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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
picke bis pickelhaue (Bd. 13, Sp. 1838 bis 1839)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) picke, f. was bicke th. 1, 1808, spitzhacke zum behauen und ausbrechen Stieler 117: (die grabhöhlenarbeiter) erscheinen mit picken, hacken und schaufeln. Göthe 44, 209, vergl. picke 2 und pickel; der schnabel Pfister nachträge zu Vilmar 204.
 
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pickeisen, n. was bicke, picke Kramer hoch-nidert. wb. 161b: der porphyr .. will mit pickeisen, welche zugespitzt sind .., gehämmert sein. Winckelmann 3, 134. vergl. pickaxt.
 
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pickel, m. was bickel th. 1, 1808, mhd. bickel, pickel Lexer 2, 264: der pickel oder hauwen Maaler 318c; denn ein stein, den ein pickel nit brechen mag, den soll keiner mit seinem schwert sich unterstehen zu hauen. alte weise (1565) 60b; mit gerthauen, hippen, pickeln. Fischart Garg. 183b; es seind auch etwas man mit pickl, schauflen und hacken zugezogen. Schöpf tirol. idiot. 504 (vom j. 1704); ich habe pickel und schaufel und karst ... beim marktsteine gelassen. Pestalozzi 1, 266; figürlich ein pickel, in einer sache pickel sein, ein fester, seiner arbeit gewachsener mann sein. Schöpf a. a. o.
 
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pickel, m., aus engl. pickle salzbrühe (s. DWB pökel) in pickel oder peckel einmachen Rädlein 703a; pickel, peckel (nnl. pekel) Kramer hoch-nidert. wb. 159b. s. pickelfleisch, -hering.
 
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pickelbeere, f. vaccinium myrtillus und vitis idaea Nemnich 2, 1537; pickelbeerstrauch Pritzel-Jessen 422b.
 
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pickelfleisch, n. was pökelfleisch:

man bekömpt (in Schottland) nicht viel mehr uffn tisch
den pickelfleisch und faule fisch. der postreutter (1591) C 1b;

pickelfleisch von ochsen. Colerus 1, 83a, behkelfleisch oder sulperfleisch 2, 318a; peckelfleisch (nnl. pekelvleesch) Kramer hoch-nidert. wb. 159c.
 
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pickelflöte, f., auch piccoloflöte (Campe verdeutschungswb. 479b), aus ital. flauto piccolo, eine kleine querpfeife, um eine octave höher als die gewöhnliche querflöte: und du, holde Satyra, tochter der gerechten Themis und des bocksfüszigen Pan .. gieb mir die pickelflöte deines vaters, damit ich sie zu tode pfeife. H. Heine 2, 420; mich wundert nur, dasz sie nicht die pickelflöte bläst. Freytag ahnen 6, 157.
 
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pickelhäring, s. pickelhering.
 
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pickelhart, adj. was bickelhart Birlinger schwäb.-augsb. wb. 95a; nd. pickelhard Schambach 154b, bicklhart Danneil 17a.
 
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pickelhaube, f., mhd. seit dem 13. jahrh. beckenhûbe und mit übergang des n in l beckelhûbe (Lexer 1, 264 und nachtr. 46), mnd. pekelhûve, beckenförmige eisen-, blechhaube der gemeinen kriegsknechte; frühnhd. peckelhawbe voc. 1482 y 4b und poggelhaub z 4b, nhd. im 16. jahrh. beckelhaube (th. 1, 1215), mit übergang des e in i bickelhaube (th. 1, 1809) und pickelhaube, worunter man jetzt den metallbeschlagenen militärischen lederhelm versteht, bei pickel aber irrig an pickel 1 ('mit einer spitze versehener helm' Schiller-Lübben 3, 314a) oder an picken denkt ('die gegen den stich schützende haube' Jütting bibl. wb. 83, s. Andresen volksetym.3 168): krebs, bickelhauben die stadtrechte von Arnstadt 64, 10 Michelsen (vom j. 1534); bickelhauben oder eisenhüt. Micyllus Tacit. (1535) 439b; es rührt mich an der pickelhauben. Götz v. Berl. 26 neudruck; die helle ist mit mönchskappen, pfaffenplatten und pickelhauben gepflastert. Peters 2 (1604) Q 5a;

[Bd. 13, Sp. 1839]


verwahre mit dem schwerd die seit,
das haupt mit einer pickelhauben.
S. Dach 890 Öst.;

ich band mir die pickelhaube fest. Göthe 42, 244 (Götz 1, 3); weisz daher recht gut, was ein helm und eine pickelhaube ist. Tieck don Quixote 2, 264;

(starker schlag,) der ihn betäubt, sogar die pickelhaube verbogen.
Alxinger Bliomb. 5, 36;

(der greif) tobt und hackt auf seine pickelhaube
mit starkem schnabel los. 10, 109;

drei pickelhauben führtest du (Landshut) bis jetzt (im wappen),
drei ritterhelme hab ich dir gesetzt.
Uhland (1879) 3, 105;

schwert erglänzt und pickelhaube.
Freiligrath (1870) 1, 42;

ich leg ans herz, dasz sie's nicht raube,
mir eine sturm- und pickelhaube.
Lenau (1880) 2, 346.


 
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pickelhaue, f. was pickel m. 1: es waren da alte reste (des mistes), dasz sie fast die pickelhaue nehmen muszten, um nur zu den steinen zu kommen, mit welchen der stall besetzt war. Gotthelf Uli der knecht (1854) 127.

 

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