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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ille bis iltisfalle (Bd. 10, Sp. 2060 bis 2062)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ille, f. anethum graveolens. Nemnich 1, 302. vielleicht nichts als verstümmelung von dille, vgl. theil 2, 1150.
 
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illker, n. bei den fischern ein korb zur aufbewahrung lebendiger aale. Jacobsson 6, 150a. der letzte theil des wortes ist wol kar gefäsz (theil 5, 202 fg.).
 
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illuminieren, verb. aus dem lat. illuminare in verschiedenem sinne aufgenommen.
1) selten im ursprünglichen sinne, erleuchten, durchleuchten, von der sonne:

da nemlich,wenn durch sie (die blätter) die gluth der sonne fällt,
ihr zart geweb, illuminirt,
ein gelblich feurig grün vor augen stellt.
Brockes 2, 312.


2) im späten mittelalter wird darunter das ausmalen der initialen einer handschrift oder eines buches verstanden: so gib .. den bekantnüszbrief über dich, Christum Jesum den gecrützigten unsern heilmacher. disz ist der brief die birmentin hut des unschuldigen lambs und unbefleckten, das da hynweg nympt die sünd der menschen. disz ist die hut die do zerspannet ist, und zerdenet an dem galgen des heiligen crützes, geschriben mit der schwarzen dynten syner schwarzen möler und wunden, gerobriciert mit der roten robrick syns roten rosenfarben heiligen blts, illuminiert mit dem hauptbuchstaben syner heiligen fünf wunden, versigelt mit synem eigen mund. Keisersberg bilg. 4a; das buch hat hüpsche buchstaben, grosze capitel, ist hüpsch illuminiert. derselbe bei Frisch 1, 487a. jetzt versteht man unter illuminieren überhaupt eine zeichnung oder einen holzschnitt in wasserfarben ausmalen.
3) illuminieren, gebäude oder baumgänge zur nachtzeit mit brennenden lampen festlich ausschmücken. dazu das fem. illumination.

[Bd. 10, Sp. 2061]



4) illuminieren, verdeutlichen, erklären, ausdrücklich an die bedeutung 1 angeschlossen: Matthesius sagt recht und wol, die allegorien und gleichnüsse beweisen und gründen keinen articul desz glaubens, sondern dienen darzu dasz die gegründete articul als in einem gemälde den einfältigen deutlicher vor die augen gestellet und illuminiret werden. Schuppius 827.
5) das part. illuminiert, erleuchtet in geistiger bedeutung, als eine ehrenbezeichnung, aber mit beziehung auf den eigentlichen sinn: ob sie gleich weder oehl noch docht im lämpchen haben, heiszen sie doch nicht minder wohl illuminirte herren. Fr. Müller 2, 21.
6) illuminiert nennt der volkswitz einen trunkenen. Kehrein 207.
 
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ilme, f. ulmus campestris: ulmus, ein ulmerbaum, ilmen, rustbaum. glosse zu eclog. 1, 59 in Vergil opp. (ed. Egenolph 1597) 312c; allerley stauden und gartenbewmlin, so zum flechten und binden dienstlich, als weiden, lindbast, ilmen. Sebiz feldb. 3.
 
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ilse, f. clupea alosa, die alse, ein geringer fisch. vgl. unter alse theil 1 sp. 260.
 
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ilsterfalle, f. was iltisfalle, viverrarium Steinbach 1, 366. vgl. unter iltis.
 
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ilte, m. iltis, s. d.
 
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iltenschnecke, f. voluta, eine gattung schnecken, auch rollenschnecke, walzenschnecke. Nemnich 4, 1575.
 
