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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hünkel bis hupe (Bd. 10, Sp. 1952 bis 1953)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hünkel, n. junges huhn; ahd. huonichli, huonichlîn (alemannisch, fränkisch), mit doppeltem verkleinerungssuffix (vergl. gramm. 3, 681); mhd. huoniclîn (Ben.-Müller 1, 622b), pulcinus hunichlin Dief. 471b; später zu hünkel, hinkel verkürzt und auf die mittelfränkischen und benachbarte landstriche eingeschränkt, doch übersetzt es noch in Petris Basler nachdruck des Lutherschen neuen testaments desselben küchlin: küchlin, hunklen, junge hnlin, vgl. Fromm. 6, 43a, sonst gilt es heute in der Wetterau und zwar als hünkel, hinkel, henkel Kehrein 205; pullus gallinaceus ein hünckel Alb. Hh 2a; im bairischen Rheinkreise hünkel Schm. 1, 1133 Fromm.; im westlichen und südlichen Hessen hinkel, küchlein und huhn bezeichnend Vilmar 170; aus diesen landstrichen stammen auch die ältern in der schriftsprache angetroffenen belege: vor ein baummeise (die unerlaubt erlegt ist, soll einer geben) eine hubenrechte henne mit 12 hinkeln. weisth. 1, 465 (Lorsch, von 1423); ein koppechte henen und zwolf hunkeln. 499 (Dreieich bei Frankfurt, von 1338); eine falbe henne mit sieben hünkeln. 535 (Rheingau, von 1324); wenn euch der narr beim halskragen erdappt hätte, er hätte euch zerrissen als ein junges hinkel. schaub. engl. u. franz. com. 2, 145; in der form hünklein: die junge hinkelein, so noch in den eyern stecken. Uffenbach neues rossbuch 2, 81.
hünkel ist kosewort, aber auch scheltwort für eine frauensperson: hinkel, dummes hinkel Vilmar a. a. o.; für personen ohne unterschied des geschlechts: und da sie nicht zu ihrem gewöhnlichen taglohn kommen mochten, musten sie ihre zeit (wie dann solchs liederliche hinkel im brauch haben) mit fratzen und bossen vertreiben. wiszbad. wisenbrünnl. 1, 77; im begegneten drei nasse nackete hinkel mit bickeln, hämern, schaufeln etc. in willens ein grab zu berauben. 2, 5.
 
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hünkeldieb, m. habicht: gesetzt aber, der habicht oder hünkeldieb käme über die hüner. Hätt-gern don Iro 208. im stift Hersfeld heiszt der habicht hinkelhopch (hühnerhabicht) Vilmar 170.
 
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hunne, m. Hunnus; vergl. heune und hüne.
 
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hunne, m. centenarius, ein unterrichter; schon ahd. hunno aus hundo. rechtsalt. 756; niederrhein. honne: der schoultis (schultheisz) sall deme boeden bevelen, dat he gebode die honnen ind (und) dat land, die up der gerichte einich gehoerich sint. weisth. 2, 708 (von 1375). vgl. hund, hunde sp. 1919.

[Bd. 10, Sp. 1953]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hünsch, f. pest, s. hinsch sp. 1468:

das dich die bül erwurgen msz,
die hünsch und ouch do mit die driesz.
Murner geuchm. y 2a.


 
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hünstkraut, n. sonst hinschkraut sp. 1470; vgl. die stelle unter heinskraut sp. 887.
 
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hunten, adv. kürzung aus hie unten sp. 1321: sein land ligt im segen des herrn, da sind edle früchte vom himel, vom taw, und von der tiefe die hunden ligt. 5 Mos. 33, 13; es ist kein gott, weder droben im himel, noch hunden auf erden. 1 kön. 8, 23; fodder dir ein zeichen vom herrn deinem gott, es sei hunden in der helle, oder droben in der höhe. Jes. 7, 11; auch für drunten oder bloszes unten: der pfarrer hat heut ein hirschkalb geschenkt kriegt; das hängt hunten in der küchenkammer. Göthe 57, 167.
 
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hunz, adj.: und will der huntz und karg bauer als ... erkargen und ersparen. Valentin Schumann nachtbüchlein (1559) 2, 47. dieses hunz ist wol nichts anders als der gen. hunds aus der phrase des hunds sein, karg, filzig, schmutzig sein (vergl. hund 16, a am ende), hier adjectivisch gebraucht.
 
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hunzen, verb., zunächst in reflexiver fügung sich hunzen, sich schinden, plagen: vergessen wir nicht ganz unsere existenz und kraft, da wir länger uns mit solchen dampfseelen hunzen, die weder für himmel noch hölle geschaffen sind. Fr. Müller 2, 17, ist deutlich an hund in der bedeutung 7, sp. 1913 angelehnt, und wol nichts als eine frequentativbildung auf -zen, ahd. -azan (gramm. 2, 217 fg.), also mit der ursprünglichen form hundezen, hundzen, wie ein hund sich gebärden oder wie ein hund es haben, gerade wie ahd. rûnazan susurrare auf das subst. rûna, und das noch heutige bair. himlizen (Schm. 1, 1112 Fromm., vgl. oben sp. 1371) auf himmel zurückgeht. an fremde herkunft des wortes ist nicht zu denken, auch nicht dasz es ableitung von dem compos. hundaas (sp. 1919) sei. zu der angenommenen herleitung stimmt auch, wenn einen hunzen heiszt einen übel behandeln (Fromm. 5, 465 aus Iglau); vgl. dazu die redensart einem den hund lesen sp. 1913, und die composita herunterhunzen sp. 1189, aushunzen th. 1, 889. die bedeutungen von verhunzen, verderben, schimpfieren (schweizerisch heiszt es verhunden Stalder 2, 62), und zerhunzen verderben, vernichten, widerstreben ebenfalls der gegebenen deutung nicht.
 
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hüp, s. hip sp. 1552.
 
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hupe, f. signalhorn mit nur éinem tone, dem ton aus dem nachtwächterhorn ähnlich: dasz es .. zweckmäsziger wäre, als signal für das ausweichen (auf einer pferdeeisenbahn) eine sog. hupe einzuführen, wie man sie bei feuerwehren und auf manchen bahnen bei den bahnwärtern zum signalgeben benutzt. Leipziger tagebl. vom 11. juni 1872, 1. beilage; das hupensignal. ebenda.

 

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