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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hutungsprozess bis hutzeln (Bd. 10, Sp. 2000 bis 2001)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hutungsprozess, m. prozess um eine hutung: durch den bewuszten hutungsprocess sind mir viele verdrüszlichkeiten zugezogen worden. Rabener werke 3, 94.
 
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hutwehr, f. bedeckter ort eines burg- oder festungsgrabens, an den man einen hinterhalt (vergl. DWB hut sp. 1984) legen kann, franz. caponnière: gut vermurt ligend hutweren mit schüszlöchern. anz. für kunde deutscher vorzeit 1870 39 (16. jahrh.).
 
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hutz, interj. neben husch sp. 1973 und hutsch sp. 1993 zur bezeichnung des schnellen: hutz, hutz, lauft die alte Catherine und schreiet mit heischerer stimme, frau braut, frau braut, der herr bräutigam wil eins tanzen. welzabend (1658) B 1b.
 
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hutz, hütz, m. bauer, tropf, vergl. unter DWB hauz sp. 713: hutzen die ihnen den lehem dippen (in der gaunersprache, das brot geben). Fischart groszm. 50.
 
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hutzeichen, n. zeichen, auszeichnender schmuck am hute: zu einem federhalter, medeibild (metallene zierde) und hutzeichen, auch zu einem schauwpfennig und göttelgelt, hett er ein ganz guldene platten. Garg. 119b.
 
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hutzel, f. etwas eingedorrtes, geschrumpftes (vergl. unten hutzeln), namentlich
1) gedörrtes obst, äpfel- oder birnenschnitz. die form hutzel, in den schriftlichen denkmälern bevorzugt, ist die oberdeutsche, namentlich im bairischen sprachgebiete gewöhnlich (Schm. 1, 1195 Fromm.; in Tirol. Fromm. 5, 230; in Böhmen. 6, 172), während mitteldeutsch das stammhafte u mit o wechselt: im nassauischen hutzel und hotzel Kehrein 203; ebenso hessisch. Vilmar 176; in Düringen und Obersachsen gilt nur hotzel, eine form die auch Bürger in der schriftsprache anwendet:

hu! ich will ihn trillen, zerren,
kraus, wie heu und hotzeln, dörren! 288b (Macbeth 1, 3).

Adelung schreibt, mit langem vocal, huzel (was in Colditz in Sachsen eine schiefgebackene semmel bezeichnet) wie das entsprechende verbum hûzeln; das späte mhd. gewährt hützel und hutzel (Lexer wb. 1, 1410); Stieler 803 hutzel und hotzel, pomum et pyrum siccatum; von durren pirn oder von groszen huczeln. kuchenmeist. a 6; diese werden von etlichen schön empfangen und mit dürren hutzlen, milch und erbisz gelabet und gespeiset. S. Frank weltb. 51a; wegen der gedörrten hutzeln und schlehen. Jucundiss. 111; wurde brod gebacken, das mit hutzeln und nüssen ausgefüllt war. Auerbach dorfgesch. 1, 228; an jedem gaubloch hängen perlenschnüre von getrockneten schnitzeln und hutzeln. Bettine briefe 1, 21; als redensart: frisz hutzel, wenn dir dieses nicht schmeckt, si non vis pasci his deliciis, non invideo tibi Cyprii bovis merendam. Serz 73a; ich will dir hutzel anrichten, male mulcaberis; duras partes sustinebis. ebenda;

und gibst hutzeln für feigen hin. fastn. sp. 478, 12;

ich gib euch hutzeln dürr und grün. 614, 13;

pfui teufl mit der runzelten altn!
sie ist gar eingschnurt und verschmort
und wie ein hutzel eingedort.
Ayrer fastn. sp. 14b (2404, 26 Keller);

und solst du zu einer hutzel braten. 85c (2769, 3).


2) hutzel, bairisch, ein runzlichtes altes weib; in Nassau eine alte eingeschrumpfte person, aber auch ein guter tropf, gutmütiger

[Bd. 10, Sp. 2001]


mensch (Kehrein a. a. o.). an diesen letzteren sinn rührt es, wenn scherzend mägde hutzeln genannt werden: was können doch die ehrlichen und aufrichtigen armen hutzeln oder frommen mägde und dienstboten für einen solchen schleppsack. mägdelob 4;

wie müssen sich die guten mägd,
die armen hutzeln doch zerleiden. 49.


3) hutzel und huzel, die holzbirne, pyrus communis sylvestris. Nemnich.
4) hutzel, in einem ausrufe, scheint mit anklang an die interjection hutz verwendet: schwur auch bei meinem bart und so lieb mir mein calenderhandel wäre, ich wolte ihme, ehe einer sagte: hutzel! wieder zurecht helfen (von der maulsperre). Simpl. 2, 277 Kurz.
 
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hutzelbirne, f. gedörrte birne, oder holzbirne? gute huczelbirn. kuchenmeist. b 3. im Appenzell ist hutzelibera eine besondere art von birnen. Tobler 278a.
 
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hutzelbrot, n. brot mit hutzeln gefüllt. Frisch 1, 480c.
 
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hutzelbrühe, f. decoctum pirorum siccatorum. ebenda.
 
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hutzelkrämer, m. händler mit hutzeln: hutzelnkrämer, hutzelwasserhändler zu Augsburg. Fischart groszm. 49.
 
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hutzeln, verb. schrumpfen, rugosum fieri. Frisch 1, 480c. Schm. 1, 1196 Fromm.; vergl. auch DWB einhotzeln, DWB einhutzeln th. 3 sp. 205, und verhutzeln. das wort darf wol als éines ursprungs mit dem sp. 1846. 1847 aufgeführten, meist mundartlichen hotzeln schüttern, rütteln angesehen werden, hat aber seine bedeutung in der angegebenen weise eingeschränkt.

 

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