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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hungerbrot bis hungerharken (Bd. 10, Sp. 1945 bis 1946)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hungerbrot, n. name von juncus campestris, feldbinsen.
 
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hungerbrunnen, m. ein quell der nicht immer wasser gibt. Frisch 1, 476c; schweizerisch hungerbrunnen, periodische quelle, oder ein brunnen, der bei einfallender trockenheit leicht versiegt. Stalder 2, 63; vgl. Grimm mythol. 557: dann der hungerbrunne. selbiger trocknet zu zeiten aus, und zeigt in diesem fall ein unfruchtbares jahr an. Rüling beschreibung der stadt Nordheim (1779) s. 327. vgl. DWB hungerquelle.
 
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hungerdarm, m. hungriger darm:

zureis des fressers hungerdarm.
Ringwald l. warh. 428.

als schimpfname für einen armseligen menschen, hungerleider: lasset diese hungerdärme alle jahr zweimahl kommen und gebet ihnen soviel dasz sie die rachen füllen können. Felsenb. 4, 310; allein Rudolph ist ein hungerdarm, und kann nicht mehr verthun, als ihm seine arme mutter zuschicket. westphäl. Robinson 15.
 
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hungerfilz, m. zweiwüchsige wolle. Jacobsson 6, 125a.
 
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hungerfranzosen, m. plur. eine art der Franzosenkrankheit beim rindvieh, welche dasselbe mager macht und gänzlich abzehrt, auch mit stinkendem husten verbunden ist.
 
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hungergott, m. gott des hungers. H. Sachs 4, 3, 112b. s. die stelle unter hungersucht.

[Bd. 10, Sp. 1946]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hungergrimmig, adj.:

(in dieser nacht, wo) der löwe
und hungergrimmige wolf gern trocken halten
ihr fell. Shakesp. Lear 3, 1;

this night, wherein ...
the lion and the belly-pinched wolf
keep their fur dry.


 
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hungergrube, f. eine vertiefung beim vieh, welche sich beim rückgrate zwischen den letzten rippen und der grösten dicke der schenkel befindet. Stalder 2, 63.
 
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hungerhaar, n. spärliches haar; hungerhaare nennt man die keime des bartes bei jungen männern; bei den pferden die haare in den ohren. vgl. unter haar sp. 11.
 
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hungerharke, m. f. groszer schleppharke, um nach dem schneiden des getreides die kurzen und zerstreut liegenden ähren damit zusammen zu raffen. Frisch 1, 476c. bildlich in bezug auf reisende, die nachrichten aus einem lande zusammen schleppen: der hungerharke einer gewissen art von reisenden. Stolberg 6, 337.
 
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hungerharken, verb. mit dem hungerharken die zerstreuten ähren sammeln:

nicht hungrig hungerharken wir;
genug noch fand zu lesen hier
der wais' und wittwe hand.
Voss 2, 91.

 

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