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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
leseesel bis lesekränzchen (Bd. 12, Sp. 773)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) leseesel, m. name für ein schmales gepolstertes gestell, auf welchem man rittlings sitzt, um an einem pulte zu schreiben oder zu lesen: dasz ich den ganzen tag ... auf einem festen lese-esel sasz, und darauf werke am schreibpult ausspann und aufsetzte. J. Paul palingen. 1, xxvi; als das paar einen leseesel mit 2 pulten beschritten hatte. kom. anh. zum Tit. 1, 9; weil ich als gelehrter den ganzen tag auf meinem leseesel sasz und schrieb. briefe u. lebensl. 4.
 
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lesefaul, adj. faul in bezug aufs lesen: da ich lesefaul bin, so denke ich dabei, ich brauchte nichts anders zu lesen. Zelter an Göthe 2, 7.
 
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lesefehler, m. fehler, den man im lesen begeht.
 
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lesefieber, n. fieberhafte sucht zu lesen: er hat das lesefieber.
 
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lesefrucht, f. frucht die man aus einem durchlesenen buche oder schriftstücke für sich sammelt; bildlich für einen ansprechenden gedanken, eine besonders interessante stelle u. ähnl. eines solchen: wir .. haben als lesefrucht des heutigen tages in den briefen des Junius folgende gedankenvolle betrachtung für unsere abgeordneten erbeutet. Frankfurter journal vom 9. märz 1871;

kann ich doch indesz mit meinen beiden sängern mich erfreun,
einge lesefrüchte sammeln, einige gedichte streun!
Platen 288.

der plural erscheint auch als büchertitel: lesefrüchte aus dem garten der deutschen poesie u. ähnl.
 
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lesegeiz, m.: es giebt einen lesegeiz, alles, was man lieset, in seinen nutzen zu verwenden. Hippel 2, 163.
 
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lesegeld, n. geld das leihbibliotheken für das lesen ihrer bücher erheben. vgl. DWB lesegroschen.
 
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lesegesellschaft, f. geschlossene gesellschaft, die ihren mitgliedern bücher und zeitschriften zum lesen bietet; in vielen städten bestehend.
 
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lesegroschen, m. groschen als gebühr für die benutzung einer leihbibliothek (vgl.lesegeld): wie würde es ohne sie (der leser von Deutschland ist angeredet) und ohne den lesegroschen, den sie wöchentlich als schreibpfennig und almosengeld in allen deutschen leihbibliotheken austheilen, um schreiber und schreiben stehen! J. Paul freih.-büchl. 69.
 
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leseholz, n. dürres holz, das armen leuten aus den wäldern aufzulesen erlaubt ist. öcon. lex. 1419; sarmentum leseholcz Dief. 513a; einen karren leseholz zu hohlen. Haltaus 1261; das raff- und leseholz für damalige harte winter. J. Paul freih.-büchl. 69; bildlich: er verglich das alte und neue gesangbuch und kehrte die schönen stellen des alten, die die ästhetische tempelreinigung aus dem neuen weggefegt hatte, wieder auf einen haufen und schlichtete wirklich dieses raff- und leseholz zu guten besondern liedern zusammen. biogr. belust. 1, 138.
 
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lesekränzchen, n. vereinigung von leuten (vgl. DWB kränzchen 3, a, theil 5, sp. 2057) für gemeinschaftliches lesen.

 

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