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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hutmann bis hutsche (Bd. 10, Sp. 1992 bis 1993)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hutmann, m. einer der hütet, die aufsicht führt, hüter im allgemeinen sinne:

er (Christus) ist der rechte htman,
schlafet noch schlumet nicht,
behtet einen iederman
der sich nach seim wort richt.
Uhland volksl. 894;

hutmann, der des menschen leben
behuten sol.
Thurneiszer archidoxa 9;

[Bd. 10, Sp. 1993]


in eingeschränkter bedeutung der viehhirt. bairisch Schm. 1, 1190 Fromm., aber ebenso auch in Düringen, Obersachsen; im bergwerk der steiger oder aufseher einer bergwerksgrube. a. a. o.; der wirt im huthause eines bergwerks. Frisch 1, 480a.
 
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hutmerle, f. tanagra pileata, eine ausländische vogelart. Nemnich.
 
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hutnessel, f. eine nesselart: die hutnesseln bewegen (erregen) das brennen und beiszen in den lenden und augen. Forer fischb. 115a.
 
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hutohr, n. auricula pilei, alias hutstulp Stieler 1386.
 
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hutrecht, n. jus compascui, weiderecht. Stieler 1550.
 
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hutreif, m. pflanzenname, von crocus vernus. Nemnich.
 
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hutring, m. uncus, uncinus auriculae pilei, krampe, krampring. Stieler 1649.
 
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hutsam, adj. und adv. wol acht habend, achtsam:

wie ein kettenhund, der huttsam an der pforten
auf jeden billt und schnaubt.
Lohenstein Ibr. Bassa 20, 82;

auch sich in acht nehmend, vorsichtig (wie behutsam th. 1, 1345): die allerhutsamste, verschmitzteste .. geister. Philander 1, 672.
 
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hutsamkeit, f. achtsamkeit: derwegen thue die augen auf deiner hutsamkeit. C. Barth deutscher Phönix 28.
 
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hutsch, interj. wie husch sp. 1973.
1) eines frierenden; ein vor kälte fast ganz erstarrter ruft: o mein gott, ich erkenne meine schuld, hutsch, hutsch, hutsch! Conlin narrenwelt 3, 287.
2) zur bezeichnung des unerwartet schnellen, plötzlichen: hutsch hatt er noch eins (eine maulschelle), dasz ihm der kopf wackelte. H. L. Wagner reue nach der that 23.
3) im Nassauischen ist hutsch lockruf für rindvieh; daher dann auch als subst. fem. für rind, kuh gebraucht. Kehrein 206; auch im Vorarlberg ist hutsch! hutsch! lockruf. Fromm. 5, 487.
 
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hutsche, hütsche, f. nach dem unten folgenden verbum hutschen in verschiedener bedeutung.
1) in Mittel- und Niederdeutschland eine kleine fuszbank, schiebebank: hütsche scabellum Stieler 782; niederd. hutsche fuszbank Schambach 90b; vergl. auch die nebenform hitsche sp. 1580. es heiszt von der hütsche müssen, von einer höheren stellung herunter müssen, im folgenden geradezu vom thron:

und wat vaddr Blücher gesait, det traff,
de kerel (Napoleon) muszt von de hütsche raff.
Hildebrand volksl. 485 (von 1815);

bei Stieler a. a. o. steht eine augenscheinliche verderbung dieser redensart, die für das alter des bildes beweist, neben er ist von der hütsche heiszt es er hat die hütsche, sive schüppe bekommen, dejectus est ab officio, vel dignitate.
2) hütsche, hutsche, ein kleiner schlitten für kinder. Schambach 90b, vgl. DWB käsehütsche th. 5, sp. 251; in Baiern und Kärnten aber ist hutsche die schaukel; sonst im bairischen sprachgebiete hutschen, schwankseil, daran die jungen hin und her fahren. Lexer 141. s. DWB hutschen 2.
3) hütsche, auf den galeeren die fuszbank oder stütze, woran die sclaven den angeschlossenen fusz beim rudern setzen. Jacobsson 2, 297b.
4) hutsche, glacies lubrica, vel alius locus laevis et lubricus, ubi pedes facile lubricantur. Stieler 872. vgl. DWB hutschen 2.
5) hutsche, name für die elster. Nemnich.
6) hutsche, bergmännisch, was husche sp. 1974: hutsche bekommen, in der grube zu schaden kommen. Jacobsson 6, 127b.

 

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