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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
husarenpelz bis huschern (Bd. 10, Sp. 1972 bis 1975)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) husarenpelz, m.: der prinz, den arzt im husarenpelze an seiner seite. Thümmel 2, 84.
 
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husarensäbel, m. ein seitengewehr, dessen klinge krumm ist und dessen gefäsz keinen korb hat. Jacobsson 2, 295b.
 
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husarensattel, m. sattel mit einem ganz besondern baum. ebenda.
 
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husarenschwert, n.:

der kreisel, und das steckenpferd, ...
das hölzerne husarenschwert
belustigen ihn itzt (den knaben).
Hölty 121 Halm.


 
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husarentasche, f. tasche eines husaren. nach der ähnlichkeit eine muschelart, ostrea ephippium. Nemnich 4, 810.
 
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husarenthee, m. nennt man in der mark Brandenburg eine mischung von halb cognac, halb glühwein.

[Bd. 10, Sp. 1973]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) husch, interj. , auch als subst. und adj. entwickelt.
1) als interjection in mehrfacher verwendung.
a) um den schauer der kälte zu bezeichnen, schon im späten mhd., vgl. Lexer wb. 1, 1401: o himmel und erde, erbarmet euch doch über mich, husch, husch, husch; er schlug sich creuzweis mit beeden händen, aber husch, husch, husch! er war vor kälte fast ganz erstarret. Conlin narrenwelt 3, 287;

wie lang sol ich hie sitzen (im bad)!
husch, es ist kalt,precht man mir palt
ein pelz ob ich möcht schwitzen. meisterl. Berl. ms. fol. 23, no. 93;

o husch, wie kalt! hart thut mich frirn.
J. Ayrer fastn. sp. 3b (2349, 8 Keller);

noch heute in diesem sinne im bairischen sprachgebiete üblich, vgl. Schm. 1, 1185 Fromm. Lexer kärntn. wb. 146.
b) husch, scheuchruf:

so hudelt man ihn erst, herr spatz,
und scheucht ihn hin und her husch! husch!
nun fenster auf! hinaus zum busch!
Bürger 20b.

bairisch ist husch, husch! ausruf beim hetzen eines hundes. Schm. a. a. o. vgl. dazu aber huss.
c) husch, zur bezeichnung einer groszen geschwindigkeit: so bald er hört, dasz ich geld bei mir habe: husch! ist er Anselmo. Lessing 1, 500; husch ist ihm denn ein ringelchen an den finger prakticirt; er weisz selbst nicht, wie es dran kömmt. 552; es ist nacht, man liegt im bette .. es schleicht was herbei, die vorhänge rauschen, klipp! klapp! die pantoffeln fallen, und husch! man ist nicht mehr allein. Göthe 19, 170; sobald das rebhuhn mich erblickte, lief es in den weizen, lockte — husch da waren alle seine jungen bei ihm. Salzmann Conrad Kiefer (Stuttg. 1845) 41; husch aus dem wagen mit einem sprunge! Kotzebue dram. sp. 1, 22; husch! bin ich wieder hier. 3, 311;

und sprang, nachdem er gnug geguckt,
husch, in den bach hinunter.
Hölty 7 Halm;

husch! steht sie, wie Cornelia
mit des Pompejus urne,
so schwarz und majestätisch da,
als trügen sie Cothurne.
Gotter 1, 93;

husch! sie voran; husch! ich ihr nach,
wie leichter frühlingswest.
Bürger 103a;

und husch ist es (das gerippe) unter dem rasen.
Göthe 1, 230;

husch! den riegel vorgeschoben,
husch! den schlüssel umgedreht.
Kotzebue dram. sp. 2, 304;

mein liebchen kommt gesprungen, husch!
und herzt mich fast zu tod.
Uhland ged. 24;

oft in mehrfacher stellung: husch, husch, und ich bin fertig! Lessing 2, 140; husch, husch! ich bin hinüber. Kotzebue dram. sp. 2, 213;

mir hat geträumt, ich klopf auf den busch:
da rauschte der hirsch heraus, husch husch!
Uhland ged. 303;

und das gesindel, husch husch husch!
kam hinten nachgeprasselt,
wie wirbelwind am haselbusch
durch dürre blätter rasselt.
Bürger 15a.


