Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
pfuhlfrosch bis pfui (Bd. 13, Sp. 1807 bis 1808)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) pfuhlfrosch, m. rana lutaria, palustris Stieler 567.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhlgeruch, m. odor loci paludosi Frisch 2, 58b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhlgeschmack, m. geschmack (eines fisches, krebses) nach einem pfuhle, teiche Ludwig 1403. Frisch 2, 58b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhlicht, pfühlicht, adj. und adv. paludosus, limosus, pfülichte wasser, pfützen Stieler 446: an feuchten pfulichten orten. Luther tischr. 196b; ein pfulichter weg. Ludwig 1403; der reisz musz ein feuchten, wasserechtigen und pfulechtigen boden haben. Tabernaemont. 653a; nach einem pfuhl riechend, schmeckend: die fische schmecken pfulicht. Ludwig a. a. o.:

denn wenn du's (die hände) thetst ins wasser stecken,
darnach sie würden pflicht schmecken. Grobian. (1572) 64b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfühlicht, adj. pulvinatus Stieler 2392.

[Bd. 13, Sp. 1808]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) pfühlisch, adj. und adv. was pfuhlicht: pfülische gegend, pfülisch schmecken. Stieler 446.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhlkarpfen, m., engl. poolcarp, teichkarpfen Ludwig 1403.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhlschnepfe, f. scolopax limosa Nemnich 2, 1254. Brehm thierl. 4, 639: in den meerstetten desz teutschen lands nennet man diese oder dergleichen vögel polschnepf oder pfulschnepf. Heuslin Gesners vogelb. 251.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfühlzieche, f. pfühl-, küssenüberzug Amaranthes frauenzimmerlex. 1479; spätmhd. pfulzieche (Lexer 2, 267, pfulbenzieche Birlinger 95a vom j. 1491); md. pfulfezieche Michelsen Mainzer hof 29, pfulfziechen Dief.-Wülcker 802 (Frankfurt, vom j. 1631).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfuhu, m. was uhu, mit anlehnung an pfuch, pfuchen:

und wenn der pfuhu abgericht,
sein wolgelegne zeit ersicht,
so kompt er trötzlich in das feldt
mit seinen eulen ungezelt.
Ringwald laut. warh. 348.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
pfui, pfuy, interjection zum ausdrucke des abscheues, ekels, unwillens, der verachtung und des hohnes; gesteigert durch wirkliches oder angedeutetes aus- und anspeien: dasz man sogar, be äuszerst bittrer verachtung, ausspeit, oder doch wenigstens durch pfuy! dieses ausspeien andeutet. Engel 7, 233; pfuy ..! sagte er und spie aus. Siegwart 2, 430;

(da) spie sie, hui und pfui! sein antlitz an.
Bürger 57a.

mhd. phiu, phui aus griech. φεῦ, lat. phui (vgl. pfei, pfi); nd. fu stimmt mit lat. fu bei Plautus (theil 41, 350).
1) ohne rection:

pfui! sprach die jüngst, was hör ich?
Cl. Hätzlerin 164a;

du, nun nicht mehr mein sohn!
pfui! seh ich dich noch an!
pfui! wie dasz ich kann ...
dich ... anschauen?
Gryphius trauersp. 598 P.;

kehr um! pfuy, lasz den bettel gehn!
Günther 387;

so hast du alter knasterbart noch ein junges weib? pfuy! es ist schade für sie. L. Ph. Hahn der aufruhr zu Pisa 24; pfui! ist das männlich? Göthe 14, 134; pfui! rief sie, ... schickt sich das für einen so ehrwürdigen mann? 28, 248;

pfui! pfui! du riechst vom knecht.
Lenau (1880) 2, 328;

