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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hunten bis hupfelrei (Bd. 10, Sp. 1953 bis 1954)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hunten, adv. kürzung aus hie unten sp. 1321: sein land ligt im segen des herrn, da sind edle früchte vom himel, vom taw, und von der tiefe die hunden ligt. 5 Mos. 33, 13; es ist kein gott, weder droben im himel, noch hunden auf erden. 1 kön. 8, 23; fodder dir ein zeichen vom herrn deinem gott, es sei hunden in der helle, oder droben in der höhe. Jes. 7, 11; auch für drunten oder bloszes unten: der pfarrer hat heut ein hirschkalb geschenkt kriegt; das hängt hunten in der küchenkammer. Göthe 57, 167.
 
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hunz, adj.: und will der huntz und karg bauer als ... erkargen und ersparen. Valentin Schumann nachtbüchlein (1559) 2, 47. dieses hunz ist wol nichts anders als der gen. hunds aus der phrase des hunds sein, karg, filzig, schmutzig sein (vergl. hund 16, a am ende), hier adjectivisch gebraucht.
 
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hunzen, verb., zunächst in reflexiver fügung sich hunzen, sich schinden, plagen: vergessen wir nicht ganz unsere existenz und kraft, da wir länger uns mit solchen dampfseelen hunzen, die weder für himmel noch hölle geschaffen sind. Fr. Müller 2, 17, ist deutlich an hund in der bedeutung 7, sp. 1913 angelehnt, und wol nichts als eine frequentativbildung auf -zen, ahd. -azan (gramm. 2, 217 fg.), also mit der ursprünglichen form hundezen, hundzen, wie ein hund sich gebärden oder wie ein hund es haben, gerade wie ahd. rûnazan susurrare auf das subst. rûna, und das noch heutige bair. himlizen (Schm. 1, 1112 Fromm., vgl. oben sp. 1371) auf himmel zurückgeht. an fremde herkunft des wortes ist nicht zu denken, auch nicht dasz es ableitung von dem compos. hundaas (sp. 1919) sei. zu der angenommenen herleitung stimmt auch, wenn einen hunzen heiszt einen übel behandeln (Fromm. 5, 465 aus Iglau); vgl. dazu die redensart einem den hund lesen sp. 1913, und die composita herunterhunzen sp. 1189, aushunzen th. 1, 889. die bedeutungen von verhunzen, verderben, schimpfieren (schweizerisch heiszt es verhunden Stalder 2, 62), und zerhunzen verderben, vernichten, widerstreben ebenfalls der gegebenen deutung nicht.
 
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hüp, s. hip sp. 1552.
 
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hupe, f. signalhorn mit nur éinem tone, dem ton aus dem nachtwächterhorn ähnlich: dasz es .. zweckmäsziger wäre, als signal für das ausweichen (auf einer pferdeeisenbahn) eine sog. hupe einzuführen, wie man sie bei feuerwehren und auf manchen bahnen bei den bahnwärtern zum signalgeben benutzt. Leipziger tagebl. vom 11. juni 1872, 1. beilage; das hupensignal. ebenda.
 
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hüpelchen, hüpeljunge, s. unter hipplein sp. 1554.
 
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hupf, m. saltus, un saut. diction. (Genf 1695) s. 178; that einen hupf hinunter ins wasser. Bechstein märchen 4. vgl. DWB hopp 2, sp. 1798.
 
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hupfauf, hüpfauf, eigentlich imperativ zu aufhüpfen th. 1, sp. 672, als subst. masc. in zweifacher bedeutung begegnend.
1) name eines tanzes in dreitheiligem tact. der hupfauf als überschr. in Newsidlers newgeordent künstl. lautenbuche (Nürnb. 1536) th. 1, bl. e 2b;

ei, jtzt geht erst der hupfauf an:
drumb habt nur achtung auf mein geign!
J. Ayrer fastn. sp. 100a (2840, 4 Keller);

Pretor: ach hör auf! dann ich alter mann
fürwar nit lenger tanzen kan.
sichst nicht, wie mir der schweisz rab lauft?
Dölla: ei herr, jtzt kummt erst der hupfauf. 101b (2846, 20).

übertragen auf eine geile regung: ein wolbetagter man bei sibenzig jaren alt, dem der hüpfauf schier geleget, doch darumb im die flammen und brunst der liebe nit gar auszgeschlagen noch vergangen waren. Bocc. (1580) 1, 36b.
2) hüpfauf, der sattelförmige brustknochen von vögeln, vorzüglich von gänsen, aus denen kinder ein von selbst aufhüpfendes spielzeug machen. Rüdiger neuester zuwachs 2, 86; auch hopfhaus genannt. ebenda 5, 207; in Baiern hupfhainzel, hupferhänsel. Schm. 1, 1142 Fromm. aus seiner farbe weissagt man das künftige winterwetter, vgl. Grimm mythol. 1068 f.:

der hüpuf ist so gut als sonst ein allmanach,
die bauern sehn daraus des winters ungemach. neu eröffnetes musencabinet (Lpz. 1702) s. 1141 (ged. mit der überschr. Gänse-Toffels gebratene märtensgans).


 
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hüpfebein, m. scheltname für einen hinkenden, empusa, claudicans. Stieler 124.

[Bd. 10, Sp. 1954]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hüpfeln, verb. leicht oder viel hüpfen: saltare hopfeln Dief. 509a; das er anfieng vor rachgieriger boszheit zu veitsdänzelen, zu hupfelen, schupfelen, zabelen, strabelen, zitteren. Garg. 111b; da muszt sie der jung reutersknab anführen und üben mit sprengen, dummelen, umbwerfen, springen, denzelen, hupfelen. 132a; und rennt und springt und hüpfelt in allen linien um unsern körper. Tieck ges. nov. 6, 338; als daher der kreis sich gebildet hatte, schritt oder hüpfelte vielmehr diese dichterin des wohlthätigkeitsvereins zur heiligen quelle. Immermann Münchh. 2, 87.
 
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hupfelrei, m. hüpfender tanz, vergl. unter DWB hoppeltanz sp. 1799: der hupfelrei unter namen von spielen Garg. 165a.

 

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