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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hurerisch bis hurlen (Bd. 10, Sp. 1966 bis 1967)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hurerisch, adj. und adv. meretricius, libidinosus, libidinose. Stieler 835. vgl. hurisch.
 
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hurhaus, n. für hurenhaus, vgl. unter hur sp. 1956: ist dʒ nit ein hrhausz uber alle hrheuser, die yemandt erdenken mocht, so weisz ich nit was hrheüser heiszen. Luther adel deutscher nation D 2a; treiben sie ehebruch, und laufen ins hurhaus. Jer. 5, 7; das vil adels ab dem Schwarzwaldt und am Necker in disem closter den ufritt gehapt, und het domals mit gueten ehren und der warhait vilmehr des adels hurhaus, dann des adels spittal mögen genempt werden. Zimm. chron. 3, 69, 12;

wir wissen wol, ein pessere stut
leit in dem dorf, haist das hurhaus. fastn. sp. 251, 8.


 
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hurheit, f. meretricium. Dief. 357c.
 
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hurig, hürig, adj. der hurerei ergeben: die all ihr leben fräszig, geizig, hürig und faul gewesen seind. Paracelsus chirurg. schr. 17 A. es steht für huricht, hüricht, die erweiterte form hurachtig, hurechtig meretricius Dief. 357c.
 
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hurisch, hürisch, adj. und adv. hurenmäszig, unzüchtig, nach unzüchtiger weise: ein hürisch weib kennet man bei irem unzüchtigen gesicht, und an iren augen. Sir. 26, 12; ist es nicht ein hürisch ebentewrer (Jacob), das im nicht genügt an zweien, sondern noch zwo dazu haben mus? Luther 4, 164b; das hurisch weib. Carlstadt wider bruder Johan a 3; es waren auch hrisch männer im land Juda, und theten alle schand wie die heiden. S. Frank chron. (1531) 49b; dʒ der mensch, so er viehisch sein will, das ist, er will hürisch sein. Paracelsus opp. 2, 215 C; im superlativ hürist statt hürischst: dasz die hurerei ärger und schändlicher nie gewesen ist, auch von dem hüresten volk. chir. schr. 134 C; wenn ich ir hürisch herz, so von mir gewichen, und ire hürische augen, so nach iren götzen gesehen, zurschlagen habe. Hes. 6, 9;

wenn ich nur ein mannsbild an sich (ansehe),
so eifert er schon uber mich,
sagt ich hab gar hurische augn.
Ayrer fastn. sp. 67b (2674, 14 Keller);

das hürisch und bübisch leben. Luther 2, 172a; durch ihr hurisch unwesen. Hutten 5, 11 Münch; hürisch lieb. H. Sachs 2, 2, 74b; die hurisch unkeuschheit. Paracelsus chir. schriften 137 A; andere ledige weibs personen, welche nicht offentlicher

[Bd. 10, Sp. 1967]


hürischer weise, und doch gleichwol in unkeuscheidt heimlich leben. gedr. ehepoliceyordnung der grafen von Ysenburg von 1584;

weil du mit augen hast gesehen und gespüret,
auf was für weise sie ein hürisch leben führet.
D. v. d. Werder Ariost 5, 54, 6.

als adv.: syrissare, i. molliter vivere, zärtlich läben, sich weibisch oder hrisch stelln. Alberus p 1a; auf das leichtvertigest, hrisch geziert. Frank weltb. 121b.
 
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hurischheit, f. meretricium, hürischkeit Dief. 357c; (die werke des fleisches) dye do sind unkeuscheit, kebestum, hurscheit, dienste der abgötter. spiegel menschl. behaltnusz (1492) 188b.
 
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hurkind, n. uneheliches kind, vergl. hurenkind, und hur sp. 1956: es sol auch kein hurkind in die gemeine des herrn komen. 5 Mos. 23, 2; Jephthah ein Gileaditer war ein streitbar helt, aber ein hurkind. richt. 11, 1.
 
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hurlebaus, m. lärmen, tumult, saus und braus, mhd. hurlebûs (mhd. wb. 1, 734b); hurlabûs bei Schm. 1, 1161 Fromm. (von 1455). ein malendes wort, das sich an das unten folgende hurlen und an bausen (theil 1, 1200) anschlieszt; dann auch auf das lärmen machende kriegsinstrument, die büchse oder kanone, übertragen:

das tht die büchsz, der hurlebusz.
Murner luth. narr 79;

nu sum dich nit und sags herusz,
ee dasz ich kum mit hurlebusz. 2511;

dreimol chlöpft der hurlibaus, nei loset, wies schüttet,
lueget, wies dur d' chlimse blitzt.
Hebel (1853) 1, 150.

im niederdeutschen aber ist das offenbar identische hurlputz ein schlag, stosz:

hedd ik dat nicht gedan, ik hedd oftmals gekregen
hurlputzen, ok wol oft must kamen vör den degen.
Lauremberg 1, 384 Lappenb.


 
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hurlebausisch, adj. und adv. lärmend, ungestüm: dʒ hurlebausisch geschütz. Garg. 182a; hiemit schirmt und stürmet Gargantoa mit seim groszen baum so hurlebausisch wider das schlosz, dasz er thurn, mauren und pollwerk niderstiesz. 233b.
 
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hürlein, n. meretricula, clein hurlin Dief. 357c; das geile hürlin. b. d. liebe 209b; eine pluralform hürnlein: das gott ein solcher herr ist, der seine gnade gibt den armen hürnlin und sündern, und verwerfe die groszen heiligen. Luther 4, 201a. in der form hürrel mit gekürztem vocal (vgl. unter hure 1):

du macht ein hürrel sein,
mich triegen dann die sinne mein. ring 14b, 12;

als schimpf- und kosewort: wie oft nennet eine mutter ire tochter ein hürlin, beide für zorn und für liebe? Luther 3, 52a.
 
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hurlen, verb. rollen, kollern, der bedeutung nach eins mit hullern sp. 1899, nach der form aber iterativ zu dem unten folgenden hurren. es ist mundartlich oberdeutsch, bairisch als hurlen, horlen, horgeln, hurgeln Schmeller 1, 1161 Fromm., ebenso fränkisch. Fromm. 6, 469; schwäbisch dafür nur horglen, hurglen, kurglen wälzen; schweiz. hurrlen, mit dem brummkreisel spielen, neben hurrli, hurrlibub, brummkreisel Stalder 2, 65; englisch hurl, schleudern, werfen, schmeiszen; niederdeutsch ist ein adjectiv hurrl bestürzt, auch aufgebracht, betroffen vorhanden, he wur gans hurrl, er kam sehr in harnisch. Schütze 2, 175; an es lehnt sich die folgende interjection an, wol auch die formen horlassen, horlitz, hörlitze, nebenformen zu hornisse sp. 1828.

 

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