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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
hundezahn bis hundsalbe (Bd. 10, Sp. 1931 bis 1932)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) hundezahn, m. zahn vom hunde, sinnbild der begehrlichkeit: den hundezähn weisen. Schottel 1115b; nun kamen die hundezähne bei dem mönche zum durchbruche, und er rief der beichttochter zu, er absolviere sie nicht, wenn sie nicht laut der kirche die steine vermache. J. Paul komet 1, 10. vgl. aber hundszahn.
 
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hundezeug, n. verächtlich, niedriges zeug; von menschen: o ihr hundezeug, das zuschwänzelt dem, der sie lockt! Fr. Müller 3, 196: von sachen: wo ich in eine stube trete, find ich das Berliner ... hundezeug (Nicolais freuden des jungen Werther). Göthe an Auguste Stolberg 42.
 
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hundezwinger, m. ein oben offener platz in höfen und gärten, mit mauern oder zäunen umgeben, zur aufbehaltung von hunden. Jacobsson 2, 294b: ging herr Hummel selbst zum hundezwinger hinab, um die neuen wächter in ihren beruf einzuweihen. Freytag handschr. 1, 182.
 
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hündin, f. weiblicher hund: canicula hundynne, huntin, hüntin Dief. 95a; wann aber die hündin oder brecken ire jungen tragen. Sebiz feldbau 578; jetzt nur in gewählter sprache üblich, da sonst für den weiblichen hund eigene benennungen, landschaftlich wechselnd (betze, zauche, lusche u. ähnl.) existieren. läufisch, geil, schamlos wie eine hündin; eilte die hündin nicht, so würfe sie nicht blinde jungen. Simrock sprichw. 267.
 
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hündisch, adj. und adv. nach der art eines hundes; canicularis hundisch Dief. 95a; caninus hündisch Stieler 867, doch auch im 17. jahrh. noch ohne umlaut hundisch. pers. baumg. 4, 9; hundischer mensch, cinocephalus, est homo caninum caput habens. voc. inc. theut. k 5a; gewöhnlich auf die charactereigenschaften eines hundes gewendet, und zwar
1) in lobendem sinne:

da der fremdling ihn (den Argus), mit nassen augen, streichelt, ..
ächzt, heult er, siehet auf, erkennt Ulysz, und stirbt.
so hündisch lieben nicht die klugen unsrer zeiten.
Hagedorn 1, 41.


2) meist aber mit bezug auf die verächtlichen eigenschaften eines hundes: der geizige ist hundisch und murrisch, wenn er etwas ausgeben soll. Scriver seelensch. 1, 841; man redet von hündischem (niedrigem, kriechendem) benehmen, hündischer gier, hündischer frechheit eines menschen;

dein huntische weis, die du teglich treibst,
lasz sehen, wie lang du freunt dinnen (da innen) seist! fastn. sp. 54, 12;

was birgt wohl das zaudern? verwegene that;
das lächeln, das neigen, was birgt es? verrath;
die heiligen blicke? vernichtenden scherz;
der göttliche busen? ein hündisches herz.
Göthe 40, 397;

trunkenbold mit dem hündischen blick.
Stolberg 11, 16 (κυνὸς ὄμματ' ἔχων Il. 1, 225);

und so schimpfwort: Golo! verrätherischer, hündischer Golo! Fr. Müller 2, 205;

nur dir gefolget insgesammt sind wir, ...
den Menelaus und dich hündischen (κυνώπης Ilias)
zu rächen an den söhnen Ilions.
Bürger 143b.

adverbial:

hündisch karg und genau.
H. Sachs 1, 513a;

indem ihr mund so hündisch spitzt und höhnet.
A. Gryphius 1608 1, 499;

die herlichste gemühter
sind stets des Momus spiel, den wen er unsre gühter,
welch überirdisch sind, nicht füglich tadlen kan,
so greift er die person auf sein guht hündisch an.
Rist Parnass B 5b.


3) wie das subst. hund (sp. 1916) namentlich in compositen, nur steigernd nach der übeln seite hin verwendet wird, so auch hündisch: man gähnte, seufzte, wischte sich die stirne, rieb die augen, hatte hündische lange weile. Wieland 19, 266 (235).
4) hundische tage, dies caniculares (vgl. hundstag):

ouch will ich dir mit triwen sagen,
hüte dich vor den hundischen tagen. monatreime in der Germ. 8, 108, 7 (15. jh.).


 
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hündischheit, f. invidia canina, avaritia sordidissima. Stieler 867. dafür ungut hundischkeit: der ausgang zu Neapel hat die hundischkeit dieser Wälschen in ihr rechtes licht gestellt. Niebuhr leben 2, 467.
 
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hündlein, n. kleiner oder junger hund, mhd. hundelîn, hundel: canicula hundtlin, hindtlin Dief. 95a; hundel caniculus

[Bd. 10, Sp. 1932]


voc. inc. theut. k 5a; aber doch essen die hündlin von den brossamlen, die von irer herrn tisch fallen. Matth. 15, 27; ein fraw die hatte zwei hündlin. b. d. liebe 288d; der edelmann stunde wie das hündlein von Breda (beschämt). Schuppius 89.
 
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hundnagel, m. bei den bergmaschinen die abhängend stehende stange am korbe des göpels, woran der göpelhund mit einem seil befestigt ist, um den göpel aufzuhalten. Jacobsson 2, 295a.
 
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hunds-, dieser gekürzte genitiv von hund wird vom 14. jh. ab häufig in uneigentlicher composition angewendet, wovon nachstehend eine reihe von beispielen. die moderne sprache seit dem 18. jahrh. ist diesen compositen abgeneigt, sie zieht die eigentlichen mit hunde- vor, und so haben sich nur wenige solche genitive als erste compositionsglieder allgemein erhalten (hundsstern, hundstage, hundswuth u. a., sowie pflanzennamen). in den mundarten jedoch, vorab den oberdeutschen, sind sie noch ganz gäng und gäbe. im alemannischen gibt es mit hunds- eine grosze reihe verstärkender zusammensetzungen (hundsdürr, hundselend, hundsschlecht, hundserbärmlich und ähnl., als fluch hundsdunner, hunds-chetzer. Fromm. 5, 13), ebenso im fränkischen (3, 360. Kehrein 204), und im bairischen (Schm. 1, 1128 Fromm.). vergl. dazu unter hund sp. 1916.
 
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hundsaffe, m. cynocephalus. Stieler 24.
 
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hundsalbe, f. salbe vom fett der hunde: hund-salbe vor abgerittene pferde. Pinter pferdschatz 429.

 

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