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hundsstube bis hundstrunk (Bd. 10, Sp. 1941)
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[Bd. 10, Sp. 1941]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hundsstube, f. stube in der hunde aufbewahrt werden; auch übertragen, schlechte stube, in der ganz geringe gäste beherbergt werden, in einem kloster:

auf ein abent ein sprecher kam,
der im kloster auch herberg nam
von dem gastmeister obberürt,
der in hin int hundsstuben fürt,
dorinnen was ein wüst gestenk.
H. Sachs 2, 4, 125a.


 
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hundstage, m. plur. die sommertage, in denen der hitzige hundsstern regiert (24. juli bis 23. august), niederl. hondsdagen (Kilian), im 14. jh. huntlîche tage: danne (wenn die sonne im löwen steht) die lûte versmahtent sint von hitzen unde von durrekeit. so sint huntlîch tage, wan sô gât die sunne bî eime sternen, der heiʒit canis, wan er als reht ubil ist. Meinauer naturlehre s. 14, vgl. auch hundische tage oben sp. 1931; das compositum seit dem 15. jh. nachzuweisen: des sommers in der heiten tid dat men heitet de hundedage. d. städtechr. 7, 278, 23; lasz niht zu adern vom dritten tag nach Viti uncz auf den andern tag nach Egidii, wann es seyen die hundstag. kalender von 1428 im anz. für kunde deutscher vorzeit 11, 334; bei disen heiszen hundstagen. Fischart bienk. 51a; es war sehr heisz und eben in den hundstagen. Götz v. B. 75; die hitze der hundstage. Christian Wolff vernünft. gedanken v. d. würkungen der natur 325 (s. die stelle ausführlich unter hundsstern); in der hölle ist es ganz höllisch heisz, und als ich mal in den hundstagen dort war, fand ich es nicht zum aushalten. H. Heine 1, 199;

in den hundestagen herzen (lieben)
ist sehr trefflich ungesund.
Rist Parn. 401;

mit bezug auf die wirkungen der hundstage: das jederman sehe, wie dich die hundstage reiten. Luther 1, 384b; seine närrischen aufzüge und wunderlichen redensarten legeten zur genüge an den tag, dasz in seinen gehirn immer hundstage sein müsten. Darbennime 660.
 
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hundstagfliege, f. musca canicularis. Nemnich.
 
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hundstagshitze, f. hitze in den hundstagen oder wie in den hundstagen.
 
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hundstasche, f. vulva canina; als schimpfwort hundstäschen (plur., in bezug auf mehrere). Garg. 197b.
 
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hundstheil, m. antheil der jagdhunde an gewissen stücken des erlegten thieres (vergl. hunderecht): hundsteil, alias jägerrecht, polluctum canarium Stieler 2268.
 
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hundsticke, f. hundslaus, acarus ricinus. in Norddeutschland; ticke ist das oberdeutsche zecke.
 
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hundstod, m. aconitum lycoctonum, gelber sturmhut, eine pflanze; auch arnica montana, fallkraut, Lucianskraut.
 
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hundstritt, m. tritt wie man ihn einem hunde gibt: sprang aus dem wagen, indem ich ihn durch einen hundstritt drei ehlen lang auf die seite stiesz. Kerner reiseschatten 13.
 
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hundstropf, m. niederträchtiger tropf, gemeiner kerl: wie etliche wohnweisen, pharisaeischen hundstropfen mich unschuldiger weise gehönet, verleumbdet. L. Thurneiszer nothgedrung. ausschreiben, vorr. s. 4.
 
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hundstrunk, m. grad der trunkenheit, in der man bissig ist wie ein hund (vergl. oben hundssoff): einstmalen kam ich nach haus mit einem hundstrunk. Abele künstl. unordn. 1, 42.

 

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