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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ideenverbindung bis iender (Bd. 10, Sp. 2042)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ideenverbindung, f.
 
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ideenwelt, f.: das gemüth wird also unwiderstehlich aus der welt der erscheinungen heraus in die ideenwelt, aus dem bedingten ins unbedingte getrieben. Schiller 1224a; sie bestreben sich ihre grosze ideenwelt zu simplificiren, ich suche varietät für meine kleinen besitzungen. an Göthe 1, 11.
 
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ideenzahl, f.: schönheit, sagt Hemsterhuis, ist, was gröste ideenzahl in kleinster zeit gewährt. J. Paul vorsch. d. ästh. 1, 48.
 
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ider, idermann, s. jeder, jedermann.
 
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ie- s. auch unter je-.
 
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iebe, f. übung, gewohnheit, art, für übe, mhd. üebe (Lexer wb. 2, 1685):

mein herr Moringer het die ieb
dasz kein gast auf seiner burg entschlief,
er sung dan vor ein hovelied.
Uhland volksl. 780;

allzeit het ers in groszer ieb,
das er sich keiner liegen tet verschulden.
Gödeke u.
Tittmann liederb. 325.


 
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ieben, verb. für üben, mhd. üeben: lechterliche hoffwort und schwenk ieben. G. v. Ehingen 9;

und so wirs etwo hetten nicht
nach notturft gnugsam ausgericht,
so bitt wir, nemt itzund für lieb,
bisz sich ein jeder besser ieb,
wenn er mer zeit und weile hat.
P. Rebhun Susanne, beschlusz v. 126.


 
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iechze, f. bei Hohberg für üchse, mhd. üechse, achselhöhle: die schmalzfedern unter den iechzen und um den steus soll man ausziehen (bei gänsen, die gemästet werden). 2, 336b.
 
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iechzen, verb. ächzen, keuchen, eins jener lautmalenden wörter, von denen unter keichen theil 5, sp. 438 eine gröszere anzahl aufgezählt sind, vgl. auch DWB hechzen oben sp. 741 und achzen, ächzen theil 1, sp. 172;

mich dunkt, ich hör was iehtzen dort inn.
ja sich! da kreücht die frau herausz.
J. Ayrer 267c (1337, 3 Keller).


 
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ielen, verb. alemannisch für eulen heulen (vgl. theil 3, 1194):

und weinen, ielen, hülen, schrien.
Murner geuchm. v iijb.


 
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iender, ienders, iendert, adv. , das mhd. iener, ahd. ioner, êoner (zusammengezogen aus êo in eru, usquam terrarum gramm. 3, 220 ff.), mit eingeschobenem, etymologisch unberechtigtem d, das in oberdeutschen quellen bis ins 16. jh. sich findet, zum theil in der form indert, im alemannischen, bairischen und pfälzischen noch heute lebt (als iend, ienden, iendert, ienderts Schm. 1, 9 Fromm.). es steht in localem, temporalem und modalem sinne.
1) local, irgendwo: so ligt der krieg auch mer uff uns und haben mer sloʒ ümb uns ligen, dorawʒ man uns teglich angreift und beschedigt, danne dhein ainige stat die iender in dem punde ist. d. städtechron. 1, 159, 22; derwegen wol z vermten, dasz kein maulesel yenders in der wält seie, der seiner art nach an im selbs fürkomme: dann die maulthier nit gebären noch werfen wie anders vich. Forer thierb. 48b;

mag ich dich furpas indert erraichen. fastn. sp. 508, 20;

ob üns ünser vint iendert wider gen,
daʒ wir in mʒen wider sten
und wir in gesigen an.
Uhland volksl. 823;

und ob ich indert (im buche) hät gesetzt
das waren christenglaiben letzt,
ich volg der hailgen kirchen mer,
halt nichtzet wider göttlich ler.
Schwarzenberg 159d.

vgl. auch endert theil 3, sp. 460.
2) temporal, je, irgendeinmal: ob sy indert selbschol (selbstschuldner) oder bürg gegen in worden weren. d. städtechron. 1, 112, 13; daʒ sie da warten solten, ob sich die feint indert herzu wolten laszen. 2, 188, 29;

ob er indert pei uns tanz. fastn. sp. 430, 22.


3) modal, irgendwie, irgend, ein folgendes zahlwort oder subst. verallgemeinernd: ob ewern gn. yendert anders von uns fürpracht und gesagt würde. d. städtechron. 5, 341, 31; obe man yendert wege erfunden möchte, dadurch wir des Nenningers entladen würden. 352, 25; ir gewerb ist mancherlei, künstlich, als iendert ein volk auf erdtrich. Frank weltb. 46b; ob yendert einer wer, der solichs nit vermöcht. 145b; wo yndert ein bischoff, priester oder diacon .. nit communiciert. chron. 1531 318b; der geschmack und farw des sandharzes sich der bibergeile

[Bd. 10, Sp. 2043]


gar vergleicht, mer weder yender andere ding. Forer thierb. 25a;

ist iendert man auf erden,
der doch der sach nem acht.
Uhland volksl. 914;

ob jndert einer wer,
der diser arzenei beger,
der such uns in der herberg hie.
H. Sachs 1, 469d;

ist indert ein weib oder man.
Schmelzl Saul 20a;

in verbindung mit einem ortsadverb:

ist iendert hie ein christen man.
H. Sachs 3, 1, 250a.

 

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