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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
picheln bis pick (Bd. 13, Sp. 1837)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) picheln, verb. schwer (mit dem bickel) arbeiten, s. DWB bickeln, DWB pickeln: ein arbeitsman .. hat schwere last .. musz immer picheln ..., dasz es die glieder und knochen empfinden. Butschky rosenth. 92 (50).
 
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pichen, verb. , mhd. bichen, pichen und verhärtet picken Lexer 1, 264 (picken auch bair.-österr., s. 2 und Weinhold bair. gramm. § 181), mnd. peken Schiller-Lübben 3, 314a.
1) transitiv, mit pech (oder wie mit pech) bestreichen, verschmieren, verpichen (s. bichen theil 1, 1808 und pechen 2):

so merket, wie man biche ein vaʒ. Renner 13959;

ain gepichteʒ vaʒ. Megenberg 320, 23; er (Claudius) liesz ein edict auszghan .., das, so mann die weinber wol sehe sthan, die vasz wol gebicht solten werden. Polychorius Suet. 51a; da lässet der nachbar seine bierfässer pichen. Weise die drei klügsten leute 281; das bier schmackte nach den gebichten bierstützen. Zinkgref 2, 43; eine gepichte kanne. Stieler 1422;

es (dreck) dunkt mich so ein edel flader,
wir solten es ein drechsel lassen seen,
ob er ein kopf (becher) darausz mocht dreen,
den dorft man weder pichen noch wurzen,
er smeckt sust seuberlich von furzen. fastn. sp. 213, 16;

ein schiff pichen. Rädlein 703a; starke, innen und auszen wol gebichte schifflein. Kirchhof milit. disc. 102;

diese feistigkeit (lava), die oftmals wie ein flusz
sich ausz der tieffen kluft mit brausen heben musz
und pichen wald und feldt.
Opitz (1646) 1, 43;

(Ätna, der) mit steinen umb sich wirft, gepichte (pecherfüllte, mit pech genährte) flammen speiet. 40;

pichen mit: gleich wie geschriben stehet, das man denen gleich werde, mit denen man umbgang: und wer mit pech umbgehet, der werde damit gepichet. Fischart bienenk. (1580) 136b; Polacke, welcher sein haar mit eier gebicht. Götz von Berlichingen 10 neudruck (Polacke .., dem ich sein gepicht und gekräuselt haar .. mit dem ärmel verwischte. Göthe 8, 28. 42, 269); mit pech oder wie mit pech kleben, heften an, über: einen lebendigen (hecht), den seine durchstochene blase an den boden picht und knüpft. J. Paul teuf. pap. 1, 26; Gottwalds auge blieb fest an den linken steigbügel gepicht. flegelj. 1, 87; er trug rollenartige locken, länglich, mit nadeln gesteckt, fest gepicht über beiden ohren. Göthe 31, 225.
2) intransitiv, (wie pech) kleben, haften: an höfen hängt und picht alles zusammen. J. Paul uns. loge 2, 44; picht nicht das blut des ermordeten reichs-grafen an deinen verfluchten fingern? Schiller 2, 101 (räuber, schausp. 2, 3); bair.-österr. picken Schm.2 1, 381. Höfer 2, 333. Lexer kärnt. wb. 26 (an-, zupicken transitiv und intransitiv) Schöpf 504; picken 'heiszt beim zuckerbäcker, wenn sich der teig ungleich am tiegel anhängt.' Jacobsson 6, 746b; wie angepicht im wirtshause sitzen bleiben, gerne und tüchtig trinken. Schmid schwäb. wb. 65. Schöpf 504 (s. DWB pech an den hosen haben sp. 1517); nach pech schmecken, s. DWB pichzen.
 
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picher, m. was pecher Stieler 1422.
 
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pichig, pichicht, adj. was bichig th. 1, 1808: wie wir auch in unsern silbergängen oftmals pichichte und zehe bergart finden. Mathes. Sar. 52a. vergl. pechig, pechicht.
 
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pichler, m., s. bei picheln 1.
 
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pichler, m. was pechler; pichlerin f. femina picem radens, coquens Stieler 1422.
 
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pichpech, n. pech zum verpichen; schwäb. der angeber in einer schule. Schmid 65.
 
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pichung, f. picatura Stieler 1423; s. verpichung.
 
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pichzen, verb., intransitiv zu pichen, nach pech schmecken: wann ein bier nicht pichzen oder nach pech schmecken soll, so bereite man die fässer folgender maszen. Hohberg 3, 2, 65b.
 
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pick, s. auch pik.
 
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pick, pik, interjection eines durch picken hervorgebrachten tones; des wachtelrufs pick perick, pick pick perick Kinkel ged. (1857) 433 f.; und die täubchen nickten mit den köpfchen und fiengen an pik, pik, pik, und da fiengen die übrigen (vögel) auch an pik, pik, pik und lasen alle guten körnlein in die schüssel. Grimm märchen (1843) 1, 140; eines plötzlichen stichs: mein bienchen kam pick! stachs ihm in die hand. J. B. Michaelis in Ramlers fabellese 1, 82.

 

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