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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
physiognomist bis pichelei (Bd. 13, Sp. 1836)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) physiognomist, m., aus franz. physiognomiste, was physiognom: er pflegte von einem wunderschönen, sonst aber sehr groben und ungeschlieffenen jungen bawrnkerl .. zu sagen .. sein vater hätte disz meisterstück zu keinem andern ende verfertigt, als die phisiognomisten damit zu betrügen. Simplic. calender 175c; der physiognomist. Willamow 239 überschrift; die physiognomisten. Göthe 2, 280.
 
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physiolog, m., aus mlat. physiologus (griech. φυσιολόγος, naturforscher, naturphilosoph), kenner oder lehrer der physiologie.
 
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physiologie, f. lehre (und lehrbuch) über die natur organischer körper: aber eben deswegen begreift er ganz und gar nichts vom organismus, der nicht die idee der natur mitbringt, und so sehen wir denn auch, dasz die physiologie sich entweder mit den unhaltbarsten verworrensten hypothesen von mechanischen und chemischen wirkungsarten .. beladen, oder geradezu eingestanden hat, sie wisse die geheimnisse des lebens nicht zu enträthseln. A. W. Schlegel vorles. 2, 59, 18 neudruck.
 
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physiologisch, adj. und adv., gebildet nach neulat. physiologicus, franz. physiologique: physiologische farben Göthe 54, 73, figuren 90, bücher 43, 361; ein physiologisches, d. i. ein natursystem. Kant 3, 224; physiologische methodenlehre. 226; der mensch wird da (in der anthropologie) nicht physiologisch betrachtet. 9, 137; physiologisch betrachtet, versteht man, wenn vom temperament die rede ist, die körperliche constitution und complexion. 10, 318.
 
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physisch, adj., gebildet nach griech.-lat. physicus, franz. physique, natürlich, sinnlich, körperlich (vgl. physik): wan ich schon witwer were, nehme ich doch madame Albertine nicht ... umb einer physischen oder viel mehr geometrischen ursach willen. schreiben des kurfürsten Karl Ludwig von der Pfalz und der seinen 147 (vom jahre 1664) Holland; meine physische natur, im gegensatz zur sittlichen Göthe 25, 111; die physische anlage unserer gattung. Kant 1, 284; die beiden arten des gutes, das physische und moralische, können nicht zusammengemischt werden. 10, 307; die natur des menschlichen geschlechts als einer physischen gattung. 4, 349; physische erdbeschreibung. 9, 135.
 
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pipi, lockruf für hühner Kehrein volkssprache in Nassau 1, 307. vgl. pip pip.
 
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pian, adj. leise, sanft, entlehnt aus ital. piano (vom lat. planus eben): ich möchte es fast einen leisen pianen sturmwind nennen. J. Paul flegelj. 3, 2. —
 
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piano, adv., superl. pianissimo, das ital. adv. piano, pianissimo:

piano klimmts (des Silenus eselinn) den berg hinan,
piano tritts bergunter.
Bürger 28a;

piano (pianissimo) spielen, singen u. s. w., substantivisch das piano (pianissimo) eines musikstückes gut spielen und dergl.: das leiseste piano. Heinse Hildeg. (1857) 403; nun war zuvörderst (über den gesangsvortrag) von forte und piano die rede, sodann aber von feineren abschattirungen. Göthe 31, 239; das piano (franz. piano m.), verkürzt aus fortepiano (starkschwach) oder pianoforte, das im anfange des 18. jahrh. von Bartolo Cristofali aus Padua erfundene und vom deutschen organisten Christoph Gottl. Schröter im jahre 1717 verbesserte hammerklavier: das pianoforte war fast wie gestimmt, nur zu hoch um einen ton. J. Paul flegelj. 2, 26; im zimmer stand eins der schönsten englischen pianoforte ... mit pedal. Heinse Hildeg. (1857) 43; ich habe ... mit lust ihren gesang auf dem fortepiano begleitet. 368; virtuosen auf dem fortepiano. Zelter an Göthe 3, 36; das piano, auf dem piano spielen u. s. w.: ein anmuthiges pianospiel. Göthe 22, 86; pianist m. (aus franz. pianiste), pianistin f., fortepianospieler, -spielerin.
 
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piaster, m., aus ital. piastra f. (eigentlich metallplatte, s. DWB pflaster), eine ital., span., türkische silbermünze von verschiedenem werte Zedler 28, 12. Chemn. bergm. wb. 387a: das hätte mich piaster gekostet. Seume spazierg. 310. vgl. pistole (2).
 
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pichel, m., norddeutsch was geiferläppchen, -lätzchen, genauer kinder-pichel in Berliner marktanzeigen.
 
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pichelei, f. das saufen, die sauferei (s. bîgelei sp. 1524):

wir (bauern) sein
zum flegel nur gemacht
und zu den pichelein.
A. L. Karsch (1797) 381.

 

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