d) husch, ruf um aufmerksamkeit zu erregen, lehnt sich an hoscha sp. 1836 an: husch! nur näher angerückt! Fr. Müller 1, 294.
2) husch, als masculines substantiv, an husch 1, c angeschlossen, bezeichnet
a) grosze geschwindigkeit, eile, in Kärnten husch eine schnelle bewegung. Lexer 146:

doch nimmt es richtig seinen husch
und mit gewandter schnelle
eilt es durch anger, feld und busch
zur kirche, zur capelle.
Göthe 1, 225;

man sagt einen auf den husch besuchen, ganz flüchtig; ich sah ihn nur auf einen husch; im husch war die erscheinung verflogen;

und thöricht wars von uns, so unterm husch
ihn zu bestatten. Shakesp. Hamlet 4, 5;

and we have done but greenly,
in hugger-mugger to inter him.


b) einen geschwinden schlag, eine ohrfeige: husch, alapa Frischlin nomencl. 397; husch, masc., un soufflet, alapa Genfer dict. (1695) 178; schweiz. der husch ohrfeige neben die husche (s. d.). Stalder 2, 66; ebenso bairisch. Schm. 1, 1185 Fromm.
3) husch, als adjectiv verwendet, eilig, geschwind:

ach! wie der wind,
so husch, so schwind.
Klinger theater 4, 166.

[Bd. 10, Sp. 1974]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) husche, f. , nach der interj. husch etwas schnell packendes ausdrückend.
1) einen schnell kommenden regen oder schneefall, den man sonst schauer nennt: schnebe, nix, husch voc. inc. theut. t 2b; eine husche heiszt an einigen orten ein plötzlicher regen, der aber bald vorbei geht, ein strichregen. Frisch 1, 479a; in Düringen und Obersachsen namentlich spricht man in diesem sinne von einer schneehusche, regenhusche.
2) husche, griff ins haar, haarraufen, vgl. DWB haarhusche sp. 29: nachdem sich Gargantua mit frischen kleidern angethan, und nun angefangen sich mit eim sträl ... zu kemmen und zu reiben, da fielen zu einer jeden huschen ubersich und jedem abzug untersich herausz mehr dann sieben ballenkugeln, welche ihm .. im langen haar behangen gebliben. Garg. 235b; der griff des scharfrichters in die haare des delinquenten vor dem kopfabschlagen. Vilmar 179:

Calvus, der ganz kahl am kopfe (meint man) werd ans holz noch kleben,
sorgt drum selbsten, wie der henker ihm wird doch die husche geben.
Logau 3, 51, 69.


3) auch die ohrfeige, heute aus der schriftsprache ganz in die mundarten zurückgetreten, alemannisch und bairisch, vgl. unter husch 2, b, auch oberhessisch. Vilmar 179; hoscha, huscha ohrfeige, schlag mit der flachen hand. Tobler 277a; schwäbisch die husch ohrfeige Schmid 293; niederd. husche sowol schelte wie schläge. Schambach 89b: den gewalt und empfangene husche. Philander 1, 108; eine därre oder husche. 236; wegen vieler huschen und kniestösz, so er mir denselben ganzen tag über gegeben. Laz. de Tormes 24;

soll ihm die schwarte nicht von mancher husche knacken.
Günther 418.


4) bergmännisch heiszt es der bergmann hat eine husche bekommen, wenn er in der grube zu schaden kommt oder von einem gespenst vexiert wird. bergw. lex. 306a.
 
