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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
immerwährend bis immi (Bd. 10, Sp. 2077 bis 2079)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) immerwährend, part. fortwährend, stets dauernd: yemerwärend, yemerwärende, sempiternus, jugis, perennis Maaler 509d; yemerwärende, unzergengkliche, unermäszliche werk, opera immortalia. ebenda; von yemerwärender trauwrigkeit abnemmen und verschweinen, luctu aeterno tabescere. ebenda;

[Bd. 10, Sp. 2078]


sein leben und seine reden waren mir eine immerwärende predigt. Simpl. 1, 35 Kurz; immerwehrendes gehölz und feuchtes gebüsch. pers. reisebeschr. 1, 4; Johannes ... war sein (Jesu) immerwährender begleiter. Dinter schullehrerbibel, neues test. (2. aufl.) s. 204; ein project zu einem immerwährenden frieden. Lessing 6, 11;

darinnen ist abent und morgen
ein immerwerent angst und sorgen.
H. Sachs 2, 167, 88;

adverbial:

sag, immerwährend lieben wollt ich sie. Shakesp. Richard III 4, 4;

say, I will love her everlastingly;

zu stetem gebrauch geeignet: ein immerwährender kalender;

ymmerwernde
zageltasch! (anrede an ein weib, in einem schmähalphabete). Hätzlerin lxviiia.

ein comparativ zu dem worte ist nur möglich, wenn es sich zu der bedeutung dauernd abschwächt: auf das aber unsere freindtschaft und verbüntnus desto immerwehrender und gewisser sei. Zinkgref apophth. 1, 395.
 
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immerwährenheit, f.:

was auf felsen wird gesetzt, widersteht der zeit,
dessen wachsthum nennet man immerwärenheit.
Neumark palmbaum 81.


 
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immerweg, adv. wie immerhin 3 sp. 2075: lassen sie doch diese sporteln immerweg dem richter. Möser 8, 58.
 
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immerwenig, adv.: yemerwenig, allgemachest, pauxillatim Maaler 509d.
 
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immerwesen, n. stetes sein: dîn ie, dîn iemerwesen. Hugo v. Montfort bei Lexer wb. 1, 1413.
 
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immerwesenlich, adj.: in der ecclesia Christi geschicht täglich das gebett umb dieses immerwesenlich brot. Reiszner Jerus. 1, 38a.
 
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immerwiederkehrend, part.: weder der tag, noch der frühling, noch die liebe werden immerwiederkehrend alt. Göthe an frau v. Stein 2, 33.
 
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immerwierigkeit, f. sempiternitas: (die kinder sind) sein (des vaters) ewige gedächtnusz, immerwirigkeit und unsterblichkeit, in denen er wie ein mürber käsz zu vielen stücken zerfällt. Garg. 67a.
 
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immerwillig, adj. semper paratus, promtissimus, deditissimus. Stieler 2538.
 
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immerzu, adv. das durch zu verstärkte immer, bis auf heute noch oft getrennt gesetzt; sonst auch zu bloszem immerz verkürzt: lieben hern, es will jmertz mangel an brot im leger sein, desshalb e. f. w. in solchem sovil muglich fürsehung thun, das dem leger prot zugefürt wird. Schertlin br. 170; selbst immez immer Schm. 1, 76 Fromm. (aus Nürnberg).
1) es bedeutet immer weiter, fort und fort, in bezug auf eine gegenwärtige, oder in die zukunft reichende thätigkeit: immerzu, subinde, idemtidem, crebro Steinbach 2, 1123; beleib im streit und fach ymerz wider an. Keisersb. pred. teutsch (1510) 116b; der welt nach leben da ist weder rw noch raste, sunder ymerz angst und not. 74a; die magd redt jmmerzu spötlich. H. Sachs 1, 477b; die ritter und edlen, die dem hoffleben umb müsziggangs willen nachziehen, werden immerzu in unmusz und unruh sein. Zinkgref apophth. 1, 8; lieber alter, sage mir doch, von wem hat der junge krebs das kriechen gelernet? es folget immerzu einer dem andern nach. Schuppius 784; und sihet und findet man immerzu thorheit. ebenda; immerzu einen ansehen, aliquem subinde intueri. Steinbach 1, 1123; er fragt immerzu, idemtidem quaerit. ebenda; einem immerzu briefe zu schicken, alicui crebro litteras mittere. ebenda;

doch dein befehl, an dem ich mich ergetze,
fällt immer zu mir unvergessen ein.
Opitz psalmen s. 236;

ob nun gleich ein goldnes tuch kan den esel decken,
siht man ihn doch immer zu noch die ohren recken.
Logau 2, 152, 62;

adel, den die kunst gebieret, hat gemeinlich diesen mut,
dasz er mehr für geld als ehre, immerzu das seine thut. 3, 101, 11;

wie thöricht wer sich will an éinen menschen binden,
man kan noch immerzu desselben gleichen finden.
Abschatz verm. ged. 169.

in bezug auf einen aus der vergangenheit in die gegenwart reichenden zustand: gleichwol aber ist die pure einfalt, gegen andern menschen zu rechnen, noch immerzu bei mir verblieben. Simpl. 1, 36 Kurz; auf die vergangenheit bezüglich: er hatte seiner gemahlinn ein ansehnliches vermögen mit spielen und lüderlicher gesellschaft verschwendet, und sich dennoch immerzu des namens eines redlichen gemahls und zärtlichen

[Bd. 10, Sp. 2079]


vaters angemaszt. Rabener sat. 4, 57; ich versprach was sie begehrte, ich hätte zu und immer zu versprochen. Göthe 23, 85.
2) immerzu, als ausruf, wie frisch dran! vorwärts! gewöhnlicher aber getrennt geschrieben: immer zu! als zuruf, perge, pergite! Scheller deutsch-lat. handlex. (1796) 785;

immer zu! immer zu!
ohne rast und ruh!
Göthe 1, 93.


 
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immi, n. alemannisches masz für trockene und flüssige waaren, mhd. imîn und imî (Lexer wb. 1, 1421); ob ein etymologischer zusammenhang mit ahm, cadus, amphora, ahd. âma und ôma (vgl. theil 1, 191) bestehe, kann nicht entschieden werden. modius mutte, quartale vierteil, satum imi voc. opt. 20b, 11; man sagt glaublichen, das sie von zweir ime habern wegen, darumb sie gehadert und zanket, mer dann umb die hundert tausendt guldin wert kommen. Zimmer. chron. 3, 152, 9; in der Schweiz ist immi als hohlmasz für trockene sachen theils der neunte theil eines viertels (Luzern und Zürich), theils der vierte theil eines mäszes (Bern); auch eine marktabgabe in korn. Stalder 2, 69; Fronsperger nennt ime als weinmasz, enthaltend zehn Eszlinger masz, 16 imen = 1 eimer. kriegsb. 1, 126b.

 

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