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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
pian bis pichler (Bd. 13, Sp. 1836 bis 1837)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) pian, adj. leise, sanft, entlehnt aus ital. piano (vom lat. planus eben): ich möchte es fast einen leisen pianen sturmwind nennen. J. Paul flegelj. 3, 2. —
 
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piano, adv., superl. pianissimo, das ital. adv. piano, pianissimo:

piano klimmts (des Silenus eselinn) den berg hinan,
piano tritts bergunter.
Bürger 28a;

piano (pianissimo) spielen, singen u. s. w., substantivisch das piano (pianissimo) eines musikstückes gut spielen und dergl.: das leiseste piano. Heinse Hildeg. (1857) 403; nun war zuvörderst (über den gesangsvortrag) von forte und piano die rede, sodann aber von feineren abschattirungen. Göthe 31, 239; das piano (franz. piano m.), verkürzt aus fortepiano (starkschwach) oder pianoforte, das im anfange des 18. jahrh. von Bartolo Cristofali aus Padua erfundene und vom deutschen organisten Christoph Gottl. Schröter im jahre 1717 verbesserte hammerklavier: das pianoforte war fast wie gestimmt, nur zu hoch um einen ton. J. Paul flegelj. 2, 26; im zimmer stand eins der schönsten englischen pianoforte ... mit pedal. Heinse Hildeg. (1857) 43; ich habe ... mit lust ihren gesang auf dem fortepiano begleitet. 368; virtuosen auf dem fortepiano. Zelter an Göthe 3, 36; das piano, auf dem piano spielen u. s. w.: ein anmuthiges pianospiel. Göthe 22, 86; pianist m. (aus franz. pianiste), pianistin f., fortepianospieler, -spielerin.
 
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piaster, m., aus ital. piastra f. (eigentlich metallplatte, s. DWB pflaster), eine ital., span., türkische silbermünze von verschiedenem werte Zedler 28, 12. Chemn. bergm. wb. 387a: das hätte mich piaster gekostet. Seume spazierg. 310. vgl. pistole (2).
 
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pichel, m., norddeutsch was geiferläppchen, -lätzchen, genauer kinder-pichel in Berliner marktanzeigen.
 
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pichelei, f. das saufen, die sauferei (s. bîgelei sp. 1524):

wir (bauern) sein
zum flegel nur gemacht
und zu den pichelein.
A. L. Karsch (1797) 381.


 
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picheln, verb. gerne trinken, saufen (s. DWB pegeln, bigeln sp. 1524), schlesisch: weil er lieber aus groszen kannen, denn

[Bd. 13, Sp. 1837]


aus kleinen gläsern pichle .. hieszen sie ihn onkel 'kannenpichler'. Holtei vagab.5 1, 22; nd. picheln Fromm. 5, 73, 102. brem. wb. 3, 303. Stürenburg 175a. Wander sprichw. 3, 1342.
 
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picheln, verb. schwer (mit dem bickel) arbeiten, s. DWB bickeln, DWB pickeln: ein arbeitsman .. hat schwere last .. musz immer picheln ..., dasz es die glieder und knochen empfinden. Butschky rosenth. 92 (50).
 
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pichen, verb. , mhd. bichen, pichen und verhärtet picken Lexer 1, 264 (picken auch bair.-österr., s. 2 und Weinhold bair. gramm. § 181), mnd. peken Schiller-Lübben 3, 314a.
1) transitiv, mit pech (oder wie mit pech) bestreichen, verschmieren, verpichen (s. bichen theil 1, 1808 und pechen 2):

so merket, wie man biche ein vaʒ. Renner 13959;

ain gepichteʒ vaʒ. Megenberg 320, 23; er (Claudius) liesz ein edict auszghan .., das, so mann die weinber wol sehe sthan, die vasz wol gebicht solten werden. Polychorius Suet. 51a; da lässet der nachbar seine bierfässer pichen. Weise die drei klügsten leute 281; das bier schmackte nach den gebichten bierstützen. Zinkgref 2, 43; eine gepichte kanne. Stieler 1422;

es (dreck) dunkt mich so ein edel flader,
wir solten es ein drechsel lassen seen,
ob er ein kopf (becher) darausz mocht dreen,
den dorft man weder pichen noch wurzen,
er smeckt sust seuberlich von furzen. fastn. sp. 213, 16;

ein schiff pichen. Rädlein 703a; starke, innen und auszen wol gebichte schifflein. Kirchhof milit. disc. 102;

diese feistigkeit (lava), die oftmals wie ein flusz
sich ausz der tieffen kluft mit brausen heben musz
und pichen wald und feldt.
Opitz (1646) 1, 43;

(Ätna, der) mit steinen umb sich wirft, gepichte (pecherfüllte, mit pech genährte) flammen speiet. 40;

pichen mit: gleich wie geschriben stehet, das man denen gleich werde, mit denen man umbgang: und wer mit pech umbgehet, der werde damit gepichet. Fischart bienenk. (1580) 136b; Polacke, welcher sein haar mit eier gebicht. Götz von Berlichingen 10 neudruck (Polacke .., dem ich sein gepicht und gekräuselt haar .. mit dem ärmel verwischte. Göthe 8, 28. 42, 269); mit pech oder wie mit pech kleben, heften an, über: einen lebendigen (hecht), den seine durchstochene blase an den boden picht und knüpft. J. Paul teuf. pap. 1, 26; Gottwalds auge blieb fest an den linken steigbügel gepicht. flegelj. 1, 87; er trug rollenartige locken, länglich, mit nadeln gesteckt, fest gepicht über beiden ohren. Göthe 31, 225.
2) intransitiv, (wie pech) kleben, haften: an höfen hängt und picht alles zusammen. J. Paul uns. loge 2, 44; picht nicht das blut des ermordeten reichs-grafen an deinen verfluchten fingern? Schiller 2, 101 (räuber, schausp. 2, 3); bair.-österr. picken Schm.2 1, 381. Höfer 2, 333. Lexer kärnt. wb. 26 (an-, zupicken transitiv und intransitiv) Schöpf 504; picken 'heiszt beim zuckerbäcker, wenn sich der teig ungleich am tiegel anhängt.' Jacobsson 6, 746b; wie angepicht im wirtshause sitzen bleiben, gerne und tüchtig trinken. Schmid schwäb. wb. 65. Schöpf 504 (s. DWB pech an den hosen haben sp. 1517); nach pech schmecken, s. DWB pichzen.
 
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picher, m. was pecher Stieler 1422.
 
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pichig, pichicht, adj. was bichig th. 1, 1808: wie wir auch in unsern silbergängen oftmals pichichte und zehe bergart finden. Mathes. Sar. 52a. vergl. pechig, pechicht.
 
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pichler, m., s. bei picheln 1.

 

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