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iltis, m. mustela putorius (bei Nemnich auch neutr.). der name dieses thieres schwankt bedeutend in der form: ahd. illitiso (Graff 1, 238) und elledis (Schm. 1, 60 Fromm.), mhd. eltes, iltis, und elteis, alteis, iltig, eltechs (vgl. Megenberg s. 516 Pfeiffer), letztere form vielleicht an dachs angelehnt, ein verwandtes elnte, ellentes, elintisel, heltenze ist auf die hyäne gewendet, vgl. Lexer wb. 1, 541. Dief. 277a, wie auch in dem MS. 2 der Lüneburger ritteracademie nach Gödekes mittheilung sich die glosse hyena ilteis findet; nhd. nach den landschaften verschieden: bair. elledeis (Schm. a. a. o.), in Tirol ilkes (Fromm. 6, 157), in Kärnten eltas (Lexer 148), rhein. eltes (eltes, viverra, silvestris mustela Alb. hh 2a); nassauisch ilser, elser (Kehrein 127), düringisch ilte (Rüling beschreibung von Nordhausen 16), obersächsisch iltnisz (Fleming teutsch. jäger 1, 147b. 399a), auch im östr. Schlesien und Böhmen iltnis, eltnis, am böhm. Erzgebirge nelkens (Fromm. 5, 474); migale eltnys Dief. mlat.-hochd.-böhm. wörterb. 182; schles. ilster (Steinbach 1, 810 als neutr.), in Niederdeutschland ilk, ülk, elk, illink, ullink (Fromm. 2, 319. 5, 149), sonst auch elske, elbthier, elbkatze, ellenkatze (Nemnich 3, 676); im Bernbiet däs, däsen (Stalder 1, 269); schwed. iller, dän. ilder. die betrachtung dieser verschiedenen formen lehrt, dasz wir es mit einem verdunkelten compositum zu thun haben, dessen beide theile il und tis auch selbständiges leben, theils in weiterbildungen, entfalteten. was den letzten theil anbetrifft, dessen vollere form teis, deis war, so ist zur erklärung an deisen schleichen, leise gehen (2, 914) gedacht, in dem ersteren aber zusammenhang mit mythischen vorstellungen vermutet worden (vergl. unter ellendeis theil 3, 411), was die deutliche anlehnung des ersten compositionstheiles an elb und der weitere name des thieres teufelskind (Nemnich a. a. o.) stützt.
Der iltis, als gefährlicher feind der hennen, wird gefürchtet: der eine von ihnen hatte bösen leumund wegen allerlei, und sah ihn und den iltis niemand gern auf seinem hof. Hebel (1838) 3, 16; sein fell wird verwendet:

seine schläfe
schüzet ein lederner helm von einem felle des iltis.
Stolberg Il. 10, 326;

der gestank dieses thieres wird betont: alle geschlächt der wiselen, so sy mit zorn gereizt, schmöckend stark und stinkend, vorausz der iltis, dennethar er bei den Latineren den nammen bekommen hat. Forer thierb. 152a; iltis, schimpfname für ein weib (vgl. iltisbalg):

du iltis, das ich dich solt zerreiszen,
nun hast du je ein eisen verrend (abgelaufen)!
H. Sachs 1, 479c.


Ein vornehmlich indisches thier, manis pentadactyla, das kurzgeschwänzte schuppenthier, heiszt auch der gepanzerte iltis. Nemnich 3, 503.
 
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iltisbalg, m. balg, fell eines iltis. seine gelbe farbe und böser geruch veranlassen den gebrauch des wortes als schimpfwort für ein verlebtes weibsbild:

du diebin, du iltesbalk du gelber.
H. Sachs 1, 512d;

dasz du in all hurnwinkel schleufst,
mit iltesbälgen friszt und seufst. 4, 3, 20a;

[Bd. 10, Sp. 2062]



würf sie mir aber ein andres fur,
und schüldt mich für ein alte hur,
ein iltisbalg und ehbrechrin,
ein wettermacher und zauberin.
B. Waldis Esop 4, 68, 43;

ein jeden dünkt sein ildniszbalk
sei ein sperber und schöner falk.
Eyering 2, 116.


 
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iltisfalle, f. falle für einen iltis.

 

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