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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
nachgeberden bis nachgedächtnisehre (Bd. 13, Sp. 59)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) nachgeberden, verb. die geberden eines andern nachahmen, annehmen. intransitiv: nirgends eine spur ... von nachgeberdendem (mimischem) festreigen der anmut und der feierlichkeit. Voss antisymb. 1, 172. mit dativ:

nachgeberdend ihm (dem Nestor)
hub so der Traum zu Agamemnon an.
Bürger 149b.

reflexiv: sich nachgebehrden, comparare se ad gestum alterius, vultu simulare. Stieler 79.
 
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nachgeberder, m.: nachaffer der gebehrden, ethologus. Stieler 79.
 
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nachgeberdung, f.:

doch warum ahmt er auch itzt Frankreichs dichter,
itzt Engellands, so unablässig nach?
scharfsinn sprech itzt seine miene, tiefsinn itzt, wies urbild sprech,
meint ihr.nachgebehrdung würde ja auch diesz nur sein,
angenommnes, fremdes ding, nichts mehr ...
Klopstock 12, 188.


 
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nachgeblich, adj. nachgebend, nachlassend: wenn gleich dieser kummer nicht nachgeblich wäre. Hippel lebensl. 2, 309.
 
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nachgeblichkeit, f. widerstandslosigkeit, nachgiebigkeit: die erste classe ohne widerstandskraft, die andere ohne nachgeblichkeit. nachgeblichkeit, kraftlosigkeit .. erwirbt weder liebe noch achtung. Lavater phys. 2. u. 8. fragm.
 
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nachgebot, n. wofür mundartlich auch nachbot (der dort gegebene beleg gehört hieher).
 
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nachgebung, f.: nochgebung oder willforung macht frund (freunde), die worheit macht bassz, obsequium amicos, veritas odium parit. Murmelius 212. vgl. Wander 3, 835; nachgebung, cessio, obsequium Aler 1431a; welche (sonne) nicht durch widerwärtige bewegung, sondern durch eine sanfte nachgebung, oder weichen, dem snellen lauf des gestirnten himmels abwendet. Butschky kanzl. 823.
 
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nachgeburt, f. der mutterkuchen nebst demjenigen theile des nabelstranges, welcher nach der trennung des kindes am mutterkuchen bleibt, und den anhängenden eihäuten. secunda, secundina Stieler 85. 97 (die ander geburt Dief. gl. 523a, nov. gl. 333b), vgl. DWB nachburt: es ist hie zu merken, dasz die nachgeburt oder das büschelein, nachdem das kind worden und von mutterleib geboren wird, in vielerlei wege verhindert und versperret werden mag. J. Ryff hebammenbuch 59; wann die nachgeburt vor dem kinde kommt, so ist ein zufall, der das kindhaben allemal sehr gefährlich macht. Mauriceau 253. übertragen, das nach dem vorbilde eines andern geborne, nachgeahmte werk: (Kotzebues Ubalde) ist eine ungefähre aber unglückliche nachgeburt der Emilia Galotti. Zelter an Göthe 1, 364.
 
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nachgedächtig, adj. gleich nachdächtig:

o christlicher könig groszmächtig,
der groszen sach seit nachgedächtig!
der fall ist schwer; besinnt euch wol!
H. Sachs 8, 60, 8 K.


 
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nachgedächtnis, n. rückerinnerung an, andenken:

ein saw, bald ir flaisch wirt gefressen,
wirt ir von yederman vergessen.
also, bald der reich geitzig stirbt,
sein nachgedechtnusz gar vertirbt.
H. Sachs 3, 510, 17 K.


 
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nachgedächtnisehre, f. honor immortalis, diuturnus, post fata florens, monumentum. Stieler 360.

 

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