verstärkt durch andere beifügungen: pfui ausz! Fischart Garg. 62b. 100a; o pfui! Bürger 82a; pfui doch, pfui doch! Schiller 2, 180; pfui teufel (s. DWB teufel) Ayrer 2998, 36. Göthe 20, 227; pfui spinne! Holtei Lammfell 2, 159; tirol. pfui teigl (teufel)! pfui saggera! Schöpf 502 (vgl. 2, b).
2) mit einem casus der person oder sache, über die man pfui ruft.
a) mit dem accusativ: pfui dich (vgl. pfui dich an bei pfuien), du geschriftlastrær! Megenberg 203, 12; pfui dich, du schanden ritter. 228, 34;

pfui dich, du pöser sathanas! fastn. sp. 508, 18;

pfui dich, paur, das dich der teufel schent. 524, 10;

pfü (= mhd. pfiu) dich du böse welt.
Gengenbach die x alter 797;

pfui dich, pfui dich, du schwarzer vogel.
Uhland volksl. 44. 746;

der bawer ... sprach zorniglich hinwider: pfui dich auch, Liendel, und abermal pfui dich, lieber Liendel! Kirchhof wendunm. 3, 329 (5, 71) Öst.;

wenn sie schreit: pfui dich!
Neumark lustw. 176;

pfuy dich, küsz mich.
Weckherlin 529;

pfui dich, du weicher landgraf, werde hart! Arnim schaub. 1, 81;

wenn er sagt: pfui mich!
Neumark a. a. o.;

pfui euch, kein arbeit mich erschreckt. fastn. sp. 564, 2;

pfui euch, die ihr euch rühmt der geilen buhlerlügen
desz frechen Amadis.
Logau 2, 3, 59;

pfuy sich der groben wüsten saw!
H. Sachs 4, 388, 15;

pfui in, der mirs hin truoc.
H. v. Neustadt Apoll. 8610;

pfui den hundskerl! sagte er, und spie aus. Siegwart 2, 430.
b) statt pfui dich schlechter mensch u. dergl. entsteht durch hinweglassung des pronomens fügung mit dem vocativ: pfuy schlechter mensch! d. j. Göthe 1, 222; pfui (euch) Genueser! Schiller 3, 276 (Fiesko 3, 4); weidmännisch: wenn der leithund eine falsche fert angefallen hat, wird er also bestraft: pfui gesellmann! pfui haas u. dergl. Heppe (1763) 21; augsburgisch pfui has! ein beliebter abweisungsruf Birlinger 94b.
c) mit dem genetiv: pfui unsers unglaubens. Luther tischreden 88a;

[Bd. 13, Sp. 1809]


pfui nur dein, du krieger!
Raber Sterzinger spiele 15, 107;

pfui des bösewichts! Herder krit. wälder 1, 68.
d) mit dem dativ:

pfui mir albern narren.
Tittmann engl. komöd. 140;

pfui dir mit solchen streichen!
Göthe 7, 83;

o pfui, und pfui und wieder pfui
den elenden!
Schiller 1, 269;

oder ein almanach ist der unfläthige kanal, der die indigestionen der musen durch die nasen des publikums stöszet? pfui ihm! wenn er das wäre! 2, 376.
e) der dativ oder accusativ ist abhängig von einer präposition: pfui für dem all! Klinger theater 4, 157; pfui für ein vernünftiges geschöpf! 2, 141; pfuy über euch sklavenseelen! Gotter 3, 486;

pfuy über dich!
Göthe 12, 173;

pfui übers hocken! rief sie, sprang auf und lief ... voran. 21, 141; o pfui, über den kindermord! Schiller 2, 96; pfui über den kalten grusz! Freytag ahnen 1, 234.
f) pfui mit nachsatz:

pfui, das du dich des schemest nicht! fastn. sp. 811, 26;

pfui, dasz mir der bart nicht wachsen will!
Hoffmann gesellschaftsl. s. 83 (vom j. 1594).


3) substantivisch das pfui: da hat sich alsobald die Martha mit dem pfuy verlauten lassen ... pfuy! er (leichnam) stinkt schon. Abr. a S. Clara Jud. 4, 394; er wandte sich von seinem erzeuger mit einem hochmütigen pfui. C. F. Meyer d. heilige 110.

 

Eingabe
Wörterbuchtext:
Stichwort: