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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
husa bis husch (Bd. 10, Sp. 1972 bis 1973)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) husa, interj., ruf der freude: hasa! husa! lustig, lustig! Fr. Müller 1, 310;

husa! wie er zuckt und zappelt!
Bürger 303a.

vgl. DWB hu 6 sp. 1848 und hussa.
 
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husar, m. soldat zu pferde, ursprünglich des ungarischen heeres, dann nach ungarischer kleidung und bewaffnung. sie sind seit dem 16. jahrh. in Deutschland bekannt, der name geht auch als huser, husseer, vgl. Frisch 1, 479a: da weisz keins wo es beleiben soll vor den Welschen und huessern. Imhof briefe (in den beiträgen von Knaake) 46; Moranen (Mauren) in Granaten, husarn und heyducken in Ungarn. Fischart groszmutter 72; das sein husar und heuducken. Kiechel reisen 100, s. die stelle sp. 812; wann selbe (das weib) der zorn übergehet, so förcht sie auch ein ganze troupen husarn nit. Simplicissimi albern. briefsteller (1725) 9. in der neuern sprache allgemein ist die betonung husár: so trat ein weimarischer husar zu mir. Göthe 30, 113; gingen wir mit dem husar in das bezeichnete haus. 114;

und ein hussar, wovon der anblick schrecket,
dem das gesicht blut, staub und pulver decket.
Hagedorn 1, 126.

polnische husaren waren schwer bewaffnete reiter des königreichs Polen. Eggers kriegslex. 1, 1230. auch herschaftliche diener sind husaren: die faustschläge irgend eines herrschaftlichen huszaren, panduren oder heiducken. Holtei der letzte komödiant (1866) 2, 56; vgl. auch leibhusar. — In Franken heiszt man ein keckes und gleichsam männlich auftretendes weib einen husaren. Fromm. 3, 356.
Der name ist ungarisch, huszár der zwanzigste, d. h. der von zwanzig ackerleuten zum heere gestellte reiter, vgl. Adelung.
 
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husarenkleid, n.:

natürlich war mein prinz bei so gestalten dingen
im achten jahre bereits ein kleiner Salomon,
ein kleiner Trismegist, wie auch, den damen zur freude,
schön wie ein Amor in seinem husarenkleide.
Wieland 4, 62 (neuer Amad. 3, 8).


 
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husarenmaske, f.: unter der husarenmaske dieses arztes (der arzt war wie ein husar gekleidet). Thümmel 2, 25.
 
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husarenpelz, m.: der prinz, den arzt im husarenpelze an seiner seite. Thümmel 2, 84.
 
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husarensäbel, m. ein seitengewehr, dessen klinge krumm ist und dessen gefäsz keinen korb hat. Jacobsson 2, 295b.
 
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husarensattel, m. sattel mit einem ganz besondern baum. ebenda.
 
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husarenschwert, n.:

der kreisel, und das steckenpferd, ...
das hölzerne husarenschwert
belustigen ihn itzt (den knaben).
Hölty 121 Halm.


 
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husarentasche, f. tasche eines husaren. nach der ähnlichkeit eine muschelart, ostrea ephippium. Nemnich 4, 810.
 
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husarenthee, m. nennt man in der mark Brandenburg eine mischung von halb cognac, halb glühwein.

[Bd. 10, Sp. 1973]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) husch, interj. , auch als subst. und adj. entwickelt.
1) als interjection in mehrfacher verwendung.
a) um den schauer der kälte zu bezeichnen, schon im späten mhd., vgl. Lexer wb. 1, 1401: o himmel und erde, erbarmet euch doch über mich, husch, husch, husch; er schlug sich creuzweis mit beeden händen, aber husch, husch, husch! er war vor kälte fast ganz erstarret. Conlin narrenwelt 3, 287;

wie lang sol ich hie sitzen (im bad)!
husch, es ist kalt,precht man mir palt
ein pelz ob ich möcht schwitzen. meisterl. Berl. ms. fol. 23, no. 93;

o husch, wie kalt! hart thut mich frirn.
J. Ayrer fastn. sp. 3b (2349, 8 Keller);

noch heute in diesem sinne im bairischen sprachgebiete üblich, vgl. Schm. 1, 1185 Fromm. Lexer kärntn. wb. 146.
b) husch, scheuchruf:

so hudelt man ihn erst, herr spatz,
und scheucht ihn hin und her husch! husch!
nun fenster auf! hinaus zum busch!
Bürger 20b.

