe, der schlammbeiszer, cobitis fossilis Nemnich 1, 1085.
5) leipzigerisch die piepen, rindspiepen, kaldaunen Albrecht 182b.
 
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piepelig, adj., ostfries. nordthür. pieplig, pipelig, von feiner piepender stimme Stürenburg 175b. Kleemann 16a (s. pieperig);

[Bd. 13, Sp. 1843]


preuszisch pieplich, kränklich und schwächlich (s. piepeln, piepen 3) Hennig 185.
 
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piepeln, verb., iterativ zu piepen (3), oft stöhnen und klagen Hennig a. a. o.
 
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piepen, pipen, verb. , das dem schwachformigen hochdeutschen pfeifen (sp. 1645, mhd. pfîfen pfîfte, md. pîpen pîpte Lexer 2, 244) entsprechende nd. piepen, pipen (Kilian 401a. Schiller-Lübben 3, 330b. brem. wb. 3, 321. Danneil 155b. Stürenburg 175b. Schütze 3, 208); das cimbrische pipen (tabak rauchen, fisten Schm. 154b) und das lusernische piepen (zwitschern Zingerle 24a) stammt aber aus dem ital. pipare.
1) den ton piep von sich geben.
a) von jungen vögeln, küchlein: pipio, ich pip wie ein jung taub. Alberus dict. Z 1a;

ik hord' en voegelken pipen.
Voss ged. 2, 117;

ohn ende schallt die stimme
der nestlinge, die pipen.
Stolberg ged. (1781) 157;

die blaue meise piepet laut.
Salis ged. (1817) 21;

junge brut im neste sah er wimmeln,
hört ich piepen.
Rückert (1847) 535;

die gute freundschaft zu dem volk der vögel ist mir geblieben ... sie piepen seither auch oft genug aus meinen büchern. Freytag ges. werke 1, 37; schles. pîpen, rufen oder schreien wie ein vogel Weinhold 70a;

er pipt wie ah junger stoar.
Stoppe ged. 1, 144;

schweiz. da quakte ich bald wie ein frosch, pipte bald wie ein spatz. Gotthelf schulm. (1859) 1, 172; sprichwörtlich: ass de ollen sungen, so pypten de jungen. Hermes Soph. (1776) 5, 642.
b) von mäusen: höret wie die mäuse pipen. Luther tischr. 269b.
c) von personen, ein küchlein oder vöglein nachahmend:

Rebecka. piep eins, Hedewig,
Hedewig. piep!
Voss ged. 2, 237;

kömmt Lotte dann von ungefähr
und suchet schatten hier (unterm baume) ..
mit einmal piep ich ihr (auf dem baume wie ein vöglein).
Overbeck ged. 246.


2) mit feiner, leiser stimme singen, sprechen, in schwächlicher weise sich äuszern:

und das lied nur heimlich piepet.
Göthe 4, 86 H. u. anm.;

daher (wegen der schnürbrust) der widrige laut unsrer sprache .. unser pipen. Hermes Soph. (1776) 4, 466; eine gewisse geschmacksgimpelei, die seit einiger zeit sehr häufig in unsern ästhetischen recensionen piept. Bürger 380b.
3) klagen, stöhnen, winseln, kränklich thun. Vilmar 302. Albrecht Leipz. mundart 182b. Weinhold schles. wb. 70a. brem. wb. 3, 521. Stürenburg 175b. Schütze 3, 208: das stetige sitzen bringet die meisten um das leben, machet siechende leiber, welches wir an dem weibsvolk sehen, die deswegen stets piepen. Abelii leibmedicus der studenten (1770) 61;

ein Zeno piept am zipperlein.
Gotter 1, 333.


 
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piepenstab, pipenstab, m. faszdaube von eichenholz (s. piepe 3) Ludwig 1406. Schedel waarenlex. 2, 217a: alle piepen-, oxhoft- und branntweinstäbe. Danziger willkür (1783) 187; alle piepenstäbe von festem, geradem, reinem und nicht streifigten holze ohne splint, spalter, äste, wurmlöcher oder pückelchen. ebenda; plattd. pipenstäwe Dähnert 350a, brem. pipenstave, piepstav brem. wb. 3, 322, engl. pipe-staves.
 
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piepenstock, m., kurh. pîpenstock der stock, in welchem das röhrwasser zum auslaufen aufsteigt (s. piepe 2) Vilmar 302.
 
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pieper, piper, m. einer der piept, namentlich ein piepender vogel (nd. piper, pieper pfeifer Schiller-Lübben 3, 331b. brem. wb. 3, 321. Stürenburg 175b): die pieper (anthi) sind als übergangsglied von den sängern zu den lerchen anzusehn .. die wiesen-, wald-, baum-, gartenpieper u. a. Brehm thierl. 3, 889 ff.; piper, truthahn Nemnich 3, 440; roth, zornig werden wie ein piper Schm.2 1, 399. vergl. piephahn 1.
 
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pieperei, f. das piepen, gepiepe: die einwendung gegen das heut ist die unstatthafteste piperei von der welt. Bürger (1829) 6, 133.
 
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pieperig, adj., ostfriesisch von feiner, piepender stimme Stürenburg 175b (s. piepelig); holst. kränklich, klagend, stöhnend (s. piepeln, piepen 3) Schütze 3, 208, piperig Dähnert 350b.
 
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pieperling, m., brem. pipperling, ein zärtling der nichts vertragen kann. brem. wb. 3, 322.

 

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