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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hutzelwasser bis hymne (Bd. 10, Sp. 2001 bis 2002)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hutzelwasser, n. brühe von gekochten hutzeln; bildlich schlechter kaffee oder met. Schm. 1, 1196 Fromm.:

ir lieb und gunst kan mir wol kummer stillen,
wie hutzelwasser, sawersenft und enzian. meisterl. ms. fol. 23 no. 11.


 
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hutzen, verb. , nebenform zu hutschen sp. 1993, und in bedeutungen desselben.
1) kriechen, rutschen: repere hutczin voc. Vratislav. ms. sec. 15.
2) hutzen, reizen, locken:

sondern wolt in noch mutzen, hutzen
mit schelten, bochen und mit trutzen.
Fischart dicht. 1, 124, 35 Kurz.


3) mit dieser bedeutung berührt sich hutzen für rennen, stoszen wie böcke, und rennen machen, ein vorzugsweise fränkisches wort (Schm. 1, 1195 Fromm.), das aber auch sonst sich findet, in der bedeutung auf einen feindlich losgehen: etwen verhengt gott über sölch menschen, die sich also von im keren z der welt, das sich ir die welt nit vermag, das inn kein freud noch mtwill z lieb würd und das die welt wider sy pfiset und pfutzt und uff sie hutzt. Keisersberg bilg. 119c; und das unter hürzen sp. 1972 auf andere verwandtschaft zurückgeführt werden muste. eine specialisierung der ersteren bedeutung von hutzen ist es wol, wenn voigtländisch, böhmisch hutzen (auch hûzen gesprochen) umherlaufen, auf besuch gehen heiszt; schon im 16. jahrh.: was spacieren und immer hutzen gehet .. das

[Bd. 10, Sp. 2002]


gibt selten gute hauszhalterin. Mathes. hochzeitpr. 25a; auch fränkisch, hutzen gehen, in alterius domo consortium quaerere Frisch 1, 480c: andere mundartliche formen werden bei Kuhn 17, 12 aufgeführt (doch mit unrichtiger etymologischer anlehnung).
4) wieder ein anderes hutzen, rütteln, schüttern hängt mit hotzen und hotzeln sp. 1847 zusammen: ein vorster sol auch uf einen zun träten, und sol dreistund (dreimal) hutzen, und wo er bricht, da sol er demselben gebieten, des der zun ist, dasz er in besser mache. weisth. 1, 138 (canton Zürich, von 1484); erhutzen erschüttern: als das krütz zum dritten mal in dem stein erhutzt ist, dasz alle sine wunden wider ufbrachen. das grosze gebet 89.
 
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hutzer, m. nach hutzen 2, aufreizer: ein hutzer und anzünder des gemeinen pöbels. bairische quelle bei Schm. 1, 1195 Fromm.
 
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hutzig, adj., nach hutzen 3, zu feindlichem losgehen geneigt, streitsüchtig: das ein narr, das ein gauch, das ein hutziger, der also, das ist der welt eigenschaft. Paracelsus opp. 2, 175 B.
 
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hutzigen, verb. sich über einen aufhalten, ihn schmähen: er kert sich z got, haltet sine gebot, des spottet man, iederman hutziget über in, des sol er nit achten. Keisersberg bilg. 166a.
 
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hutzlich, adj. rugosus, runzlich. Frisch 1, 481a, mit der nebenform hozlich; im nassauischen hotzelig. Kehrein 203.
 
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hutzucker, m. zucker in hutform (vgl. DWB hut no. 2, l sp. 1983); bildlich: da er schon seit jahren nichts lieber machte als eine verbeugung sammt grusz, weil er allen menschen gern eine kleine freude geben wollte, und doch nichts anderes dazu hatte als eben seinen hut, in welchen er ihnen seinen geistigen hutzucker der liebe präsentierte und vorhielt. J. Paul komet 1, 106.
 
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huzen, verb., gesprochen hûzen, foppen, narren, äffen; ein düringisches und osterländisches wort: willst du deinen alten vater huzen? Bechstein märch. 142. so nahe der zusammenhang mit hutzen 2 und hutzigen zu liegen scheint, so kann dennoch dieses huzen nur als nebenform zu dem weitverbreiteten uzen, utzen (Schm. 1, 182 Fromm.) angesehen werden.
 
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huzza, interj. s. DWB hussa sp. 1976.
 
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hyäne, f. canis hyaena; als bild für ein entsetzliches raubthier:

da werden weiber zu hyänen,
und treiben mit entsetzen scherz.
Schiller glocke v. 366;

und dräuend wies mir die grimmigen zähne
der entsetzliche hai, des meeres hyäne. taucher v. 120.


 
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hymne, f. lobgesang, jubelgesang, aus dem griech. mascul. ὕμνος wol erst seit dem 18. jahrh. in dieser form und bedeutung aufgenommen; mhd. galt das masc. ymne und imps (Lexer wb. 1, 1422) als kirchlicher lobgesang.

 

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