bairisch ist husch, husch! ausruf beim hetzen eines hundes. Schm. a. a. o. vgl. dazu aber huss.
c) husch, zur bezeichnung einer groszen geschwindigkeit: so bald er hört, dasz ich geld bei mir habe: husch! ist er Anselmo. Lessing 1, 500; husch ist ihm denn ein ringelchen an den finger prakticirt; er weisz selbst nicht, wie es dran kömmt. 552; es ist nacht, man liegt im bette .. es schleicht was herbei, die vorhänge rauschen, klipp! klapp! die pantoffeln fallen, und husch! man ist nicht mehr allein. Göthe 19, 170; sobald das rebhuhn mich erblickte, lief es in den weizen, lockte — husch da waren alle seine jungen bei ihm. Salzmann Conrad Kiefer (Stuttg. 1845) 41; husch aus dem wagen mit einem sprunge! Kotzebue dram. sp. 1, 22; husch! bin ich wieder hier. 3, 311;

und sprang, nachdem er gnug geguckt,
husch, in den bach hinunter.
Hölty 7 Halm;

husch! steht sie, wie Cornelia
mit des Pompejus urne,
so schwarz und majestätisch da,
als trügen sie Cothurne.
Gotter 1, 93;

husch! sie voran; husch! ich ihr nach,
wie leichter frühlingswest.
Bürger 103a;

und husch ist es (das gerippe) unter dem rasen.
Göthe 1, 230;

husch! den riegel vorgeschoben,
husch! den schlüssel umgedreht.
Kotzebue dram. sp. 2, 304;

mein liebchen kommt gesprungen, husch!
und herzt mich fast zu tod.
Uhland ged. 24;

oft in mehrfacher stellung: husch, husch, und ich bin fertig! Lessing 2, 140; husch, husch! ich bin hinüber. Kotzebue dram. sp. 2, 213;

mir hat geträumt, ich klopf auf den busch:
da rauschte der hirsch heraus, husch husch!
Uhland ged. 303;

und das gesindel, husch husch husch!
kam hinten nachgeprasselt,
wie wirbelwind am haselbusch
durch dürre blätter rasselt.
Bürger 15a.


d) husch, ruf um aufmerksamkeit zu erregen, lehnt sich an hoscha sp. 1836 an: husch! nur näher angerückt! Fr. Müller 1, 294.
2) husch, als masculines substantiv, an husch 1, c angeschlossen, bezeichnet
a) grosze geschwindigkeit, eile, in Kärnten husch eine schnelle bewegung. Lexer 146:

doch nimmt es richtig seinen husch
und mit gewandter schnelle
eilt es durch anger, feld und busch
zur kirche, zur capelle.
Göthe 1, 225;

man sagt einen auf den husch besuchen, ganz flüchtig; ich sah ihn nur auf einen husch; im husch war die erscheinung verflogen;

und thöricht wars von uns, so unterm husch
ihn zu bestatten. Shakesp. Hamlet 4, 5;

and we have done but greenly,
in hugger-mugger to inter him.


b) einen geschwinden schlag, eine ohrfeige: husch, alapa Frischlin nomencl. 397; husch, masc., un soufflet, alapa Genfer dict. (1695) 178; schweiz. der husch ohrfeige neben die husche (s. d.). Stalder 2, 66; ebenso bairisch. Schm. 1, 1185 Fromm.
3) husch, als adjectiv verwendet, eilig, geschwind:

ach! wie der wind,
so husch, so schwind.
Klinger theater 4, 166.

 

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