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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ipernbaum bis irdig (Bd. 10, Sp. 2154 bis 2155)
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[Bd. 10, Sp. 2154]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ipernbaum, m.:

durch eines langen dammes rücken,
den ich bei meiner zeit erhöht, mit ipern-bäumen oben schmücken (liesz).
Brockes 7, 316.


 
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ipernstamm, m.:

hîerauf erblicket man nun ferner den mit so manchem ipernstamm,
und vielen weiden wohl besetzten, geraden, langen, grünen damm.
Brockes 7, 318.


 
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ipünktchen, n. pünktchen über dem i: o hätt ich doch nur einen buchstab von diesem abschiede gemerkt, da Minchen ihn nahm, nur ein uhütchen, ein ipünktchen! Hippel lebensl. 3, 1, 371.
 
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irch, n. feines weisz gegerbtes leder, ahd. irah, mhd. irch und erch, vgl. th. 3, 744 und erich 857: albicorium irich, weis irich, irch, erich, erch Dief. 20c; aluta (pellis artificiose candidata) erche, irch 27b; corialbum erich, errich, irich, erche, erch 151b; irch albicorium voc. inc. theut. k 7a; kärntnisch irch weisz gegerbtes leder Lexer 150; von verschiedenen thieren: pellis caprina irih Schm. 1, 130 Fromm.; das irch, bearbeitete gäms- oder rehhaut. ebenda; nimm ein schäffen irch, und mach das nasz. Albrecht rossarznei 97; über die nächste verwandtschaft des wortes mit dem goth. adj. aírkns gut, eigentlich glänzend, weisz (bezeugt durch unaírkns gottlos, lasterhaft) und weiteren etymologischen hintergrund vgl. Kuhn zeitschr. 5, 390.
 
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irchen, adj. von weisz gegerbtem leder, ahd. irhîn liquaminus, mhd. irhîn: bair. irchene gesæszhosen. Schm. 1, 131 Fromm.; in Kärnthen irchana housn Fromm. 3, 114; leg der frouwen disz pflaster uf ein yrchi läder gestrichen über den understen teil des buchs. Rüff trostb. 113a; disz pflaster sol uf ein yrchi suber läder gestrichen werden. 120b.
 
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irchen, verb. weiszgerben; bairisch, kärnthnisch. Schm. 1, 131 Fromm., Lexer 150; corialbum geyrhet clein leder Dief. 151b.
 
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ircher, m. weiszgerber. Schm. a. a. o.: für die ircher oder weisz oder lohrotgerber. Mathes. Sar. 120a; Rudolt Sahs bei der erher stuben. d. städtechron. 1, 92, 28. zu irrer verderbt: irrer, so werden in Nürnberg die weiszgerber genannt. Jacobsson 6, 167a.
 
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irchergasse, f. gasse der weiszgerber, ehemals in verschiedenen städten, irchergaʒʒ in München Schm. 1, 131 Fromm.; vicus dictus jchirgaszen (lies: irhirgaʒʒen). Kehrein sammlung alt- u. mitteldeutscher wörter aus lat. urk. s. 69b (aus einer hess. urk. von 1321); heute in Nürnberg zu irrergasse umgewandelt. Fromm. 2, 20.
 
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irden, adj. von erde, mhd. irdîn und ërdîn; auch nhd. ist erden noch manigfach bezeugt, vgl. theil 3, 754. es hat sich in zwei bedeutungen entwickelt.
1) von erde gemacht, aus gebrannter erde gefertigt:

daʒ eʒ (das wasser) zwên häven vuorte hin
mit kraft; der ein was irdîn,
der ander von êre goʒʒen. edelstein 77, 8;

irrdin, terreus, humeus, ex terra sive humo factus, irrdin geschirr, vas terreum, opus figulinum Maaler 237b; becken, irden gefes. 2 Sam. 17, 28; was sol dir der irdene topf, bei dem ehrne topf? denn wo sie an einander stoszen, so zubricht er. Sir. 13, 3; damals war einer, so töpf oder häfen feil brachte .. sein irden krämerei herfür trug. Kirchhof wendunm. 235a; ein irdenes werk, opus figulinum Steinbach 1, 350; ein irden breipfännchen. Göthe 16, 19; irdene pfeifen.
2) dichter des 17. jahrh. brauchen es auch wie irdisch, der erde entstammend, ihr angehörig (wie umgekehrt irdisch im sinne von irden 1 steht); der gebrauch ist ebenso ahd. nachzuweisen: sie getuont die irdinen sundôn, terrenos peccare. Notker ps. 100, wie früher schon im gothischen, wo aírþeins sowol unser irden als irdisch ausdrückt;

er (der gute) zähmet seine sinnen,
die nur sehr irrden sind, und führet sein beginnen
aus ihren augen weg.
Opitz 1, 64;

der leib, mein irdnes theil, der ist der seelen grab.
Fleming 32;

der friede führe nun ein irdnes königreich. 66;

ein himmlisches gemühte
ist irdnen sachen feind. 71;

sie sieht was kein mensch kan mit irdnen augen sehn. 129;

disz ist es, wehrter freund, wie wenig es auch ist,
dasz du nun nicht wie vor mit irdnen augen siehst. 133;

dasz wir irdnen himmlisch werden,
das schafft, laute, deine gunst. 513;

sie kleben an dem koth
der irrdnen sterbligkeit mit herze mund und hand.
Abschatz ged. (1704) 2, 130.

[Bd. 10, Sp. 2155]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) irdenisch, adj. irdisch, vgl. erdenisch theil 3 sp. 758:

sus ist gestalt der argen vlîʒ,
irdenscher schaz ist ræʒe ir aller minne. minnes. 2, 397b Hagen;

z eime zeichen, das irdensch gewalt und kraft gegen gotte nüt verfohet. d. städtechron. 8, 248, 17; Darius, ein künig der irdenscher künige. 306, 4; was auf erden ist und zum zeitlichen irdenischen reich gehört. Luther 2, 199b.
 
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irdig, adj. erdig, erdartig: solcher fixer schwefel .. er sei irrdig oder steinig. Paracelsus opp. 1, 667 C.

 

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