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huscheln, verb., frequentativ zu dem folgenden huschen. hessisch heiszt huscheln eilfertig, ungenau arbeiten, drüber hin huscheln, oberflächlich ungenau und in unbrauchbarer weise ein geschäft vollziehen. Vilmar 180, mit dem fem. huschel, unordentliche frauensperson, wofür aber auch hossel, hosel, und dem adj. huschelig, hoselig, unordentlich, vergl. dazu unter hossen sp. 1843; sonst sich raschelnd und flüchtig bewegen: wenn der alte mann im zimmer huschelt. Gutzkow ritter vom geist 5, 188; fränkisch aber ist huscheln, an die interj. husch 1 angeschlossen, frösteln, vor frost zusammenkauern, einhüllen. Fromm. 6, 132; in Tirol huscheln sich im bett erwärmen, von kindern. 154; hennebergisch huscheln sich einhüllen. 3, 132. vgl. auch huschen und huschern.
 
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huschen, verb. , nach der interj. husch gebildet.
1) in der bedeutung flüchtig über etwas hin gleiten, erscheint es vor dem 18. jahrhundert in der schriftsprache nicht verbreitet (M. Krämer wortbuch in deutsch-ital. sprach 1678 646b verzeichnet es zuerst als eines sinnes mit gleiten, glitschen, das war das hoschen des 16. jahrh., vgl. sp. 1837; nach dem heutigen begriffe steht es zufrühest bei Adelung, als wort des gemeinen lebens), bürgert sich aber schnell, und vornehmlich in der dichtersprache ein: bohren sie das bret, wo es am dünnsten ist. das ist, huschen sie über das weg, was sie zu lange aufhalten wird. Lessing 12, 489; und ein junges mädchen huschte rasch hinüber. Gutzkow ritter vom geiste 7, 93; verdächtige gestalten huschten im zwielicht an uns vorüber; vgl. auch hinhuschen sp. 1444;

bald huschen wir
leis aus der thür,
und fliegen, und fliegen zum tanze!
Hölty 195 Halm;

allnächtlich herunter vom rabenstein,
allnächtlich herunter vom rade
huscht bleich und molkicht ein schattengesicht.
Bürger 62b;

hui! wir schwestern, hand in hand,
huschen über see und land. 289a;

da sie (die fledermaus) durch das offne fenster
abendlich hereingehuscht.
Platen 283;

und hinter ihm, wie eine docke,
ein armes kind im flitterstaat,
mit seidnem fähnchen, seidner locke,
huscht frierend durch den engen pfad.
A. v. Droste ged. (1873) 145;

durch die waldung huschten eigne scheine.
Freiligrath dicht. 3, 31;

was huscht vorüber dort im nu,
verlegen und beklommen? 89.

[Bd. 10, Sp. 1975]



2) huschen, raufen, nach husche 2, aus der sprache des 17. jahrh. bezeugt: ich husche, vellico Steinbach 1, 797 als ein provinciales wort:

wer die warheit singt, den huscht man bei dem schopf.
Wiedemann Jul. 21;

bairisch einen huschen, behuschen, mit der hand an den kopf schlagen. Schm. 1, 1185 Fromm., alem. huschen. Stalder 2, 66.
3) nach husch 1, der interjection bei kälteschauer, ist fränkisch geblieben huschen (neben huscheln und huschern) frösteln und vor frost sich zusammenkauern, einhüllen. Fromm. 3, 132.
4) huschen, hetzen. Schm. 1, 1185 Fromm. Schmid 293; vgl. dazu oben den hetzruf husch, aber auch hurschen sp. 1969. auch niederländ. hussen, husschen, hisschen, stigare, instigare Kilian.
 
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huschern, verb. sich ins bett schmiegen, um sich zu erwärmen, vgl. oben DWB huscheln und DWB huschen 3: sie hat es wol verredt, in 4 wochen nicht bei dem bräutigam zu schlafen; aber stille nur, laszt sie sich nur zusammen huschern, ich weisz, dasz sies keinen augenblick lassen kan. Schoch stud. leb. D 4b.

 

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