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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hundsstall bis hundstritt (Bd. 10, Sp. 1940 bis 1941)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hundsstall, m. wie hundestall. Klingers theater 4, 165; huntzstal, incastratura, est locus et stabulum canum. voc. inc. theut. k 5a; der hundsstall für jagdhund. Sebiz feldb. 579.
 
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hundsstern, m., wie griech. κύων, stern im sternbild des hundes (sp. 1919), der Sirius, der als besonders heisz gedacht wurde; in der Meinauer naturlehre heiszt er noch lateinisch-gelehrt canis: (in den hundstagen) sô gât die sunne bî eime sternen, der heiʒit canis, wan er als reht ubil ist. s. 14; erst im 15. jh. ist die deutsche übersetzung nachzuweisen: sirus die hondesterne Dief. 538c (niederrheinisch, aus der gemma gemmarum); und hieraus erkennet man den wahn der sterndeuter, welche die hitze der hundstage dem hundssterne zugeschrieben, der alsdenn mit der sonne aufgehet. Chr. Wolff von den würkungen der natur s. 325; uh, du flammender hundsstern! Fr. Müller 1, 162;

jetzund da eben der hundsstern sich auch erzeiget.
Weckherlin 867;

wie wenn zu sommerszeit die dünstigen gefilder
der grimme hundsstern brennt.
P. Fleming 17;

nun sich der hundestern läst spüren, da man auch
die frucht wil schneiden ab.
Rist Parn. 403.

[Bd. 10, Sp. 1941]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hundsstube, f. stube in der hunde aufbewahrt werden; auch übertragen, schlechte stube, in der ganz geringe gäste beherbergt werden, in einem kloster:

auf ein abent ein sprecher kam,
der im kloster auch herberg nam
von dem gastmeister obberürt,
der in hin int hundsstuben fürt,
dorinnen was ein wüst gestenk.
H. Sachs 2, 4, 125a.


 
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hundstage, m. plur. die sommertage, in denen der hitzige hundsstern regiert (24. juli bis 23. august), niederl. hondsdagen (Kilian), im 14. jh. huntlîche tage: danne (wenn die sonne im löwen steht) die lûte versmahtent sint von hitzen unde von durrekeit. so sint huntlîch tage, wan sô gât die sunne bî eime sternen, der heiʒit canis, wan er als reht ubil ist. Meinauer naturlehre s. 14, vgl. auch hundische tage oben sp. 1931; das compositum seit dem 15. jh. nachzuweisen: des sommers in der heiten tid dat men heitet de hundedage. d. städtechr. 7, 278, 23; lasz niht zu adern vom dritten tag nach Viti uncz auf den andern tag nach Egidii, wann es seyen die hundstag. kalender von 1428 im anz. für kunde deutscher vorzeit 11, 334; bei disen heiszen hundstagen. Fischart bienk. 51a; es war sehr heisz und eben in den hundstagen. Götz v. B. 75; die hitze der hundstage. Christian Wolff vernünft. gedanken v. d. würkungen der natur 325 (s. die stelle ausführlich unter hundsstern); in der hölle ist es ganz höllisch heisz, und als ich mal in den hundstagen dort war, fand ich es nicht zum aushalten. H. Heine 1, 199;

in den hundestagen herzen (lieben)
ist sehr trefflich ungesund.
Rist Parn. 401;

mit bezug auf die wirkungen der hundstage: das jederman sehe, wie dich die hundstage reiten. Luther 1, 384b; seine närrischen aufzüge und wunderlichen redensarten legeten zur genüge an den tag, dasz in seinen gehirn immer hundstage sein müsten. Darbennime 660.
 
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hundstagfliege, f. musca canicularis. Nemnich.
 
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hundstagshitze, f. hitze in den hundstagen oder wie in den hundstagen.
 
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hundstasche, f. vulva canina; als schimpfwort hundstäschen (plur., in bezug auf mehrere). Garg. 197b.
 
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hundstheil, m. antheil der jagdhunde an gewissen stücken des erlegten thieres (vergl. hunderecht): hundsteil, alias jägerrecht, polluctum canarium Stieler 2268.
 
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hundsticke, f. hundslaus, acarus ricinus. in Norddeutschland; ticke ist das oberdeutsche zecke.
 
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hundstod, m. aconitum lycoctonum, gelber sturmhut, eine pflanze; auch arnica montana, fallkraut, Lucianskraut.
 
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hundstritt, m. tritt wie man ihn einem hunde gibt: sprang aus dem wagen, indem ich ihn durch einen hundstritt drei ehlen lang auf die seite stiesz. Kerner reiseschatten 13.

 

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