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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hungerpein bis hungersnoth (Bd. 10, Sp. 1948 bis 1949)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hungerpein, n.:

hier soll sie liegen,
bis hungerpein und fieber sie verzehrt. Shakesp. Macbeth 5, 5;

here let them lie,
till famine and the ague eat them up.


 
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hungerpfote, f.: in der redensart die hungerpfoten saugen, in hunger leben ( Adelung), nach dem bär, der im winter darbend an seinen tatzen saugt.
 
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hungerprediger, m. hungriger, armer prediger: dasz ich mich schande halber krumm biege und daher trete, wie ein hungerprediger, kein aufsehn zu erregen. Fr. Müller 2, 180.
 
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hungerqual, f. inedia, esuries; hungersqual Stieler 1487;

ihn (den wolf) quälte hungerqual.
Rückert;

ich bin gar ein armer wicht,
bin die feigste memme,
halten durst und hungerqual
mich in angst und klemme.
Bürger 50b.


 
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hungerquelle, f. was hungerbrunnen: (ein thurm in Halle) hat einen quellbrunnen, .. welcher vor eine hungerquelle ausgegeben und aus dessen starken oder schwachen überlaufen von dem gemeinen mann theurung oder wohlfeile zeit geweissaget wird. Dreyhaupt Saalcreys 1, 1016. in übertragener bedeutung: die leichtigkeit, durch täglich wiederholte

[Bd. 10, Sp. 1949]


versuche die hungerquelle des vergnügens zu erschöpfen. Thümmel 5, 55; diese bisher bald strömende, bald stockende hungerquelle von thränen. J. Paul biogr. belust. 1, 90; in uns verfeinerten ständen hingegen musz .. die hungerquelle der rührung nur allmälig versickern. leben Fibels 62.
 
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hungerrechen, m. was hungerharke. Jacobsson 2, 295a.
 
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hungerschlank, adj. schlank durch hunger:

der hungerschlanke leib.
Lenau Faust 93.


 
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hungerschrei, m. schrei vom hunger hervorgerufen:

es schien des volkes hungerschrei
recht in der seele dich zu kränken.
Freiligrath dicht. 3, 105;

der schrei der noth, der hungerschrei. 149.


 
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hungerschwarm, m. ein bienenschwarm, der mit der königin den stock aus mangel an nahrung gänzlich verläszt. Nemnich.
 
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hungersfall, m.:

im hungersfall ein bissen brot,
ein labeschluck in durstesnoth
genügen uns zur kost.
Bürger 112b.


 
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hungersnoth, f.
1) quälender hunger (eines einzelnen menschen):

sone heter keʒʒel noch smalz,
weder pfeffer noch salz:
sîn salse was diu hungernôt,
diuʒ (das erlegte wild) im briet unde sôt,
daʒ eʒ ein süeʒiu speise was. Iwein 3279;

klagte dem wirte hungersnôt. Parz. 142, 21;

gab mir al tag für hungersnoth
nicht mehr, als nur zwei stücklein brot.
J. Ayrer 341d (1711, 29 Keller);

voll angst ist dem sein herz, wer leidet hungersnoth. pers. rosenth. 7, 20;

des müllers henn und wittwers magd,
hat selten hungersnoth geklagt.
Pistorius thes. par. 5, 30

ich jage (spricht der wolf)
nach einem bissen sieben tage,
die freiheit bringt mir hungersnot.
Gleim 3, 380.


2) not des hungers (in einem ganzen bezirke): in hungersnot oder in hungers zyt, in fame Maaler 233a;

die ûʒeren sprâchen: hungersnôt
habt ir gedolt, ir armen (belagerten). Parz. 209, 4;

unter dem käyser Honorio ist zu Rom eine solche grausame hungersznoth entstanden, dasz die menschen haufenweis einander angefallen. Schuppius 782;

(ich habe) die stadt in hungersnoth mit ostens korn gespeiset.
A. Gryphius 1698 1, 378;

hungersnoth am Nil.
Gotter 1, 63.

 

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